28.-30. April 2017 Philipps-Universität Marburg

ARCHAEOskills bietet die Möglichkeit, bereits zum sechsten Mal seit der ersten Veranstaltung 2009, in Workshopseminaren sich zu unterschiedlichen Themen nach eigenen Interessen weiterzubilden. Da Universitäten nicht zu allen praktischen Aspekten der Archäologie regelmäßig Kurse anbieten können, soll hier der Bedarf an individueller Weiterbildung etwas aufgefangen werden.

 

Zu den Workshopseminaren der ARCHAEOskills konnten wir bereits viele kompetente Workshopleiter*innen und Referent*innen gewinnen, die den Studierenden Zusatzqualifikationen wie Fotografieren, Zeichnen,  Grabungstechnik sowie experimentalarchäologische Skills und Wissenschaftsjournalismus, redaktionelles Arbeiten und wissenschaftliches Publizieren.

 

 Kursangebot
  • 3D-Visualisierung

    Datum: Samstag, 29.04.2017

    Zeit: 14-18 Uhr

    Ort: Geographie, Seminarraum, Deutschhausstraße 10, D-35032 Marburg

    Dozent: Eik Jagemann

    Teilnehmer: 20 Personen

    Unkostenbeitrag: €8,-

     

    Inhalt:

    Ziel des Workshops ist es die Teilnehmer in die Lage zu versetzten eigenständig Digitalisate einzelner Funde, Befunde, Landschaften, Gebäude oder Innenräume zu erstellen. Sowie erstellte 3D Modelle weiterzuverarbeiten, publizieren und bestmöglich zu archivieren.

    Um dies zu erreichen wird nach einer kurzen Einführung in die technischen Grundlagen der Fotogrammetrie und alternativer Scantechniken, sowie deren Geschichte, direkt an praktischen Beispielen veranschaulicht, welches die häufigsten Probleme sind und wie man sie vermeidet. Es werden im Detail Aufnahmeszenarien und Best practices erläutert, die Verarbeitung in der Software (Aufgrund des geringen Preises eignet sich Agisoft) erklärt sowie die Weiterverarbeitung in Open source 3D Software Paketen. Neben Befunden und Architektur wird dabei ein Fokus auf der Digitalisierung mobiler Kleinobjekte liegen. Im zweiten Teil wird auf die Erstellung publikationsfähiger Abbildungen und Tafeln, sowie möglichen Messungen an digitalisierten Objekten eingegangen. Als Basis dienen dafür mehrere Open Source Programme (Blender, Meshlab, CloudCompare).

    Da gerade digitale Objekte sich für einen schnellen Austausch über das Internet anbieten, dürfen auch die Gefahren von publizierten Modellen sowie ein Quellenkritischer Blick auf bereits im. Umlauf befindliche Modelle nicht unerwähnt bleiben.

     

    Die Teilnehmer werden gebeten einen USB-Stick mitzubringen.

     

    Referent:

    Nach meinem Zivildienst in der Unteren Denkmalschutzbehörde Brandenburg begann ich ein Studium der prähistorischen Archäologie an der Freien Universität Berlin. Während des Bachelorstudium half ich eine Animation zum hypothetischen Aussehen des Fürstensitzes von Hitzacker, sowie eines Wohnhauses des Tells Uivar zu erstellen. Meine Bachelorarbeit behandelte daher auch die Möglichkeiten der Visualisierung archäologischer Befunde.

    Im Anschließenden Masterstudium legte ich meinen Fokus auf die direkte Erfassung von archäologischen Funden. Diese fasste ich für die häufigsten Materialgruppen in meiner Masterarbeit zusammen, womit ein vorläufiger Workflow zur Objekterfassung und Verarbeitung entstehen sollte.

    Dieser zeigt Möglichkeiten der Integration in normale Fundaufarbeitungen auf und weist auf mögliche Fehler in der Aufnahme hin. Schon während des Studiums erstellte ich eine Vielzahl von 3D Objekten diverser Befunde und Funde für Grabungsfirmen. Seit fast zwei Jahren arbeite ich für Formwerk3D in Hannover und scanne und drucke archäologische Objekte für Museen und Privatpersonen oder leite Workshops zur Fotogrammetrie, 3D-Scans und Drucken.

    Ausgebucht

  • Archäobotanik

    Datum: 1. Kurs: 29.04.2017; 2. Kurs: 30.04.2017

    Zeit: 9-13 Uhr

    Ort: Raum 1347a (Botanischer Kursraum 3), Karl-von-Frischstraße 8, D-35043 Marburg

    Dozent: Alexander Weide M.A.

