Internationale Fachschaftentagung

 

Das halbjährliche Treffen des DASV e.V.

Informationen zu kommenden IFaTas findet ihr hier.

 

Arbeitsgruppen

  • Studienreform

    Die Arbeitsgruppe "Studienreform" (BA/MA/PhD) beschäftigt sich mit dem gestuften Studiensystem und den damit verbundenen Entwicklungen und Tendenzen in Bezug auf die neue Studienarchitektur. Im Mittelpunkt steht die Umsetzung des Bologna-Prozesses an den archäologischen Instituten in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie die damit einhergehenden Probleme, Auswirkungen und Chancen der akademischen Ausbildung. Die Arbeitsgruppe hinterfragt in den archäologischen Disziplinen nicht nur länderübergreifend die Studien- reform und erarbeitet Lösungsvorschläge für einzelne Probleme, sondern entwickelt ebenso optimierte Modelle für die Zukunft.

     

    Nach einer anfänglichen Bestandsaufnahme mit einer generellen Stellungnahme zu der Bologna-Reform steht nun die Reakkreditierung in Vordergrund. Akkreditierte Studiengänge werden erneut auf ihre praktische Umsetzung, aber vor allem auch auf den Lernerfolg hin untersucht. Da für viele Institute eine Reakkreditierung ansteht bzw. momentan läuft, ist es gerade zum jetzigen Zeitpunkt wichtig, dass wir uns damit auseinandersetzen und unsere Erfahrungen einbringen. Der DASV e.V. fördert auch die Mitarbeit Studierender in den Akkreditierungspools und möchte die Fachschaften vor Ort bei ihrem Engagement unterstützen.

     

    Ein in den meisten Fällen bisher kontrovers diskutiertes Thema stellt die Konzeption von PhD-Programmen dar. Hier sehen wir ein zukünftiges Beschäftigungsfeld, bei dem es gilt, frühzeitig Erwartungen gemeinsam zu formulieren, um eine optimale akademische Qualifikation zu erreichen.

     

     

    Statement Leuven

    Leitlinien

    Diskussion in Kiel

    Zwischenbilanz

    Lektüre

    Statement zum Bologna-Prozess

     

    Stellungnahme des Dachverbandes Archäologischer Studierendenvertretungen e.V. (DASV e.V.) zu einigen Punkten des Kommuniqué der Konferenz der für die Hochschulen zuständigen europäischen Ministerinnen und Minister, Leuven/ Louvain-la-Neuve, 28. und 29. April 2009.

     

    Die Mitglieder aus Deutschland, Österreich und der Schweiz im DASV e.V.  sind am 13.05. bis 16.05.2010 auf der Internationalen Fachschaftentagung in Innsbruck zusammengekommen, um eine Zwischenbilanz über die im Bologna-Prozess vorgesehenen Ziele aus Sicht der archäologischen Disziplinen zu ziehen und die Probleme und Verbesserungsvorschläge für den Bologna-Prozess im Europäischen Hochschulraum zu definieren.

     

    Präambel

    1. Im Zuge des Bologna-Prozesses wurde die Forderung nach Kreativität, Innovation und optimaler Förderung in Europa laut. Durch die Verschulung des Bachelor- und Mastersystems und die daraus resultierende direkte Vorschreibung von zu besuchenden Lehrveranstaltungen werden diese Kompetenzen jedoch nicht umfassend erreicht. Durch Kursüberschneidungen, die aufgrund von Pflichtmodulen und eigenen Interessen entstehen, verringert sich die Möglichkeit zwischen den angebotenen Veranstaltungen zu wählen und somit das eigene Talent optimal zu fördern.

     

    2. Die Globalisierung und sich schnell entwickelnde Technik erfordern, dass die Studierenden Zugang zu den neusten technischen Standards und lizenzierten Fachprogrammen haben. Das an vielen Hochschulen eingeführte elektronische Studienorganisationsprogramm soll den Studierenden die Möglichkeit geben, das Studium online zu organisieren. Allerdings sind viele Programme unausgereift und deshalb nur ansatzweise in der Lage ihrer Aufgabe adäquat gerecht zu werden. Dies führt an Stelle der gewünschten Vereinfachung zu schweren Einschränkungen bei der Studienorganisation. Besonders betroffen sind dabei Erstsemester, die weder einen Überblick über das Studium erlangen können, noch mit den Anlaufproblemen der Anwendungen zurechtkommen. Auch die Tatsache, dass die Hochschulen unterschiedliche Programme verwenden, vergrößert die Unsicherheit der Benutzer.

     

    3. Trotz der Wirtschaftskrise dürfen die entstehenden Kosten der Hochschulen nicht zu Lasten der Studierenden in Form von erhöhten Studiengebühren gehen. Durch das Bologna-System besitzen Studierende geringere Möglichkeiten der selbstständigen, finanziellen Versorgung, da durch die Verschulung die Möglichkeiten eines flexiblen Nebenjobs eingeschränkt werden. Die Anzahl der Stipendien muss erhöht werden. Zusätzliche Darlehen, die Studierende während des Studiums unterstützen, müssen angemessene Konditionen während des Bachelors und des Masters bieten. Die Auslese der Studierenden darf nicht aufgrund finanzieller Kapazitäten getroffen werden, sondern muss aufgrund von akademischen Fähigkeiten erfolgen.

     

    4. Die Förderung eines vielfältigen Angebotes an der Hochschule stößt bei kleineren Studiengängen wie der Archäologie an Ressourcengrenzen. Durch Zusammenlegen von ehemals autonomen Studienfächern oder Institutsschließungen besitzt jede Hochschule momentan unterschiedliche Ressourcen. Zum Teil erfolgen die Zusammenlegungen willkürlich und es entstehen kuriose Studienabschlüsse, die der Arbeitsmarkt nicht einordnen kann1. Wenige Lehrkräfte in den archäologischen Disziplinen an den Hochschulen können nur ein begrenztes Kursangebot durchführen2. Die zunehmende Zahl der Anfänger im Bachelor-Studiengang geht nicht konform mit einer wachsenden Zahl an Lehrkräften. Die institutionelle Autonomie, akademische Freiheit und soziale Gerechtigkeit ist demnach noch nicht vollständig gegeben.

     

    I. Erfolge und Konsolidierung

    5. Die Zusammenarbeit zwischen Regierungen, Hochschulen, Studierenden, Lehrpersonal, Arbeitgebern und sonstigen Akteuren muss in Zukunft weiter verstärkt werden. Dieses angedachte kommunikative Netzwerk existiert in der Form momentan nicht. D.h. die Absprache zwischen Studierende, Arbeitsmarkt und Hochschule muss ausgebaut werden. Konkrete Anforderungen der Arbeitgeber müssen der Hochschule und damit den Studierenden vermittelt werden3. Im Gegenzug müssen die Hochschulen die Kompetenzen hinter den Studienabschlüssen transparent offenlegen, damit die Arbeitgeber die Fähigkeiten der Studierenden einschätzen können.

     

    6. Eine verstärkte Kapazität und Vergleichbarkeit der Hochschulsysteme ist bisher noch nicht gegeben, da jede Hochschule verschiedene Studienordnungen besitzt und diese nicht übereinstimmen. Die Anerkennung von Leistungen und deren Vergleichbarkeit scheitert momentan daran, dass die einzelnen Module und Abschlussarbeiten an den verschiedenen Hochschulen unterschiedlich mit Kreditpunkten, Inhalt oder Länge bewertet werden4. Dies schadet extrem der Mobilität5, da ein Aufenthalt an einer anderen Hochschule unweigerlich zu einer Studienverlängerung führt. Auch eine umfassende Transparenz der einzelnen Systeme ist noch nicht vorhanden. Sämtliche Daten müssen leicht auffindbar auf den einzelnen Webseiten der Hochschulen und Institute einsehbar sein.

     

    7. Die Ziele der Bologna-Erklärung sind noch lange nicht erreicht. Ein Überarbeiten der bereits eingeführten Reform ist stetig erforderlich. Zusätzlich müssen in kurzen Abständen die Fortschritte und Entwicklungen reflektiert werden.

     

    II. Lernen für die Zukunft: Prioritäten in der Hochschulbildung für das kommende Jahrzehnt

    8. Die angestrebte Exzellenz und hohe Qualität der Hochschulen kann nur durch eine große finanzielle Investition des Staates gelingen, da Exzellenzinitiativen viel Geld benötigen, um sie längerfristig zu sichern. Auch die Erhaltung der Vielfalt der Bildungssysteme wird erheblich beeinträchtigt, wenn kleinere Fächer an Hochschulen nicht mehr unterrichtet werden, zunächst Professuren gestrichen und letztendlich die Institute geschlossen werden. Eine Zusammenlegung der kleinen Fächer kann sie zwar retten, aber nicht die Intensität des Studiums gewährleisten, die das Fach eigentlich benötigt. Viele kleinere Fächer leisten einen nicht zu unterschätzenden gesellschaftlichen Beitrag, der sich nicht immer in finanziellen Output messen lässt6.