    Teilnehmer: 15 Personen pro Kurs

    Unkostenbeitrag: €8,-

     

    Inhalt:

    Die Archäobotanik als archäologische Wissenschaft erforscht die Wirtschaftsgeschichte prähistorischer und historischer Gesellschaften. Im Fokus stehen dabei vor allem der Ursprung und die Entwicklung des Ackerbaus, aber auch Subsistenzstrategien jäger- und sammlerisch lebender Gruppen sowie die Rekonstruktion von Klima und Umwelt. Das Thema des Workshops ist die Domestikationsgeschichte unserer Kulturpflanzen, wobei wir uns auf Getreide konzentrieren werden. Einkorn, Emmer und Gerste gehören zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt und machen einen Großteil des archäobotanischen Fundmaterials vieler prähistorischer Siedlungen aus. Nach einer kurzen theoretischen Einführung sollen die WorkshopteilnehmerInnen selbst an botanischem Material die morphologischen Unterschiede zwischen domestizierten Getreiden und ihren wilden Vorfahren erarbeiten. Archäologisches Fundmaterial wird zu Anschauungszwecken verfügbar sein, um die gewonnenen Kenntnisse umzusetzen und zu vertiefen.

     

    Referent:

     

    Alexander Weide hat in Marburg und Tübingen Archäologie und Biologie studiert. In seiner Masterarbeit beschäftigte er sich mit der Domestikationsgeschichte des Emmers im Fruchtbaren Halbmond. Seit 2014 promoviert er an der Eberhard Karls Universität Tübingen zu Subsistenzstrategien früher bäuerlicher Gesellschaften im Zagrosgebirge.

     

     

  • Bauforschung I - Bestimmungsübung

    Datum: Sonntag, 30.04.2017

    Zeit: 11-13 Uhr

    Ort: Seminarraum 1, Biegenstraße 11, D-35032 Marburg

    Dozentin: Sophie Schlosser M.A.

    Teilnehmer*innen: 20

    Unkostenbeitrag: €4,-

     

    Inhalt:

    Bauforschung scheint auf den ersten Blick selbsterklärend: Die Erforschung von historischen Bauten aus den verschiedensten Epochen. Aber welche Fragestellungen verfolgt sie und welche Methoden der Dokumentation und Auswertung wendet sie an? Was sind Gemeinsamkeiten mit, was Unterschiede zu anderen Disziplinen?

    All diese Fragen sollen im zweistündigen Seminar geklärt werden. Außerdem wird es um Mauerarten, Bauabläufe, konstruktive Aspekte und Datierung gehen. Ziel ist es zudem anhand von Beispielen aus der Praxis verschiedene gängige Befundtypen kennen zu lernen.

    So erlernen Sie die Grundlagen um Befunde an Bauten zu erkennen und zu interpretieren. Diese machen es möglich Bauphasen zu identifizieren und eine Einordnung in den kulturellen und historischen Kontext vorzunehmen. Ausgangspunkt bildet stets die materielle Quelle.

     

    Dozentin:

    Sophie Schlosser hat Archäologie und Kunstgeschichte in Marburg sowie Historische Bauforschung in Regensburg studiert. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Friedrich-Mielke-Institut für Scalalogie an der OTH Regensburg und promoviert an der TU Berlin über die Regensburger St. Oswald-Kirche.

  • Bodenkunde für Archäolog*Innen

    Datum: Samstag 29.04.2017

    Zeit: 9-13 Uhr

    Ort: Hörsaal und Gelände

    Dozent: Prof. Dr.  Renate Gerlach

     

    Inhalt:

    2 Stunden:

    Vortrag und Diskussion zu:

    „Bodenphänomene auf archäologischen Grabungen – Befundfüllung als Artefakt“

     

    Überwiegend werden archäologische Befunde anhand von Verfärbungen im Boden erkannt. Farbe und Konsistenz des in früherer Zeit eingefüllten Bodenmaterials unterscheiden sich von der rezenten Umgebung. Dieses Sediment repräsentiert, wenn auch verändert (Taphonomie),  den Boden der damaligen Zeit.

    Befundfüllungen sind daher ebenso als Artefakte zu werten wie Scherben, lithische Artefakte, Holzkohlen, botanische Reste, usw.….Sie liefern wesentliche Informationen für die Datierung von Befunden und die Rekonstruktion des Umfeldes. Welche Bodenphänomene häufig auf Grabungen vorkommen, wie sie zu bewerten und archäologisch zu interpretieren sind, dass soll in dieser Workshop-Einheit zumindest einmal angerissen werden.

     

    Fragen und – wenn vorhanden -  auch Fotos zu „rätselhaften/auffälligen“  Bodenphänomenen auf archäologischen Grabungen dürfen gerne für die Diskussion  mitgebracht werden.

     

     

    2 Stunden:

    Kurze Einführung in die Technik der Bodenansprache

    Geplant ist entweder eine Einführung im Gelände oder im Seminarraum anhand von Proben.

     

    Über die Dozentin

    Frau Prof. Dr. Renate Gerlach hat Geographie, Geschichte und studiert. Während des Studiums begann die Mitarbeit bei archäologischen Projekten, die dann ab 1991 im Rahmen des neu gegründeten Fachgebietes Geoarchäologie im LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland fortgeführt wurde. Das Kerngeschäft ist hier vor allem die Begutachtung, Bewertung und Erforschung bodenkundlicher Phänomene auf den Grabungen im Rheinland und darüber hinaus. Daraus speist sich auch die Lehr- und Forschungstätigkeit an der Universität zu Köln am Geographischen Institut und am Institut für Ur- und Frühgeschichte.

    Ausgebucht

  • GIS-Anwendung

    Datum: 29.04.2017

    Zeit: 1. Kurs: Samstag, 29.04.2017 09-13 Uhr;

             2. Kurs: Sonntag 30.04.2017 14-18 Uhr

    Ort: Geographie, Seminarraum, Deutschhausstraße 10, D-35032 Marburg

    Dozent: Christoph Brückner M.A.

    Teilnehmer: 20 Personen

    Unkostenbeitrag: €8,-

     

    Inhalt:

    GIS-Anwendungen stellen das wichtigste Hilfsmittel für Fundstellenverwaltung dar, werden jedoch auch in der Grabungsdokumentation oder theoretischen Teildisziplinen wie der Wirtschaftsarchäologie eingesetzt. Auch für die statistische, überregionale Auswertung von archäologischen Fundkomplexen ist die Kenntnis geographischer Informationssysteme unabdingbar.

    Dieser Workshop soll Grundkenntnisse in der Arbeit mit Geographischen Informationssystemen vermitteln. Dazu zählen das Einbinden von lokal gespeicherten Inhalten und Web Map Services (WMS), das Erstellen von Punkten durch die Verknüpfung mit Tabellen, das Georeferenzieren vorhandener Pläne, die Arbeit mit Digitalen Geländemodellen (DGM) und das Erstellen publikationsfertiger Karten.

    Die Grundlagen werden anhand des Programmes QGIS vermittelt. Die Teilnehmer werden gebeten das Programm bereits vor dem Kurs auf ihren Laptops zu installieren, es stehen aber auch PC´s zur Verfügung. An USB-Sticks soll dann unbedingt gedacht werden. Generelle Kenntnisse im Umgang mit einem Computer werden vorausgesetzt.

     

    Referent:

    Christoph Brückner studierte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena Ur- und Frühgeschichte und Klassische Archäologie. Sein Masterstudium schloss er zum Thema „Mediterrane Importe in die Gebiete nordöstlich der Alpen in der älteren Eisenzeit“ ab. Während des Studiums wirkte er als studentische und wissenschaftliche Hilfskraft in mehreren DFG-Projekten mit, in denen er sich auf archäologische Kartierungen und digitale Aufarbeitung von Fundmaterial spezialisierte. Es folgten weitere Arbeitsaufträge am Bereich für Ur- und Frühgeschichte, dem Lehrstuhl für Klassische Archäologie sowie dem Lehrstuhl für Alte Geschichte. Als Tutor vermittelte er bereits während seines Studiums archäologische Inhalte an Studienanfänger, auch im Bereich der Datenverarbeitung und Kartierung. Seine Interessen-schwerpunkte liegen im Bereich der Wirtschafts- und Landschaftsar-chäologie mit Fokus auf Hallstatt- und Latènezeit, sowie der prähisto-rischen Archäologie des Mittelmeerraums.

     

    Ausgebucht

  • Museale Präsentation

    Datum: Sonntag, 30.04.2017 Zeit: 14-18 Uhr

    Ort: Seminarraum 2, Biegenstraße 11, D-35032 Marburg

    Dozentin: Tessa Maletschek M.A.