     

    Soziale Dimension: Gerechtigkeit beim Hochschulzugang und bei der Vollendung des Studiums

    9. Die angestrebte Vielfalt der Studierenden ist nur gegeben, wenn es keine verschulten Strukturen gibt. Lehrangebote mit mehr Wahlmöglichkeiten müssen geschaffen werden, damit sich jeder individuell entwickeln kann. Dafür müssen die Hochschulen in den einzelnen Fächern ihren Studieninhalt konkret darstellen und zukünftigen Studierenden transparent diese Information zukommen lassen. Die Chancengleichheit ist vor allem durch den Zugang zum Studium bedingt7. Studiengebühren können diesen Zugang erschweren. Für die angemessenen Rahmenbedingungen zur Vollendung des Studiums müssen vor allem in den Masterstudiengängen konkrete  Studienordnungen entwickelt werde, damit die Studierenden Einsicht in die zu erwartenden Studieninhalte haben. Auch die Zulassungsvoraussetzungen müssen angeglichen werden. Hier könnte optionaler Bereich eingeführt werden, in dem Fähigkeiten, wie z.B. Sprachen, nachgeholt werden.

     

    Lebenslanges Lernen

    10. Für das lebenslange Lernen muss das Lernangebot der Hochschulen weiter ausgebaut werden. Kurse, die fachliche, methodische und soziale Kompetenz des Einzelnen fördern, müssen individueller auf jedes Studienfach zugeschnitten werden. Die Arbeitgeber und Hochschulen müssen gemeinsame flexible Bildungswege entwickeln, die den Studierenden eine qualitative Ausbildung ermöglichen. Teilzeitstudium oder eine größere Berufsbegleitung im Studium müssen geschaffen werden.

     

    11. Die Anerkennung von fachlichen Qualifikationen vor dem Studium oder neben dem Studium muss gewährleistet sein. Gerade bei einem Auslandssemester müssen die belegten Kurse vollständig anrechenbar sein. Auch ehrenamtliche Tätigkeiten sollten im Studium gefördert werden, da diese ebenso der beruflichen Qualifikation bzw. dem lebenslangen Lernen dienen und durch eine Nichtanerkennung die Motivation zur Weiterqualifikation sinkt.

     

    12. Der bis 2012 geplante Abschluss der Entwicklung von nationalen Qualifikationsrahmen sollte im Nachhinein mit allen Betroffenen an den Hochschulen reflektiert werden, um Probleme in der praktischen Umsetzung lösen zu können.

     

    Beschäftigungsfähigkeit

    13. Für hohe Qualifikation auf dem Arbeitsmarkt müssen praktische Tätigkeiten bei zukünftigen Arbeitgebern stark unterstützt werden. Durch das festgeschriebene Modulsystem im Bachelor und Master bleibt oftmals nur Zeit in den Semesterferien zur Absolvierung von Praktika8. Durch Hausarbeiten und Prüfungen wird diese Zeit nochmals eingeschränkt. Praktika dürfen jedoch nicht Stellen auf dem Arbeitsmarkt ersetzen. Ein großes Problem besteht darin, dass der Bachelorabschluss nicht für den beruflichen Einstieg auf dem Arbeitsmarkt ausreicht9. Akademische wie denkmalpflegerische Institutionen erkennen den Bachelor nicht als berufsqualifizierend an10. In den archäologischen Disziplinen ist das Erlernen der wissenschaftlichen Arbeit erst mit dem Master abgeschlossen. Eine Promotion ist sogar noch vorteilhafter für den beruflichen Einstieg in einem archäologischen Beruf11, es sei denn, der Arbeitgeber erhofft sich einen Kostenvorteil durch geringere Bezahlung gegenüber höher qualifizierten Abschlüssen. Ein Master muss folglich als Teil des Erststudiums anerkannt werden und jedem Bachelorabsolventen muss ein Masterplatz zur Verfügung stehen. Des Weiteren müssen Plattformen, auch für kleine Hochschulfächer, geschaffen werden, die zwischen dem Arbeitgeber und den Studierenden vermitteln und die Anforderungen konkret weitergeben.

     

    Studierendenzentriertes Lernen und der Lehrauftrag der Hochschulen

    14. Die Forderung nach hochqualifizierten, flexiblen und auf individuelle Bedürfnisse ausgerichteten Curricula muss in Zukunft stärker zwischen Lehrenden, Studierenden und Arbeitgebern erfolgen. Gerade eine hohe Beteiligung der Studierenden ist notwendig, da diese die Verbindung von Hochschule zum Arbeitsmarkt darstellen. Besonders ähnliche Fächer an verschiedenen Hochschulen sollten Kerncurricula entwickeln, damit eine gleiche Grundausbildung gewährleistet ist, aber die Spezialisierung und Förderung der individuellen Fähigkeiten nicht verloren geht. Durch diese Kerncurricula, die die Mindestanforderungen umfassen, kann auch der Übergang vom Bachelor zum Master erleichtert werden. Derzeit befinden sich noch viele Masterstudienordnungen in der Entwicklungsphase bzw. sind noch nicht akkreditiert worden. Der provisorische Charakter solcher Studienordnungen führt zu Verunsicherungen und organisatorischen Schwierigkeiten auf Seiten der Studierenden. Studienortwechsel werden erschwert, da sie einer längerfristigen Planung bedürfen. Auch Bachelorzeugnisse können nicht fristgerecht eingereicht werden, da sie zum Bewerbungszeitraum oftmals noch nicht ausgestellt wurden12. Kaum vorhandene Erfahrungswerte und Unklarheiten über die Anforderungen zeigen die Notwendigkeit umfassender Curricula, die es den Studierenden erlauben ihren Studienverlauf effektiv zu planen.

     

    Bildung, Forschung, Innovation

    15. Die Forderung des neusten Standes der Forschung und Entwicklung setzt voraus, dass die verwendete Technik der einzelnen Hochschuldisziplinen immer auf dem aktuelle Stand und jedem Studierenden zugänglich ist. In einem archäologischen Fach bedeutet das auch, dass die neuerworbenen Bücher der Bibliothek immer auf dem neusten Forschungsstand sind. Dies bedeutet für diese Institute einen hohen finanziellen Aufwand, der oftmals nicht vollständig aufgebracht werden kann. Die Erhebung von Studiengebühren kann das zwar abfedern, aber es führt auch zu einer starken finanziellen Belastung der Studierenden. Zusätzlich kommt das bezahlte Geld nicht vollständig beim eigenen Institut an. Auch durch die Zusammenlegung von ehemaligen Einzelfächern zu Fächerkombinationen im Bachelor und Master wurde zum einen Interdisziplinarität geschaffen, andererseits wurde dadurch das eigene Kernfach verschmälert, denn bestimmte Fächer gibt es im Monobachelor nicht.

     

    Internationale Offenheit

    16. Eine internationale Zusammenarbeit der Hochschulen wird durch nicht vergleichbare Studienangebote erschwert13, da die Studienordnungen nicht miteinander kompatibel sind und es schon schwierig ist auf nationaler Ebene im Bachelor oder Master zu wechseln. Durch Erasmusprojekte wird dieser Austausch zwar gefördert, aber ein problemloser Wechsel geht oft nur zwischen den Partnerhochschulen. Ein begrenztes Angebot der eigenen Hochschule und deren Partner schränkt den internationalen Austausch stark ein. Des Weiteren wird persönliches bzw. studentisches Engagement auf (inter-) nationaler Ebene wie z.B. im DASV e.V. durch verschulte Bachelor- und Mastersysteme zeitlich stark eingeschränkt, da die Entscheidung "Pflichtprogramm" oder "eigenes Engagement" zur Verbesserung der aktuellen Probleme zu treffen ist.

     

    Mobilität

    18. Als Studierende eines internationalen Studienfaches sind Archäologie-Studierende auf bessere Voraussetzungen hinsichtlich der Mobilität14 angewiesen15. Problematisch ist jedoch, dass in einem Bachelor- oder Masterstudiengang nur eine begrenzte Anzahl an Semester gegeben ist. Somit müssen die im Ausland erbrachten Studienleistungen auch von der eigenen Hochschule, an der bisher studiert wurde, anerkannt werden. Durch nicht kompatible Studienordnungen wird das stark erschwert. Alle Studierenden sollten die Möglichkeit haben, barrierefrei im Ausland zu studieren.

     

    19. Bei den strukturellen Möglichkeiten müssen Projekte wie Erasmus ausgebaut werden, damit jeder die Möglichkeit bekommt ins Ausland zu gehen. Der Informationstransport für ein Auslandsstudium muss noch erweitert werden. Sämtliche Informationen zum Auslandsstudium müssen auf den Webseiten der einzelnen Institute transparent vorhanden sein. Der Wechsel an jede beliebige Hochschule muss problemlos möglich sein, denn nur dann kann der individuelle Anspruch des Einzelnen gewährleistet werden. Mit vermehrtem Einsatz von Stipendien kann Finanzierungsproblemen entgegengewirkt werden.