    Teilnehmer: 20 Personen

    Unkostenbeitrag: €8,-

     

    Inhalt:

     

    Referent:

    Tessa Maletschek studierte Vor-und Frühgeschichte an den Universitäten Frankfurt, Kiel und Bristol (Großbritannien). Von 2008 – 2010 war sie als wissenschaftliche Volontärin im Archäologischen Museum Frankfurt beschäftigt, und seit 2011 ist sie als Museologin verantwortlich für die Sammlung des Museums, sowie für die Koordination von Ausstellungen und den Leihverkehr. Außerdem hat sie einige Sonderausstellungen des Museums kuratiert.

  • Theorien in der Archäologie

    Datum: Samstag, 29.04.2017

    Zeit: 09-13 Uhr

    Ort: Seminarraum 1, Biegenstraße 11, D-35032 Marburg

    Dozent*Innen: Dr. des Carla Backkaus, Georg Cyrus M.A.

    Teilnehmer: Max. 15 Personen

    Unkostenbeitrag: €8,-

     

    Inhalt:

    In unserem Theorieworkshop wollen wir grundlegende Richtungen archäologischer Theorien vermitteln, um die eigene Wahrnehmung für archäologische Theorie zu schärfen. Zunächst werden wir uns damit beschäftigen, was Theorie eigentlich ist und warum wir uns als Archäologen mit Theorien auseinandersetzen sollten. Wir gehen dabei davon aus, dass jeder wissenschaftlichen Arbeit eine Theorie zugrundeliegt, egal ob diese explizit genannt oder nur implizit angewendet wird. Theorien zu (er)kennen hilft, die Entwicklung der archäologischen Wissenschaft zu verstehen und Fachpublikationen einschätzen zu können. Selbst explizit theoretisch zu arbeiten, ist sowohl bei der Selbstreflexion hilfreich, als auch entscheidend für die Nachvollziehbarkeit der Arbeit. Kurz: archäologische Theorien sind ein wichtiger Bereich des wissenschaftlichen Arbeitens, den wir in unserem Workshop gerne fördern wollen, da er in der Lehre oft unterrepräsentiert ist.

    Um ein Gespür für das Erkennen und Anwenden von Theorie zu entwickeln, werden wir die wichtigsten theoretischen Traditionen vorstellen und auf aktuelle Entwicklungen eingehen. Auch grundlegende Fragen, wie der Nutzen der Archäologie für die Gesellschaft oder die ethische Verantwortung archäologischen Arbeitens, können in unserem Workshop Platz finden.

    Als knappen Einstieg in das Thema empfehlen wir die „Schlüsselbegriffe in der Prähistorischen Archäologie“ von Mölders und Wolfram, und zwar unter anderem die Stichworte „Materielle Kultur“, „New Archaeology – Prozessuale Archäologie“, „Strukturalismus“, und „Postprozessuale Archäologie“. Als vorbereitende Lektüre eignet sich zudem Triggers Buch „A History of Archaeological Thought“, in dem es vor allem um die Geschichte archäologischer Interpretationen seit dem Mittelalter geht. Eine gute Einführung ist Johnsons Buch „Archaeological Theory. An Introduction“, das den theoretischen Stoff nicht historisch, sondern thematisch gliedert. Bernbecks Buch „Theorien in der Archäologie“ stellt eine Reihe anglophoner Theorien vor.

    Wir freuen uns sowohl über Zweifler*innen als auch über überzeugte Theoretiker*innen. Vor allem Menschen, die sich bisher wenig Gedanken über Theorie gemacht haben, sind herzlich willkommen.

     

    Referenten:

    Dr. des. Carla Backhaus studierte an den Universitäten Leipzig und Lausanne Ur- und Frühgeschichte, Journalistik und Ethnologie. Nach dem Magisterstudium begann sie ein binationales Promotionsprojekt an der Universität Leipzig und der Université de Bourgogne, das von der Studienstiftung des deutschen Volkes und der Deutsch-Französischen Hochschule gefördert wurde. Ihre Dissertation schloss sie 2016 mit dem Titel „Ceci n’est pas une chronologie. Die Konstruktion einer alternativen Fibelchronologie am Beispiel der Fibeln des Oppidum Bibracte (Burgund, Frankreich)“ ab.

     

    Georg Cyrus M.A. leistete seinen Zivildienst beim Landesdenkmalamt Berlin und studierte im Anschluss prähistorische Archäologie an der Freien Universität Berlin. Seit 2016 ist er in der Eurasienabteilung des Deutschen Archäologischen Institutes für die Außenstelle Teheran tätig.