     

    20. Um attraktive, internationale Arbeitsbedingungen und Karrieremöglichkeiten zu schaffen, müssen internationale Praktika und Projekte weiter ausgebaut werden, damit das zukünftige mobile Personal qualifiziert und sozial abgesichert ist. Unterkunft und Reisekosten vor Ort, vor allem bei Praktika, müssen durch eine angemessene Bezahlung finanziert werden können. Des Weiteren müssen auch die Kapazitäten der Sprachkurse an Hochschulen weiter ausgebaut werden, damit die Studierenden an dem Sprachkurs teilnehmen können, den sie belegen wollen und zeitlich belegen können, weil der Bachelor- und Masterstudiengang durch viele Pflichtkurse wenig Spielraum zum Erlernen von Fremdsprachen lässt. Das Erlernen der Sprache bei Auslandstätigkeiten ist jedoch unerlässlich.

     

    Datenerhebung

    21. Sämtliche Erhebungen von Daten müssen transparent allen zugänglich gemacht werden. Die Ergebnisse der Evaluationen von Lehrveranstaltungen sollten auch nach der Auswertung für Studierende einsehbar sein.

     

    Multidimensionale Transparenzinstrumente

    22. Bei den zu entwickelnden Transparenzinstrumenten für den Vergleich der Hochschulen müssen die Studierenden mehr Mitspracherecht besitzen und mehr in diesen Prozess mit eingebunden werden, da sie die wichtigsten betroffenen Akteure sind. Durchführungen von Evaluationen sind ein erster Schritt, reichen aber nicht aus.

     

    Finanzierung

    23. Die Forderung zu einem gleichberechtigten Zugang zur Hochschulbildung durch öffentliche Finanzierung, setzt akzeptable Studiengebühren voraus. Wenn Studierende den Heimatort verlassen, um an die Hochschule zu gehen, die ihnen das optimale Studium bietet, sind Studiengebühren nicht für jeden tragbar, da zusätzlich auch die Lebens- und Wohnungskosten getragen werden müssen. Modularisierte Stundenpläne machen die Studierenden für Nebentätigkeiten unflexibel und bringen sie in Konflikt mit dem zu leistenden Arbeitsaufwand. Wenn die Studierenden gezwungen sind nebenbei für ihren Lebensunterhalt zu arbeiten, ist der Abschluss in der Regelstudienzeit oft nicht mehr realisierbar16. Ein Ausbau von Stipendien würde diesem Problem entgegenwirken bzw. die staatliche Förderung der Hochschulen muss ausgebaut werden, damit Studiengebühren die Studierenden nicht belasten.

     

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    1 M. Horlemann, Die Situation der Studierenden der archäologischen Fächer in Deutschland, in: Mitteilungen des Deutschen Archäologenverbandes e.V., Jahrgang 40/2, 2009, 57.

    2 M. Horlemann, Die Situation der Studierenden der archäologischen Fächer in Deutschland, in: Mitteilungen des Deutschen Archäologenverbandes e.V., Jahrgang 40/2, 2009, 58.

    3 G. Petras - P. Lochmann, Protokoll der Podiumsdiskussion zum Thema "Welche Qualifikationen brauchen Bachelor- und Masterstudierende für den archäologischen Arbeitsmarkt?" auf dem 6. Deutschen Archäologenkongress (Mannheim 2008)

    4 M. Horlemann, Die Situation der Studierenden der archäologischen Fächer in Deutschland, in: Mitteilungen des Deutschen Archäologenverbandes e.V., Jahrgang 40/2, 2009, 58.

    5 S. Samida, Die neuen B.A. / M.A.- Studiengänge, in: M. K. H. Eggert (Hrsg.), Prähistorische Archäologie. Konzepte und Methoden (Tübingen 2008) 398.

    6 S. Samida, Die neuen B.A. / M.A.- Studiengänge, in: M. K. H. Eggert (Hrsg.), Prähistorische Archäologie. Konzepte und Methoden (Tübingen 2008) 380.

    7 M. Horlemann, Die Situation der Studierenden der archäologischen Fächer in Deutschland, in: Mitteilungen des Deutschen Archäologenverbandes e.V., Jahrgang 40/2, 2009, 60.

    8 D. Krausse - C. Nübold (Hrsg.), Discovering the Archaeologists of Europe (2008), 43.

    9 M. Horlemann, Die Situation der Studierenden der archäologischen Fächer in Deutschland, in: Mitteilungen des Deutschen Archäologenverbandes e.V., Jahrgang 40/2, 2009, 59-60.

    10 S. Samida, Die neuen B.A. / M.A.- Studiengänge, in: M. K. H. Eggert (Hrsg.), Prähistorische Archäologie. Konzepte und Methoden (Tübingen 2008) 400.

    11 D. Krausse - C. Nübold (Hrsg.), Discovering the Archaeologists of Europe (2008), 10; 48-48; 61.

    12 M. Horlemann, Die Situation der Studierenden der archäologischen Fächer in Deutschland, in: Mitteilungen des Deutschen Archäologenverbandes e.V., Jahrgang 40/2, 2009, 60.

    13 M. Horlemann, Die Situation der Studierenden der archäologischen Fächer in Deutschland, in: Mitteilungen des Deutschen Archäologenverbandes e.V., Jahrgang 40/2, 2009, 59.

    14 Ausführliche Information zur Mobilität: Kommission der europäischen Gemeinschaften (Hrsg.), GRÜNBUCH. Die Mobilität junger Menschen zu Lernzwecken fördern (Brüssel 2009).

    15 Deutscher Akademischer Austauschdienst / Bundesministerium für Bildung und Forschung (Hrsg.), Internationale Mobilität im Studium 2009 - Wiederholungsuntersuchung zu studienbezogenen Aufenthalten deutscher Studierender in anderen Ländern (Berlin 2009).

    16 Bundesministerium für Bildung und Forschung (Hrsg.), Die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden in der Bundesrepublik 2006 - 18. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks durchgeführt durch HIS Hochschul - Informations - System (Juni 2009).

    Leitlinien zum BA / MA-System

     

    Leitlinien für die Einrichtung des BA/MA-Systems in den archäologischen Wissenschaften des Dachverbands archäologischer Studierendenvertretungen (DASV e.V.)

     

    • Bachelor und Master zusammen sollten dem heutigen Magister gleichwertig sein. Dabei sollte im Bachelor-Studium eine solide Basis an Fachwissen und die Fähigkeit zum wissenschaftlichen Arbeiten vermittelt werden. Aufgrund der Halbwertzeit von Forschungsergebnissen und der kurzen Studiendauer ist die Fähigkeit zu wissenschaftlichem Arbeiten dabei wichtiger als das Fachwissen, zumal letzteres durch ersteres auch nach dem Studium angeeignet werden kann. Das Master-Studium sollte intensiver wissenschaftliches Arbeiten trainieren und Spezialisierungen ermöglichen.
    • Zulassungsvoraussetzung zum Bachelor sollte weiterhin das Abitur als Allgemeine Hochschulreife sein. Je nach Möglichkeit sollte auf einen NC verzichtet oder dieser sehr niedrig angesetzt werden, um möglichst vielen Bewerbern den Zugang zum Studium zu gewährleisten. Der hohen Zahl an Studienabbrechern oder Fachwechslern kann besser durch eine gute Aufklärung über die Inhalte des Studiums im Vorfeld entgegengewirkt werden, als durch spezifische Aufnahmeverfahren, die neben einem hohen bürokratischen Aufwand vor allem die Gefahr subjektiver Entscheidungen seitens der Lehrenden beinhalten.
    •  Zugangsvoraussetzung zum Master-Studium sollte ein abgeschlossenes Bachelor-Studium sein. Dabei ist ein Höchstmaß an Durchlässigkeit erforderlich: Jedem Bachelor-Absolventen muss der Zugang zu einem Master-Programm ermöglicht werden. Die Einführung allgemeinarchäologischer Studiengänge an einigen Universitäten darf zudem nicht zu einem Hindernis für Studierende werden, die nach dem Bachelor den Studienort wechseln wollen. Dies gilt besonders, da nur für wenige Studierende ein Wechsel der Universität innerhalb eines 6-semestrigen Bachelor-Studiums realisierbar sein wird.
    • Die Regelstudienzeit darf nur als Rahmen gesehen werden, innerhalb dessen unter optimalen Bedingungen das Studium absolviert werden kann. Eine Nicht-Einhaltung der Regelstudienzeit darf in keinem Fall zu repressiven Maßnahmen gegenüber Studierenden oder Instituten führen. Auch darf eine längere Studiendauer für den Bachelor nicht zu einer Verkürzung der für den Master vorgesehenen Zeit führen.
    • Das Master-Studium muss in jedem Fall als Teil des Erststudiums gewertet werden. Dies ist besonders relevant für die BAFöG-Förderungsmöglichkeiten und für eventuelle Gebühren. Studiengebühren werden für alle Phasen der wissenschaftlichen Ausbildung abgelehnt, da sie abschreckend und sozial selektierend wirken. Dies ist besonders in unseren Fächern gravierend, in denen von vielen Arbeitgebern die Promotion als erster wirklich berufsqualifizierender Abschluss angesehen wird.
    • Die anstehende Modularisierung der Studiengänge bringt aus ihrem System heraus eine gewisse Verschulung mit sich. Es sollte aber darauf verzichtet werden, jedes einzelne Modulbestandteil mit Prüfungen zu versehen, denn dies führt nur zu einer Überlastung der Studierenden, nicht aber zu einer Verbesserung der Lernergebnisse und ist überdies in den Rahmenvorgaben auch nicht gefordert. Zudem muss darauf geachtet werden, dass genügend Freiräume zur individuellen Gestaltung des Studiums entsprechend den Interessen der Studierenden bleiben.
    • Positiv wird die Einführung eines Optionalbereiches betrachtet, da dieser es den Studierenden ermöglicht, flexibel entsprechend ihren Neigungen ihr Studium zu ergänzen. Dabei sollte es aber freigestellt sein, ob der Optionalbereich zur Vertiefung des eigenen Faches oder zur Aneignung fachferner Qualifikationen wie etwa Fremdsprachen genutzt wird.
    • Die Promotion muss als erste Phase des wissenschaftlichen Arbeitens gelten und nicht als dritte Phase des Studiums.
    • Die umfassende Beteiligung der Studierenden an der Gestaltung der neuen Studiengänge ist zu gewährleisten. Es kann nicht angehen, dass teilweise kurz vor der Pensionierung stehende Professoren über die Zukunft des Studiums entscheiden, ohne die Betroffenen ausreichend einzubeziehen. Ebenso wie bei der Erarbeitung der Studienordnungen müssen Vertreter der Studierenden auch in die Gestaltung der Lehrpläne einbezogen werden, und zwar schon bei der Planung und nicht erst bei der Verabschiedung.