     

    Ausgebucht

  • Anthropologie

    Datum: Sonntag, 30.04.2017

    Zeit: 1. Kurs: 09-11 Uhr; 2. Kurs: 11-13 Uhr

    Ort: Lehrsammlung, Biegenstraße 9, D-35032 Marburg

    Dozentin: Johanna Kranzbühler M.A.

    Teilnehmer: 15 Personen

    Unkostenbeitrag: € 4,-

     

    Inhalt:

    Knochenfunde - ob in Form von vollständigen Skeletten in Körper-gräbern, einzelnen verräumten Knochen oder Brandbestattungen - sind eine spezielle Fundkategorie, die sowohl im Feld als auch in der Fund-versorgung von einer fachkundigen Behandlung profitieren. Dabei spielen die anatomische Ansprache auf der Ausgrabung ebenso wie die Vermeidung von Schäden während der (Zwischen-) Lagerung eine Rolle. Die anschließende wissenschaftliche Auswertung der Skelettreste wiederum liefert wichtige Hinweise auf die Lebensumstände vergang-ener Bevölkerungen.

     

    Im Rahmen eines Vortrags werden zunächst einige anthropologisch relevante Fundsituationen vorgestellt und die fachgerechte Lagerung und Reinigung von Knochen thematisiert. Die Methoden zur anthropologische Alter- und Geschlechtsbestimmung werden außerdem erläutert und weitere Aussagemöglichkeiten der anthropologischen Analyse überblicksartig vorgestellt.

     

    Anschließend werden die Vortragsinhalte anhand von Skelettfunden vertiefend erläutert und eine Sterbealtersbestimmung am Material durchgeführt.

     

     

    Über die Dozentin:

    Johanna Kranzbühler ist freiberufliche Anthropologin. Nach ihrem Studium der Anthropologie, Ethnologie und Vor- und Frühgeschichte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz von 2001 bis 2007, das in einem Magisterabschluss in Anthropologie mündete, betätigte Sie sich verschiedentlich als Lehrende im Bereich Anthropologie. Zusätzlich rückte die Tätigkeit in ihrem Bereich als Freiberuflerin immer mehr in den Vordergrund. Die Analyse von Tierknochen gehört seit 2012 zu ihrem Repertoire und seit 2013 konzipiert Frau Kranzbühler Grabkulturwanderungen im Kreis Gießen und führt diese auch selbst durch. Seit 2012 ist sie Redaktionsmitglied im Rundbrief bei FemArc, dem Netzwerk archäologisch arbeitender Frauen.

     

     

    Ausgebucht

  • Archäologisches Zeichnen

    Datum: 1. Kurs: Samstag, 29.04.2017; 2. Kurs: Sonntag, 30.04.2017

    Zeit: je 14-18 Uhr

    Ort: Lehrsammlung

    Dozentin: Anja Wienkemeier M.A.

    Unkostenbeitrag: 8€

     

    Inhalt:

    Das archäologische Zeichnen von Artefakten gehört neben dem Fotografieren, dem Beschreiben und dem Bestimmen zur wissenschaftlichen Dokumentation. Das bewusste Wahrnehmen und Verstehen charakteristischer Formenmerkmale sind dabei unerlässlich für die grafische Umsetzung der Objekte und leiten den wissenschaftlichen Erkenntnisprozesses ein. Die Arbeitsweise beim Zeichnen selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit und konzentrierte Beschäftigung mit dem jeweiligen Objekt. Oftmals wird die Gesamtheit der Merkmale von Gegenständen oder Strukturen erst durch dieses intensive Studieren verstanden. Und oft ermöglichen erst die zeichnerisch erfassten Merkmale eine klare Einordnung und Beurteilung der wissenschaftlich relevanten Information.

    Der Kurs bietet eine Einführung in das technische Zeichnen archäologischer Keramikobjekte an. Anhand von Originalen aus der Sammlung des Instituts werden die Richtlinien für das Anfertigen von Bleistiftzeichnungen bis hin zu publikationsfähigen Tuschezeichnungen dargelegt. Nach der Vermittlung der jeweiligen Arbeitsschritte des Zeichenprozesses sowie der Vorstellung der unterschiedlichen Zeichengeräte liegt der Schwerpunkt des Kurses in der praktischen Anwendung. Den Teilnehmern stehen mehrere Keramikobjekte (insbesondere Scherben) mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden zur Verfügung, an denen das Zeichnen geübt und gefestigt werden soll. Der Kurs richtet sich sowohl an Anfänger als auch an Fortgeschrittene.

    Es sind bitte Bleistift (Druckbleistift [0,35 mm] oder Anspitzbleistift [keine Stärke B-oder H]), schmierfreier Radiergummi, schwarzer dünner Feinliner und zwei rechtwinklige Dreiecke (mit einer Skalierung, die unmittelbar am Rand beginnt) mitzubringen.

     

    Referentin:

    Anja Wienkemeier M.A. studierte in Jena, Wien, Perugia und Marburg Klassische Archäologie, Alte Geschichte und Kunstgeschichte. Nach dem Magisterabschluss war sie über drei Jahre hinweg als Zeichnerin in dem von der DFG geförderten Projekt „Die spätklassische und hellenistische Keramik von Pydna. Untersuchungen zur Formengeschichte und Chronologie sowie zum sozialen Kontext.“ tätig. Darauf folgten Lehraufträge zum Vermitteln des archäologischen Zeichnens an der Philipps-Universität Marburg. Seit 2013 promoviert sie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg über das Marburger Hospital der Heiligen Elisabeth.

     

    Ausgebucht

  • Bauforschung II - Vermessungstechnik

    Datum: Sonntag, 30.04.2017

    Zeit: 14–18 Uhr

    Ort: Seminarraum 1, Biegenstraße 11, D-35032 Marburg

    Dozentin: Sophie Schlosser M.A.

    Teilnehmer*innen: 12 Personen

    Unkostenbeitrag: €8,-

     

    Inhalt:

    Die Bauaufnahme – das genaue Vermessen und Zeichnen – bildet die wichtigste Grundlage für eine wissenschaftliche Untersuchung der Baugeschichte eines noch (teilweise) bestehenden Baus. Auf Basis eines verformungsgetreuen Aufmaßes wird ein bestehendes Bauwerk mit Grundrissen, Schnitten, Ansichten und Details gezeichnet; es wird dabei mit all seinen konstruktiven und formalen Einzelheiten, wie etwa Steinbearbeitungsspuren, Schäden und Winkelabweichungen, erfasst. Die Mutter aller Methoden zur Bauaufnahme ist das händische Aufmaß. Es dient einerseits der Dokumentation, andererseits führt die genaue Beobachtung des Gezeichneten so umfassend wie keine andere Methode zum Verständnis der Strukturen, Konstruktionen und Phasen.

    Der Kurs bietet eine Einführung in die händische Bauaufnahme. Nach einem kurzen theoretischen Überblick über das Thema Bau- und Bauteilaufnahme soll anhand eines Baus vor Ort die Methodik erläutert und geübt werden. Neben dem Zeichnen wird es dabei auch um das Sehen und Interpretieren gehen.

    Es sind bitte 1 Fallminenbleistift [Minen: 3H und 4H], 1 Radierstift (Achtung: sollte mindestens über eine weiße Spitze verfügen), 1 Spitzmühle, kleines und großes (30 cm) Geodreieck, 2 Zollstöcke, 1 Dreikant (Maßstab) und Tesakrepp sowie eine Schere mitzubringen. Wer außerdem über weiteres Zeichenmaterial, wie Zeichenbesen oder Zeichenbretter, verfügt, kann diese gerne auch mitbringen.

     

    Dozentin:

    Sophie Schlosser hat Archäologie und Kunstgeschichte in Marburg sowie Historische Bauforschung in Regensburg studiert. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Friedrich-Mielke-Institut für Scalalogie an der OTH Regensburg und promoviert an der TU Berlin über die Regensburger St. Oswald-Kirche.

  • Experimentalarchäologie

    Datum: Sonntag, 30.04.2017

    Zeit: 11-13 Uhr und 14 - 18 Uhr

    Ort: Archäologisches Freilichtmuseum Zeiteinsel, Wenkbacher Str., D-35096 Weimar (Lahn) (Shuttlebus vom Institut, Biegenstraße 11)

    Dozentin: Barbara Köstner M.A.

    Teilnehmer: Max. 15 Personen

    Unkostenbeitrag: €12,-

     

    Inhalt:

    Egal ob als Kleidung, Wohntextilien oder Verpackung: Textilien spielen eine nicht wegzudenkende Rolle im alltäglichen Leben. Die Entwicklung der textilen Techniken ab dem Mesolithikum stellt einen Meilenstein in der Geschichte dar, und die Textilherstellung wurde zu einem einflussreichen Wirtschaftszweig. Egal in welcher Epoche - neben Keramik und Kleinfunden prägt vor allem die jeweilige Kleidung unser Bild einer Zeit. Bei der Erforschung von archäologischen Textilien ist ein Fachwissen über die Terminologie und die Werkzeuge jedoch ebenso wichtig wie das Wissen um die handwerklichen Prozesse. Im Workshop stehen also auch die praktische Umsetzung und das Ausprobieren historischer Textiltechniken im Fokus.