     

    Erstellt im September 2008.

    Auswertung der Podiumsdiskussion in Kiel

     

    ‚Master als Herausforderung? Wissenschaft – Qualifikation – Arbeitsmarkt’

     

    Die erste Aufregung um die Studienreform hat sich gelegt. Gewichen ist sie der Hektik einer täglichen Unsicherheit und permanenter Umsetzungsschwierigkeiten. Mittlerweile haben sich die Bachelorstudiengänge an den meisten deutschen Hochschulen etabliert. Modularisierte Lehre und ein differenziertes Punktesystem gehören zum studentischen Alltag. Sicherlich wäre es vermessen, die Einführung einer politisch hochgelobten Universitätsreform ohne kleinere Probleme zu verlangen. Doch was ist aus der hohen Erwartungshaltung seitens des Staates, der Fokussierung auf angelsächsische Vorbilder und den Studierenden geworden? Gerade bei letzteren stellt sich die Frage nach ihren persönlichen Erfahrungen mit den neuen Studiengängen und ob sie demnach Opfer oder Gewinner sind.

     

    Um eine Zwischenbilanz zu ziehen und um Erwartungen und Ansprüche an ein Masterprogramm zu formulieren, hat der Dachverband archäologischer Studierendenvertretungen (DASV e.V.) Mitte November 2007 Vertreter der Hochschulen, Berufsverbände und private Dienstanbieter zu einer Podiumsdiskussion nach Kiel eingeladen1.

     

    Thema der Veranstaltung war die Konzeption von archäologischen oder altertumswissenschaftlichen Masterstudiengängen und das daraus resultierende Spannungsfeld von Vermittlung sinnvoller Qualifikationen, Anforderungen des Arbeitsmarktes und Problemen in der praktischen Umsetzung.

     

    Was hat die Bestandsaufnahme für den Bachelor ergeben? Hier scheint sich eine recht positivistische, um nicht zu sagen, zynische Sichtweise breitgemacht zu haben. Immer wieder, sobald keine Perspektiven aufgezeigt werden können, wird der Vergleich mit der Vergangenheit bemüht: sicherlich war die Diskussion in den 70er Jahren mit der Umstellung auf die Magisterabschlüsse ähnlich, sicherlich wurde auch diese Reform vor dem ängstlichen Hintergrund der unsicheren Perspektiven geführt, aber der Bachelor – Abschluss ist im Gegensatz zu dem Magister in keiner Weise berufsqualifizierend, er bietet lediglich einen Hochschulabschluss mit einem jungen Absolventen. Gerade dieser Umstand wird dann als prinzipieller Vorteil verkauft. So besteht nach einem BA – Studium die, zumindest theoretische, Möglichkeit der Umorientierung. Wie genau ein solcher Wechsel aussieht, bleibt zum gegenwärtigen Zeitpunkt unklar. Gleich bleiben die Mechanismen in einem solchen Fall: wenn niemand weiß, wofür ein solches Studium gut ist, wird die freie Wirtschaft als Heilsbringer instrumentalisiert und die BA – Absolventen zumindest hypothetisch dort beruflich platziert. Ob dies zutrifft, muss die Zukunft zeigen.

     

    Für alle anderen, die das Selektionsverfahren Bachelor überlebt haben, beginnt danach ein universitäres Roulette. Bislang herrscht bei den von der Politik geforderten Zugangsbeschränkungen zum Master Unklarheit. Ist die Endnote Zulassungskriterium für ein Masterprogramm und wenn ja, wie viele Plätze werden dafür angeboten? Soll ein Auswahlgespräch oder eine schriftliche Bewerbung mit darüber entscheiden, oder findet eine Einzelfallprüfung statt, auch wenn dann die Gefahr intransparenter Präzedenzfälle besteht?

     

    Für den Studierenden bedeutet das im schlimmsten Fall, nicht mehr seine persönlichen, wissenschaftlichen Schwerpunkte und Interessen verfolgen zu können, sondern seine Wahl gemäß dem bestehenden Angebot treffen zu müssen; in der Regel wohl auch nach mehr oder weniger diffizilen Verhandlungen mit Lehrstuhl und Verwaltung der jeweiligen Universität.

     

    So entpuppt sich die im Zuge des Bolognaprozesses betriebene Modularisierung der Lehre, die einen problemlosen Wechsel der Hochschule mit wenig Verwaltungsaufwand national oder auch international anstrebt, in der Praxis als schwer zu überwindendes Hindernis. Gerade bei im Detail unterschiedlich konzipierten Studiengängen zeigt sich, dass die von der Universitätsverwaltung gemachten Vorgaben im studentischen Alltag zu gravierenden Konflikten führen können. Der Wechsel der Hochschule (mittlerweile sicherlich auch abhängig von den Studiengebühren) beinhaltet fast immer eine Verlängerung der Studienzeit sowie Einschränkungen bei der Anrechnung bisher erbrachter Studienleistungen. Logische Konsequenz daraus ist ein Studienortwechsel frühestens nach dem BA mit äquivalenten Schwierigkeiten. Hinzu kommt der oftmals geforderte Nachweis des Latinums und Graecums für ein Masterprogramm. Fraglich dabei ist, wie und wann die Sprachen erlernt werden können. Ein sechssemestriges BA-Studium bietet genauso wenig Zeit, wie ein zweijähriger Master, zumindest für den Fall, dass die alten Sprachen erst zum Abschluss nachgewiesen werden müssen.

     

    Und selbst wenn am Ende einer Hochschulausbildung der Mastertitel steht, wofür qualifiziert er? Gerade in diesem Punkt treffen Erwartung und Ergebnis konträr aufeinander. Während die Universitätsdozenten im Master eine wissenschaftliche Spezialisierung und Vorbereitung auf den PhD sehen, beurteilen das potentielle Arbeitgeber skeptischer. Sie fordern letztendlich eine flexible, d.h. nicht zu spezifische Ausbildung mit berufsbezogenen Qualifikationen, die wenig mit einer geisteswissenschaftlichen Ausrichtung zu tun haben, sondern eher im betriebswirtschaftlichen Bereich anzusiedeln sind und wohl auch erst mit dem Einstieg in das Berufsleben erworben werden können. Praxisnähe, wie sie anfangs gefordert wurde, ist für die Altertumswissenschaften nur rudimentär und abhängig von dem individuellen Engagement der Studierenden zu erwarten.

     

    Hier besteht wohl zwischen Ausbilder und Arbeitgeber eine der größten Diskrepanzen. So soll von Seitens der Universität der Studierende während des Masters eine spezifische, wissenschaftliche Fachausbildeung erhalten, mit individueller Schwerpunktbildung und Integration verschiedener Optionalmodule, während der Arbeitsmarkt einen breit angelegten Studiengang fordert. Das ist dann genau der Zeitpunkt, wo von unternehmerischer Seite der Ruf nach der Öffnung der Hochschulen für die Wirtschaft laut und eine Einbindung in die universitäre Ausbildung gefordert wird. Außeruniversitäre Arbeitgeber wünschen sich von den Absolventen Kenntnisse bei der Antragsstellung von Projekten oder eher praktisch orientierte Fertigkeiten wie dem Umgang mit Geoinformationssystemen (GIS), Grabungs- oder Vermessungstechnik.