    Der Workshop gibt einen Überblick über

    o Erhaltungsbedingungen und Fundumstände von Textilien,

    o Entwicklung der Textilherstellung,

    o Arbeitsschritte der Textilherstellung und die damit verbundenen Werkzeuge,

    o Webstühle und Webtechniken,

    o Rekonstruktion und Klischee: Textilien in der Vermittlungsarbeit.

    In den praktischen Einheiten beschäftigen wir uns mit der Analyse und der wissenschaftlichen Beschreibung von Textilfunden ebenso wie mit dem handwerklichen Bereich: Gemeinsam versuchen wir uns im Spinnen mit der Fallspindel und färben Stoffproben mit verschiedenen pflanzlichen Farbstoffen.

    Der Workshop ist epochenübergreifend, den Schwerpunkt bildet die römische Kaiserzeit.

    Workshop-Dauer: 6 Stunden

    Bitte beachten: Wie immer in der Archäologie kann man auch in der Textilarchäologie schmutzig werden (Farbstoffe!) – es wird also ältere und bequeme Kleidung empfohlen. Nicht geeignet für Tierhaarallergiker (enthält Spuren von Schafwolle).

     

    Über die Dozentin:

    Barbara Köstner hat an den Universitäten Köln und Bonn Provinzialrömische Archäologie, Christliche Archäologie, Alte Geschichte und Soziologie studiert. Ihr Promotionsprojekt „Komplexe Gewebe im Gebiet des Römischen Reiches aus der Spätantike und dem Frühmittelalter“ an der Universität Bonn ist fest in der Textilarchäologie verankert. Sie engagiert sich zusätzlich mit Projekten zu römischen und spätrömischen Textilien in verschiedenen internationalen Museen und Forschungseinrichtungen wie bspw. dem LVR-Archäologischen Park Xanten, dem Saalburg-Museum oder dem Royal Ontario Museum Toronto

     

    Ausgebucht

  • Grabungskonzeption

    Datum: Samstag, 29.04.2017

    Zeit: 14-18 Uhr Ort: Seminarraum 1, Biegenstraße 11, D-35032 Marburg

    Dozentin: Marie Wenske M.A.

    Teilnehmer: 20 Personen

    Unkostenbeitrag: €8,-

     

    Inhalt:

    Die häufigste Form der archäologischen Arbeit in Deutschland bestehen aus Notbergungen, Baubegleitungen und Grabungen im Vorfeld größerer Bauprojekte, egal ob beim Straßenbau, der Erschließung von Baugebieten, Kanalarbeiten oder Windkraftanlagen. Meist erfolgen diese unter hohem Zeitdruck und ohne genaue Kenntnis des Arbeitsumfangs oder der Zeitstellung. Um einen maximalen Erkenntnisgewinn, trotz oft widriger Umstände zu gewährleisten, ist eine gute Organisation in Vorfeld und während der Grabungen unerlässlich. Faktoren wie Jahreszeit, Zeitrahmen, Budget und Gelände sind dabei genauso zu beachten, wie die eigentliche Arbeit mit den archäologische Befunden und Funden. Ebenso wichtig ist eine sorgfältige Dokumentation, die festen Richtlinien folgt, unter oft erschwerten Umständen und die Zusammenarbeit mit den Denkmalschutzbehörden, Bauarbeitern und Auftraggebern.

    Der Workshop soll in Gruppenarbeit, anhand realer Beispiele, einen Einblick in eines der größten Arbeitsfelder für studierte Archäologen bieten und Tipps und Tricks bei der Bewältigung oft wiederkehrender Probleme in der Organisation und Durchführung archäologischer Untersuchungen geben.

     

    Referent:

    Marie-Christine Wenske studierte Vor- und Frühgeschichte, Alte Geschichte und Klassische Archäologie an der Phillips-Universität Marburg. Seit Beendigung Magisterstudium, mit dem Schwerpunkt in der Hessischen Eisenzeit, arbeitet sie als Grabungsleiterin für den Verein Wissenschaftliche Baugrund Archäologie, welcher an die Universitäten Frankfurt am Main und Marburg angelagert ist. In dieser Tätigkeit führt sie seit 2012 Baubegleitungen und Grabungen alle Epochen innerhalb Hessens durch.