     

    Doch die spezifische Ausrichtung des Masters resultiert auch aus ganz anderen Gründen. Hervorgerufen durch eine präsidiale Diktatur mit einer latenten Ignoranz gegenüber den Orchideenfächern hängt bei einer allgemeinen Konzeption wie beispielsweise übergreifenden altertumswissenschaftlichen Studiengängen immer wieder das Damoklesschwert der Stellenstreichungen über den jeweiligen Lehrstühlen. Insofern wird ein Masterprogramm als identitäts- und profilschaffendes Instrument angesehen, das eine Zusammenlegung von Fächern ausschließt. Interdisziplinäres Wissen soll dann über einen frei wählbaren Optionalbereich erworben werden, obwohl auch hier die Grenzen der Kapazität schnell erreicht werden können und ein solches Vorgehen durch Zeitkollisionen stark eingeschränkt sein wird. Die Frage für den Studierenden lautet dann – wie auch beim Bachelor-Studium – nicht mehr, was interessiert mich oder was ist für mich weiterführend, sondern welche Veranstaltung passt noch in meinen Stundenplan.

     

    Eine ähnliche Situation ergibt sich bei einem Wechsel an eine ausländische Hochschule. Für den BA ist wegen der konsekutiven Module nur ein zweisemestriger Aufenthalt möglich, will man nicht ein halbes Jahr verlieren. Einstellen müssen sich die Studierenden jedoch darauf, dass sie um die Anrechnung jedes credit points und jeder Veranstaltung kämpfen müssen. Eine Lösung würde hier in einem für den Master vorgesehenem Austauschprogramm liegen, bei dem ein komplettes Modul bzw. ein ganzes Semester an eine andere Hochschule ausgegliedert wird. In wie weit das jedoch in der Praxis durchsetzbar ist, muss sich zeigen.

     

    Unsicher ist bisher auch, ob die Bolognareform letzten Endes wirklich zu einer Verkürzung der Studienzeit führen kann. Selbst wenn ein BA und MA Studium problemlos und engagiert betrieben wird, ergeben aus heutiger Sicht die zeitintensiven Prüfungsleistungen und Anforderungen eine Verlängerung der Studiendauer und zusätzlich einen erheblichen Mehraufwand der Hochschullehrer. Hier bietet auch eine mögliche Direktpromotion nach dem BA keine Lösung. Vielmehr würde das einen Rückschritt bedeuten und die Hochschulreform gänzlich ad absurdum führen.

     

    Einen Ausweg daraus könnte ein modifiziertes zweistufiges System bieten: im Idealfall würde der BA-Absolvent, ausgestattet mit unterschiedlichen Methoden und Grundlagenwissen, Berufserfahrung an Institutionen wie beispielsweise Denkmalamt oder Museum sammeln und im Anschluss daran ein Masterprogramm zur wissenschaftlichen  Spezialisierung durchlaufen.

     

    Alles in allem bleibt aus studentischer Sicht von den politischen Vorschusslorbeeren der Bolognareform nicht viel übrig. Die internationale Vergleichbarkeit ist mit der Modularisierung und Uniformität der Lehre über einen qualitativen Verfall erzwungen worden. Restriktive Vorgaben haben die Flexibilität und Mobilität der Studierenden stark eingeschränkt. Auch eine praxisorientierte Ausbildung ist durch den eng gesteckten zeitlichen Rahmen nicht oder nur ansatzweise zu erreichen, ebenso wie eine persönliche Schwerpunktbildung. Der Zusammenschluss zu altertumswissenschaftlichen Zentren und übergreifenden Abschlüssen gewährt lediglich eine Grundlagenausbildung, die rudimentäres wissenschaftliches Arbeiten mit allgemeinen Kenntnissen kombiniert. Erst für ein Masterprogramm ist eine Vertiefung und Spezialisierung vorgesehen, dessen Zulassungskriterien nach wie vor subjektiv und intransparent sind. Die Frage, wofür ein Bachelorabschluss in der beruflichen Realität qualifiziert, bleibt in den archäologischen Disziplinen nach wie vor unbeantwortet. Was bleibt, ist die Hoffnung an einem konsekutiven Masterprogramm teilzunehmen.

     

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    1An dieser Stelle möchten wir ganz besonders den Teilnehmern der Podiumsdiskussion für Ihre Gesprächsbereitschaft danken: Frau Prof. Dr. Fless (FU Berlin, Vorsitzende des DArV), Herrn Prof. Dr. J. Müller (Christians - Albrechts - Universität Kiel), Herrn Dr. G. Ermischer (Vorsitzender DGUF, Leiter spessartprojekte.de), Frau R. Günther M. A. (Universität Hamburg, Lehrkraft für besondere Aufgaben), Frau A. Beyer (BA - Studentin HU Berlin), Herrn S. Fücker (BA - Student Universität Mainz).

    Der Bologna-Prozess in den archäologischen Disziplinen - eine Zwischenbilanz

     

    Dieser Artikel ist im Rahmen der Bundesfachschaftentagung (BuFaTa) Archäologie entstanden, die vom Dachverband archäologischer Studierendenvertretungen e.V. (DASV e.V.) in Leipzig im April 2007 ausgerichtet wurde. Er basiert auf einen im Jahre 2004 verfassten Artikel, der 2005 in den Archäologischen Informationen (AI 2/2005) erschienen ist sowie auf den Ergebnissen einer in Leipzig stattgefundenen Vortrags- und Diskussionsrunde zum Thema.

     

    Wir haben nun seit einigen Semestern Erfahrungen mit Bachelorstudierenden sammeln können. Dabei zeigten sich Probleme, wie sie schon im oben genannten Artikel prophezeit wurden. Zum Teil traten diese verstärkt auf bzw. es kamen neue und unvorhergesehene hinzu.

     

    Dieser Artikel soll zum einen auf die Missstände aufmerksam machen aber auch Lösungsvorschläge anbieten. Darüber hinaus sehen wir dringenden Aufklärungs- und Handlungsbedarf, da offensichtlich immer noch nicht alle Dozenten den Prozess vollständig verstanden zu haben scheinen. Dies betrifft sogar diejenigen, die schon Bachelorstudierende unterrichten.

     

    Alle hier aufgeführten Kritikpunkte und Denkanstöße sind durch ihre Komplexität sehr eng miteinander verknüpft. Das macht ihre Einzelformulierungen schwierig, aber gerade deshalb auch notwendig. Wir haben versucht, die Punkte einzeln aufzuführen, die einzige allumfassende Lösung kann jedoch nur in der Zusammenarbeit aller Beteiligten gefunden werden.

     

    Da wir als Studierende in die Materie involviert sind und daher einen intensiveren Zugang haben, müssen unsere Meinungen gehört und als konstruktiv angesehen werden.

     

    Das heißt, dass einerseits die Verantwortlichen für die Erstellung der noch ausstehenden Masterordnungen und Philosophae Doctor (PhD)-Programme sich unserer Mitarbeit nicht verschließen dürfen. Andererseits ist es aber auch Aufgabe der Studierenden, sich aktiv in die Konzeption einzubringen.

     

    Im Folgenden werden die markantesten Kritikpunkte aufgeführt:

     

    Die Vergleichbarkeit ist zwar nun durch die einheitliche Bezeichnung der Abschlüsse EU-weit gewährleistet, jedoch unterscheiden sich Inhalte, Modulkonzeptionen und Anforderungen völlig von Studiengang zu Studiengang. Ein Blick in die verschiedenen archäologischen Bachelorstudien und Prüfungsordnungen zeigt eklatante Unterschiede.

     

    So existieren unterschiedliche Prüfungsanforderungen, die zur Folge haben, dass Studierende bei denen jede einzelne Veranstaltung mit einer Prüfung belastet ist, einen deutlich höheren Aufwand zu bewältigen haben als jene, die nur eine Prüfung pro Modul absolvieren müssen. Entsprechend schlechtere Leistung der Studierenden sind vorprogrammiert, obwohl alle Prüfungsergebnisse für die Abschlussnote relevant sind.

     

    Aufgrund dieser unterschiedlichen Leistungsanforderungen ist ein Wechsel des Hochschulorts während des Bachelorstudiums nicht sinnvoll bis unmöglich. Wohingegen ein Hochschulwechsel zwischen Bachelor- und Masterstudium theoretisch möglich ist, da der akademische Titel des Bachelor einheitlich und überall anerkannt ist. Hier ergeben sich jedoch andere Probleme: Die Konsekutivität, die z. B. für Studiengebühren oder einem Auslandsaufenthalt relevant ist, kann nach wie vor nicht an allen Hochschulstandorten gewährleistet werden. Inhaltliche Differenzen und unterschiedliche Sprachanforderungen können bei dem Wunsch nach inhaltlicher Neuorientierung hinderlich sein.

     

    Schwerwiegender ist jedoch der bisherige deutschlandweite Mangel an Masterprogrammen, der einen Wechsel zum jetzigen Zeitpunkt persifliert. Beispielsweise haben die Verantwortlichen in Mainz leider vergessen vorausschauend zu planen und einen nahtlosen Übergang zu gewährleisten. Nur in Einzelfällen, vor allem bei Master-Aufbaustudiengängen die keinen eigenen Bachelor ausbilden, zeigt sich bisher, dass eine inhaltliche Neuorientierung ermöglicht werden kann. Auf der Grundlage von Learning Agreement oder Diploma Supplement werden durch persönliche Absprachen zwischen Dozenten und Kandidaten Einzelfallregelungen vereinbart. In Zukunft werden mit dem Wegfall der Magisterstudiengänge und der Flut von Bachelor-AbsolventInnen keine individuellen Lösungen in dem Umfang mehr möglich sein.

     

    Trotzdem muss jegliche Kombination von archäologischen Bachelor-, Master- und PhD-Ordnungen gewährleistet werden. Hinzu kommt, dass es Zulassungsbeschränkungen für Master-Programme gibt oder diese in Planung sind, von denen zu erwarten ist, dass sie variieren werden. Da sie von Landesregierungen vorgegeben werden und sich darüber hinaus von Fachbereich zu Fachbereich unterscheiden, ist die Situation sehr unübersichtlich.

     

    Allerdings besteht gerade hier noch die Möglichkeit der Einflussnahme von Studierenden, da an vielen Hochschulstandorten die endgültige Ausarbeitung noch ansteht.

     

    Jedem Bachelorabsolvent sollten auf der Grundlage seiner Ausbildung diverse Optionen offen stehen. So sollte er einerseits eine akademische Laufbahn einschlagen, andererseits sowohl in einem archäologischen als auch in einem anderen Berufsfeld einen Arbeitsplatz bekommen können.

     

    Ein weiteres nicht zu unterschätzendes Problem ist, dass nicht jedes Institut aufgrund seiner Personalstärke jede der drei Abschlussmöglichkeiten (Bachelor, Master und PhD) anbieten kann. Gerade so genannte „Ein-Professor-Lehrstühle“ sind auf Kooperationen und übergreifende Modulgestaltungen angewiesen. Jedoch zeigt es sich nun, dass vielerorts diese Kapazitätsberechnungen nicht oder nur unzureichend durchgeführt wurden.

     

    Es ist natürlich wünschenswert, wenn sämtliche archäologischen Institute vielfältige Abschlüsse anböten. Dessen ungeachtet muss immer die tatsächliche Personalkapazität berücksichtigt werden, um den Studierenden die bestmögliche Betreuung zu gewährleisten.

     

    Stellenstreichungen und Institutsschließungen sind nicht nur aus studentischer, sondern auch aus wissenschaftlicher Sicht inakzeptabel. Nichtsdestotrotz ist die mit der Erstellung neuer Lehrangebote einhergehende Innovation grundsätzlich positiv zu bewerten. Doch bei Zusammenlegungen und Kooperationen muss darauf geachtet werden, dass diese auch inhaltlich funktionieren und nicht nur auf dem Papier existieren. Freiwillige und produktive Zusammenschlüsse eröffnen bisher ungeahnte Perspektiven in archäologischen Fachbereichen. Zwangsvereinigungen bringen keine inhaltlichen Fortschritte, sondern nur noch mehr Unmut über die neuen Systeme. Dabei dürfen persönliche Antipathien sinnvollen Verbindungen nicht im Wege stehen. Im Hinblick auf die Studierenden sollten die Angebote in attraktiven Symbiosen dargeboten werden.

     

    In Bezug auf die Berufsaussichten eines Bachelorabsolventen ist nach wie vor offensichtlich, dass der Arbeitsmarkt immer noch nicht auf die neuen Hochschulabschlüsse reagiert. Offensichtlich haben sich bisher aus den potenziellen Arbeitgeberkreisen immer noch zu wenige Instanzen Gedanken über den Bologna-Prozess und dessen Folgen gemacht. In naher Zukunft werden Magisterabsolventen nicht mehr für den Arbeitsmarkt zu Verfügung stehen. Deshalb muss sich der Arbeitsmarkt den neuen Abschlüssen zwangsläufig öffnen. Eine Annäherung zwischen den neuen universitären Ausbildungen und den Erwartungen der Arbeitgeber muss stattfinden. Inwieweit sie dabei aufeinander zugehen, ist kontrovers zu diskutieren. Dazu zählt vor allem auch die Chance der Schaffung neuer Arbeitsfelder und Berufskonzepte, die erkannt, ergriffen und produktiv umgesetzt werden müssen.

     

    Diese Zwischenbilanz zeigt, dass viele Problemfelder, obwohl sie vorhersehbar und bekannt waren, nicht ausreichend thematisiert wurden. Hochschullehrende und Studierende sind in der Pflicht, noch ausstehende Masterstudiengänge und PhD-Programme bestmöglich zu entwickeln. Fehler, wie sie vielerorts bei der Einführung und Umsetzung von Bachelorstudiengängen gemacht wurden, dürfen sich nicht wiederholen. Jeder Einzelne, ob Studierender oder potenzieller Bewerber, muss sich genau überlegen, was er studieren will und sein Wissen mit den Anforderungen der angebotenen Studiengänge abgleichen. Potentielle Studienanfänger sind angehalten, sich mit ihren Perspektiven schon frühzeitig auseinanderzusetzen. Dies funktioniert jedoch nur, wenn der Informationsfluss von der Hochschule zum Bewerber gegeben ist und eine gleichberechtigte Diskussion zwischen allen Beteiligten stattfindet.

     

    Erstellt im April 2007.

    Weiterführende Lektüre zum Bologna-Prozess

    Hier findet ihr nützliche Links und Artikel, die Euch über den Bologna-Prozess informieren.

     

    Bundesministerium für Bildung und Forschung

    EU-Kommission zum Bologna-Prozess

     

    • M. Horlemann, Die Situation der Studierenden der archäologischen Fächer in Deutschland, Sonderdruck aus: Mitteilungen des Deutschen Archäologen-Verbandes e.V., Jahrgang 40, 2009/2, 56-62
    • S. Samida, Die neuen B.A. / M.A.- Studiengänge, in: M. K. H. Eggert (Hrsg.), Prähistorische Archäologie. Konzepte und Methoden (Tübingen 2008)
    • Petra Wodtke, Die Beschäftigung des DASV mit dem Bologna-Prozess. Eine Erfolgsgeschichte?, in: Mitteilungen des Deutschen Archäologen-Verbandes 39,
    • 2008/2, 45-49
    • D. Krausse - C. Nübold (Hrsg.), Discovering the Archaeologists of Europe (2008)
    • Julian Belz, Caroline Bleckmann, Birthe Haak, Arne Homann, Mitja Horlemann, Barbara Köstner, Petra Wodtke, Der Bologna-Prozess in den archäologischen Wissenschaften  - Ein Blick auf die Entwicklungen aus studentischer Perspektive. Arch. Inf. 28, 2005, 105-110
    • D. Brandherm, Was wird alles anders? Bemerkungen zu Theorie und Praxis modularisierter Studiengänge in der Archäologie. Arch. Inf. 26, 2003, 381-387
    • F. Siegmund, Alles wird anders! Die Einführung von Bachelor- und Masterabschlüssen im Bereich der Ur- und Frühgeschichte. Arch. Inf. 26, 2003, 143-150
    • C. S. Sommer, Bachelor und Master: Und jetzt? Arch. Inf. 26, 2003, 390-391
    • Arbeitsgemeinschaft „Studienreform“ des DArV e.V.:  http://darv.de/arbeits-gemeinschaften/studienreform/
  • Promotion

    Jeder Studierende steht am Ende seines Studiums vor der Entscheidung, soll ich mich an eine Promotion wagen oder nicht. Besonders in der Archäologie ist die Promotion für die berufliche Zukunft nahezu unverzichtbar und bei fast allen ausgeschriebenen Jobangeboten ein Bestandteil der Bewerbungsvoraussetzungen. Die Arbeitsgruppe "Promotion" möchte den Studierenden eine erste Orientierungsmöglichkeit auf dem Weg zur Promotion bieten. Für zukünftige Absolventen und Absolventinnen sollen vielfältige Informationen gesammelt und bereitgestellt werden, die über diverse Angebote rund um die Promotion informieren. Anregungen und Erfahrungsberichte von Promovierenden, Wünsche und Vorstellungen von Studierenden sollen gesammelt sowie kritische Aspekte und Probleme, wie zum Beispiel Finanzierung und soziale Absicherung, während der Promotion, diskutiert werden.

     

    Die Themenfelder, die die AG bearbeiten möchte, sind:

     

    • Welche Promotionsmodelle gibt es? Was heißt individuelle bzw. traditionelle Promotion oder strukturierte Promotion?
    • An welcher Hochschule oder an welchem Kolleg kann welches Modell absolviert werden? Wie sehen im Einzelnen die Rahmenbedingungen dafür aus?
    • Welche Möglichkeiten gibt es, um den Lebensunterhalt, Reisekosten für Forschungsaufenthalte etc. während der Promotion zu finanzieren?
    • Weitere Ideen, Anregungen, Kritik zur Arbeitsgruppe "Promotion" können auch im Forum des DASV, in dem die AG einen eigenen Bereich besitzt, diskutiert werden. Wir freuen uns sehr auf Deine aktive Mitarbeit.

     

    Kontakt zur Arbeitsgruppe: ag_promotion(at)dasv-ev.org

     

     

     

    Promotionsmodelle

    Promotionsorte

    Themensuche

    Finanzierung

    Umfrage

    Lektüre

    Die verschiedenen Promotionsmodelle in der Archäologie

     

    Im deutschsprachigen Raum gibt es mehrere Modelle, in deren Rahmen die Promotion durchgeführt werden kann. Prinzipiell wird zwischen der individuellen und der strukturierten Promotion unterschieden.