     

  • Stratigraphieanalyse

    Datum: Samstag, 29.04.2017

    Zeit: 14–18 Uhr

    Ort: Raum 00A12 im Carolinenhaus, Deutschhausstraße 12, D-35037 Marburg

    Dozent: Dr. des. Thimo Brestel

    Teilnehmer*innen: 12 Personen

    Unkostenbeitrag: €8,-

     

    Inhalt:

    Der Workshop widmet sich dem Themenfeld der Stratigraphie in archäologischen Kontexten. Das Ziel ist es, die Teilnehmer*innen mit der stratigraphischen Analyse archäologischer Befundzusammenhänge vertraut zu machen. Sie lernen verschiedene Methoden und Werkzeuge kennen, welche die Auswertung komplexer stratigraphischer Zusammenhänge ermöglichen.

    Im ersten Teil des vierstündigen Workshops werden die Hintergründe und die Entstehung der stratigraphischen Methode erläutert und verschiedene konkrete Anwendungsbeispiele aus dem europäischen und vorderasiatischen Raum vorgestellt. Im Fokus steht die praktische Anwendung der stratigraphischen Analyse von der Schichtdokumentation bis zur Erstellung einer relativen Chronologie. Im zweiten Teil sollen die Teilnehmer*innen anhand von Schichtfolgen verschiedener Ausgrabungen eigene Sequenzanalysen erstellen. Hierzu stehen PCs zur Verfügung. Das Mitbringen eines USB-Sticks und eines eigenen Notebooks kann dennoch nicht schaden (ggf. das Freeware Programm „Stratify 1.5“ installieren – www.stratify.org). Auch eigene Beispiele von Stratigraphien können mitgebracht, bearbeitet und gemeinsam diskutiert werden.

    Referent:

    Thimo Brestel hat in Marburg Vor- und Frühgeschichte, Klassische Archäologie, Altorientalistik und Gender Studies studiert. Nach dem Studium folgte 2016 die Promotion mit dem Thema „Die Ausgrabungen in Manching-Süd von 1990–2009 – Studien zur Siedlungsstruktur und Befestigungsanlage des Oppidums“. Die Arbeit beschäftigt sich unter anderem mit der Stratigraphie des Ringwalls in Manching. Seit kurzem arbeitet er am Landesamt für Denkmalpflege in Esslingen im DFG-Projekt „Architektur, Stratigraphie und Bedeutung des späthallstattzeitlichen Großgrabhügels von Eberdingen-Hochdorf“.

     

    Ausgebucht

  • Wissenschaftskommunikation

    Datum: 29.04.2017

    Zeit: 1. Kurs: Samstag 29.04.2017 09-11 Uhr;

             2. Kurs: Samstag, 29.04.2017 11-13 Uhr

    Ort: Seminarraum 2, Biegenstraße 11, D-35032 Marburg

    Dozentin: Kristin Oswald M.A.

    Teilnehmer: 20 Personen

    Unkostenbeitrag: €4,-

     

    Inhalt:

    Der Workshop Wissenschaftskommunikation wird aufzeigen, wie ArchäologInnen sowohl innerfachlich als auch in der breiten Öffentlichkeit mehr Aufmerksamkeit für ihre Forschung generieren können. Nach einer Einführung in den Status quo der Wissenschaftskommunikation in Deutschland und besonders im archäologischen und historischen Bereich, wird es im ersten Schwerpunkt-Teil um Potenziale und Kanäle gehen: Warum sollte man als WissenschaftlerIn überhaupt öffentlich über seine Forschungen sprechen und wie erreicht man welche Zielgruppe am besten? Dabei werden neben journalistischen Veröffentlichungen, Fachportalen und Social Media-Kanälen auch häufig vernachlässigte Themen wie Wikipedia oder Kommentarspalten im Netz besprochen. Der zweite Schwerpunkt wird dann darauf liegen, wie man die eigene Forschung richtig verpackt. Zielgruppengerechtes Schreiben wird dabei ebenso Thema sein wie die Arbeitsabläufe in Redaktionen. Diskussionen, Erfahrungen und Beispiele der TeilnehmerInnen sind unbedingt erwünscht.

     

    Referent:

    Kristin Oswald studierte Geschichte und Archäologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Universitá La Sapienza in Rom sowie Social Media-Marketing an der Humboldt Universität zu Berlin. Derzeit ist sie als Leiterin der Online-Redaktion von Kulturmanagement Network und als Fachbloggerin im Kultur- und Wissenschaftsjournalismus tätig und verfügt zudem über praktische Erfahrungen in Museum und Denkmalpflege.

    Ausgebucht

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