     

    Die individuelle bzw. strukturierte Promotion:

    Bei der individuellen bzw. traditionellen Promotion sucht sich der  Doktorand bzw. die Doktorandin eigenständig ein Thema und habilitierte Betreuung. Häufig wird auch ein Arbeitsthema vorgeschlagen oder in Gesprächen entwickelt.

     

    Die Bearbeitung der wissenschaftlichen Arbeit erfolgt in der Regel allein oder in Zusammenarbeit mit weiteren Doktoranden verwandter Themengebiete entweder an der der Universität selbst oder an einer außeruniversitären Einrichtung (z.B. Forschungsinstitute, Projekte oder Institutionen, die nicht unmittelbar mit der Hochschule verbunden sind).

     

    Die Dauer der individuellen Promotion hängt sowohl von der Finanzierung, dem Umfang des Themas sowie von der eigenen Arbeitsweise ab. Im Schnitt beträgt die Promotion drei bis fünf Jahre.

     

    Weitere Informationen zur Individualpromotion:

    https://www.daad.de/deutschland/promotion/doktoranden/de/14754-individuelle-promotion/

    http://www.academics.de/wissenschaft/traditionell_promovieren_36202.html

     

    Die strukturierte Promotion

    Bei der strukturierten Promotion handelt es sich um ein klar vorgegebenes System mit einem Curriculum, das meistens auf drei bis vier Jahre angelegt ist. In diesem Modell arbeiten mehrere Doktoranden fächerübergreifend zusammen und sie werden von mehreren Personen betreut.

     

    Die strukturierten Promotionsstudiengänge sind thematisch vorgefertigt und meist interdisziplinär ausgerichtet. Die diversen Angebote besitzen eine unterschiedliche Ausstattung in der Finanzierung, im Personal und im Bereich weiterer Ressourcen.

     

    Die strukturierten Promotionen sind häufig in den Graduiertenkollegs oder Graduiertenschulen angesiedelt.

     

    Weitere Informationen zur strukturierten Promotion:

    http://www.academics.de/wissenschaft/strukturierte_promotionsprogramme_36201.html

    https://www.daad.de/deutschland/promotion/doktoranden/de/14755-strukturiert-promovieren/

    Übersicht der Promotionsmöglichkeiten

     

    Im deutschsprachigen Raum gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten die Promotion zu verwirklichen. Diese Zusammenstellung soll zukünftigen Promovierenden archäologischer Disziplinen helfen, sich im Dschungel der Möglichkeiten zurechtzufinden.

     

    Übersicht der Promotionsmöglichkeiten in Österreich

    Diese Zusammenstellung wird stetig ergänzt und aktualisiert, da sich Curricula, Angebote etc. über die Jahre ändern können.

     

    Graz:

    Doktoratsstudium der Philosophie an der Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Karl-Franzens-Universität Graz

    Curriculum

     

    Doktoratsprogramm "Antike Kulturen des Mittelmeerraums"

    weitere Infos: hier

     

    Innsbruck:

    "Doctor of Philosophy"-Doktoratsstudium Archäologien an der Philosophisch-Historischen Fakultät der Universität Innsbruck

    Curriculum

     

    Salzburg:

    Doktoratsstudium an der Kultur- und Gesellschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg

    Curriculum

    weitere Infos: hier

     

    Wien:

    Doktoratsstudium der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät

    DoktorandInnenzentrum

    Infoblatt

     

    Initiative College for Archaeological Prospection

    weitere Infos: hier

     

     

    Übersicht der Promotionsmöglichkeiten in der Schweiz

    Diese Zusammenstellung wird stetig ergänzt und aktualisiert, da sich Curricula, Angebote etc. über die Jahre ändern können.

     

    Basel:

    Doktoratsprogramm der Basler Altertumswissenschaften

    weitere Infos: hier

    Ordnung der Philosophisch-Historischen Fakultät der Universität Basel für die Promotion: hier

     

    Bern:

    Doktoratsprogramm "Gender Studies"

    weitere Infos: hier

     

    Graduate School at the Institute of Advanced Study in the Humanities and the Social Sciences (GS@IASH) - Graduate School der Phil.-hist. Fakultät

    weitere Infos: hier

     

    Zürich:

    Doktoratsstufe der Philosophischen Fakultät der Universität Zürich

    Curriculum

    weitere Infos: hier

    Der Weg zum eigenen Thema

     

    Wer eine Promotion schreiben möchte, wird sich neben den Fragen der Finanzierung und in welchem Rahmen promoviert werden kann auch mit der zentralen Frage des zu bearbeitenden Themas auseinandersetzen müssen.

     

    Um ein geeignetes Thema zu finden, welches den Ansprüchen einer Promotion gerecht wird, ist eine gründliche Themenrecherche von Nöten, damit Anträge zur Promotion nicht daran scheitern, dass bereits dazu promoviert wurde bzw. gerade ein anderer Promovierender über das gewünschte Thema schreibt.

     

    Dementsprechend ist es sinnvoll eine gute Literaturrecherche vorabzuleisten. Hier findet Ihr ein paar Empfehlungen für solche Recherchen:

     

     

    Ein Problem bei der Themenfindung ist leider die Einsicht darüber, welche Themen gerade aktuell wo laufen. Einige Hochschulen verweisen auf laufende Dissertationen auf ihrer Institutsseite. Auch archäologische Berufsverbände wie beispielsweise der Deutsche Archäologen-Verband e.V. (DArV) veröffentlichen aktuelle Dissertationsvorhaben in ihren Mitteilungen. Diese Listen sind ebenfalls für eine Recherche heranzuziehen. Wie vollständig diese Listen sind, hängt jedoch von der jeweiligen Institution ab.

    Die Finanzierung der Promotion

     

    Ein wesentlicher Aspekt bei der Planung eines Promotionsvorhabens ist die Frage nach Finanzierungsmöglichkeiten, da der Lebensunterhalt und eventuell zusätzlich anfallende Kosten gesichert sein müssen.

     

    Im deutschsprachigen Raum gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, um eine Promotion zu finanzieren. Diverse Institutionen vergeben mit unterschiedlichen Voraussetzungen individuelle Stipendien, auf die man sich bewerben kann. Diese können mit einer Vielzahl von Anträgen auf Zuschüssen (z.B. Reisekosten für Forschungsaufenthalte) kombiniert werden. Wer an einem strukturierten Promotionsstudiengang teilnimmt, hat u.U. auch eine finanzielle Förderung gleich mit dabei. Eine weitere Alternative ist das Jobben während der Promotion.

     

    Jede Finanzierungsmöglichkeit hat jedoch Vor- und Nachteile. Es gilt daher genauestens zu prüfen, welche Finanzierungsmöglichkeit für einen selbst am besten geeignet ist.

     

    Eine erste Übersicht über diverse Stipendienmöglichkeiten und deren Voraussetzungen findet Ihr hier.

     

    Clevere Datenbanken für Stipendien, Promotionsstellen etc., die aktuelle Angebote aufzeigen findet Ihr hier:

     

    Stipendienlotse

    Promotionsangebote auf academics.de

    Österreichische Datenbank für Stipendien und Forschungsförderung

    Stipendiendatenbank des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes

     

    Die Situation Promovierender in den archäologischen Wissenschaften im deutschsprachigem Raum (Onlinepublikation Februar 2015)

     

    2012 hat sich in Berlin die Arbeitsgruppe „Promotion“ im Dachverband Archäologischer Studierendenvertretungen e.V. (DASV) gegründet. Gemeinsam haben wir uns zum Ziel gesetzt Studierenden eine erste Orientierung auf dem Weg zur Promotion zu geben, die unterschiedlichen Promotionsmodelle zu diskutieren wie auch auftretende Probleme zu thematisieren.

     

    In diesem Zusammenhang führten wir eine Umfrage durch, um die Situation der Promovierenden in den archäologischen Situationen näher zu hinterfragen.

     

    Hier geht es zum Ergebnis der Studie.

     

    Neben den Autoren der Studie Alina Beyer, Thimo Brestel und Silke Krause sei auch den fleißigen Korrektoren für die Hinweise bei der Ausarbeitung der Umfrage gedankt. Besonderen Dank gilt Tobias Espinosa, Johannes Reiter, Mitja Horlemann und Nadine Leisner.

    Weiterführende Lektüre rund um die Promotion

    Hier findet Ihr viele nützliche Informationen und Tipps zur Promotion. Darunter Berichte von unserem Kooperationspartner, (dArV e.V.), der sich ebenfalls in der Arbeitsgemeinschaft "Studienreform" mit der Promotion beschäftigt, allgemeine Studien zur Situation von Promovierenden und weitere Hinweise.

     

    Diskussionsbedarf

    • Bericht der AG Studienreform des dArV e.V. vom 14.03.2012
    • P. Wodtke, Strukturierte Promotionsstudiengänge als letzte Stufe des Bologna-Prozesses, in: Mitteilungen des Deutschen-Archäologenverbandes 42, 2011/2, S. 42-45
    • A. Bokern, Koordinierte Promotionsprogramm. Strukturierte Promotion vor Bologna III, in: Mitteilungen des Deutschen-Archäologenverbandes 42, 2011/2, S. 54-58
    • M. Wintermantel, Institutionelle Verantwortung  für die Promotion, in: M. Wintermantel (Hrsg.), Promovieren heute. Zur Entwicklung der deutschen Doktorandenausbildung im europäischen Hochschulraum (2010) 13-22, erneut abgedruckt in: Mitteilungen des Deutschen-Archäologenverbandes 42, 2011/2, S. 46-53
    • J. Albers - P. Wodtke, Bologna III. Diskussion, in: Mitteilungen des Deutschen-Archäologenverbandes 42, 2011/2, S. 59-61
    • J. Albers - P. Wodtke, Bologna III. Zum Stand der strukturierten Promotionsstudiengänge, in: Mitteilungen des Deutschen-Archäologenverbandes 41, 2010/2, S. 144-147
    • Zur Situation Promovierender in Deutschland. Ergebnisse der bundesweiten THESIS-Doktorandenbefragung 2004

     

    Hinweise:

    Wie schreibe ich ein wissenschaftliches Exposé?, herausgegeben von der Universität Osnabrück: hier

  • Stipendien

    Die Finanzierung des Studiums stellt für viele Studierenden eine große Herausforderung dar. Neben der staatlichen Unterstützung (Bafög, Studienbeihilfe) ist häufig die Unterstützung der Eltern oder ein Nebenjob nötig, um den Lebensunterhalt zu finanzieren. Eine gute Möglichkeit den Geldnöten zu entkommen besteht darüber hinaus in den zahlreichen Stipendien, die an engagierte und ambitionierte Studierende vergeben werden.

     

    Ziel der AG Stipendien war und ist es, eine öffentlich online zugängliche Übersicht zu schaffen, in der alle für Archäologiestudierenden sinnvollen Stipendien in Deutschland, Österreich und Schweiz aufgeführt sind. Die Aufstellung enthält nähere Informationen zur Art der Unterstützung, den Bewerbungsvoraussetzungen und den Kontaktmöglichkeiten der einzelnen Institutionen.

     

    Momentan enthält die Übersicht vor allem Stipendien, die zur Förderung des Studiums und/oder der Promotion im jeweiligen Heimatland vergeben werden. Eine Erweiterung um Stipendien, die Studienaufenthalte und Praktika im Ausland unterstützen (z.B. Promos vom DAAD), ist angedacht.

     

    Eine Auflistung von Stipendienmöglichkeiten findet Ihr: Stipendien für Studierende

     

  • Hochschulpolitik

     

    Studiengebühren - Auf dem Weg in das akademische Prekariat

     

    Leidenschaftlich und immer wieder berufen sich nicht nur deutsche Bildungseinrichtungen auf Wilhelm von Humboldt und seine Reformen. Sein Desiderat der Bildung als Voraussetzung für ein menschenwürdiges Dasein formulierte er fragend: „Was verlangt man von einer Nation, einem Zeitalter, von dem ganzen Menschengeschlecht, wenn man ihm seine Achtung und seine Bewunderung schenken soll?“ und antwortete gleichzeitig: „Man verlangt, dass Bildung, Weisheit und Tugend so mächtig und allgemein verbreitet, als möglich, unterihm herrschen, dass es seinen inneren Wert so hoch steigern, dass der Begriff der Menschheit,wenn man ihn von ihm, als dem einzigen Beispiel, abziehen müsste, einen großen undwürdigen Gehalt gewönne.“

    Bildung, und das hat die Vergangenheit mehrfach gezeigt, ist Bestandteil, wenn nicht sogar Voraussetzung, für ein verantwortungsvolles und ethisch unerschütterliches politisches Gebilde. Pointiert ausgedrückt: ohne Bildung keine Demokratie.

     

    Das betrifft insbesondere die sogenannten Geisteswissenschaften, in der Gesellschaft abwertend als Orchideenfächer bekannt. Gerade in diesem Spektrum werden spezifische Vorstellungen und Werte vermittelt, die – sollten sie einmal an das (Haken-)kreuz geschlagen werden – desaströse Folgen haben können. Vor diesem Hintergrund beschloss im Dezember 1966 die Generalversammlung der UN in einem ‚Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte’, Bildung als Menschenrecht anzuerkennen, was von der BRD 1976 ratifiziert wurde1.

     

    Zentrale Aussage war, dass Bildung für alle zugänglich sein muss, unabhängig von den individuellen politischen, finanziellen oder familiären Rahmenbedingungen. Doch ist Bildung, speziell universitäre, mit der Einführung von Studiengebühren für alle zugänglich oder scheint sich hier nicht vielmehr ein sozial selektives System zu etablieren?

     

    Befürworter der Studiengebühren weisen dabei permanent auf die Verteilungsgerechtigkeit hin; ein Discount-Argument: ebenso billig wie auch unansehnlich. Plakativ gesprochen, stellen sie fast schon stereotyp die Frage, warum eine Kassiererin das Studium des Anwaltsohnes bezahlen soll. Richtig daran ist, dass Universitäten aus dem steuerlichen Gesamtvolumen finanziert werden, also aus den Abgaben von Aldi bis Zahnarzt. Nicht richtig jedoch ist, dass lediglich das Prekariat das Studium des reichen Sohnes bezahlt. Statistisch gesehen, verdienen Akademiker 156% mehr. Damit ist ihre steuerliche Belastung wesentlich stärker und damit ihr Beitrag zum Bildungssystem höher.

     

    Es ist somit die Solidarfinanzierung, die den wirtschaftlich Schwachen hilft, auch wenn die Diskrepanz zwischen Finanzierung und der Wahrnehmung öffentlich bezuschusster Angebote in fast allen Bereichen bestehen bleiben wird.

     

    Trotzdem fragen nur die wenigsten, warum sie Staatstheater oder Schwimmbad indirekt am Leben erhalten sollen, oder warum das Bundesland Bremen eine private Universität mit 150 Millionen sponsert, ohne dass jedoch der Normalbürger das Angebot annimmt bzw. annehmen kann.

     

    Studiengebühren aber haben den Verlust der Chancengleichheit zur Konsequenz. Daneben steht das psychologische Argument der abschreckenden Wirkung, gerade auf Bevölkerungsteile mit einem finanziell schwachen Hintergrund. Welche Auswirkungen diese Entwicklung zukünftig haben wird, wenn der momentan beschränkte Ausbildungsmarkt mit immer mehr Abiturienten überschwemmt wird, bleibt abzuwarten.

     

    Daneben stellen Studiengebühren von rund 500 Euro pro Semester – exklusive der weiterhin erhobenen Einschreibgebühren – bei einem Baföghöchstsatz von 585 Euro im Monat marktwirtschaftlich gesprochen fast zwei Netto-Monatsgehälter dar, mit garantierter Verschuldung zu Beginn des Berufslebens.

    Für einen Nicht-Bafögempfänger sind die Folgen wesentlich gravierender. Sollten die zusätzlichen Kosten nicht über das Elternhaus abgedeckt werden können, bedingt dies einen Anstieg seiner Erwerbstätigkeit und damit eine Verlängerung seiner Studiendauer. Die Rechnung ist einfach: bei einer Regelstudienzeit von idealerweise 6 – 9 Semestern fallen durch die Studiengebühren mindestens 3000 – 4500 Euro Mehrkosten an, ein Betrag, der nur mittelfristig aufzubringen ist, und wobei eine vorsichtige Schätzung mit zwei zusätzlichen Semestern noch das untere Limit markieren dürfte. Exakt zu diesem Zeitpunkt wird dann das Bild des ‚Faulen Studenten’ bemüht, der Person, die aus Unkenntnis frühmorgens in orangene Warnwesten gekleidete Müllmänner bei der örtlichen Polizei als Außerirdische meldet, deren Frühstück das mittägliche Mensaessen kurz vor Ausgabeschluss ist und der nach Beendigung des Studiums lediglich noch 20 Jahre in die Rentenkasse einzahlen kann. Diese Studenten sind es, die mit der euphemistischen Umschreibung ‚Ressourcenverschwendung’ und durch Studiengebühren diszipliniert werden sollen.

     

    Dass oftmals Erwerbstätigkeit der Grund für die Überschreitung der Regelstudienzeit ist, wird in diesem Zusammenhang weitestgehend vernachlässigt. Erwerbstätigkeit heißt nicht nur für den Lebensunterhalt sorgen zu müssen, sondern daneben Arbeitsmaterialien für das jeweilige Fachgebiet zu kaufen, die gerade in den geisteswissenschaftlichen Disziplinen überaus kostenintensiv sind.

     

    An diesem Punkt ist die Grenze der Zumutbarkeit erreicht. Sicherlich führen die Befürworter permanent die Rechtfertigung über Ausnahmeregelung an, aber es ist doch ein teilweise entwürdigendes Verfahren, immer wieder seine Bedürftigkeit beweisen und öffentlich machen zu müssen.

     

    Auch das damit einhergehende Argument eines Stipendien- oder Darlehenssystems birgt weitgehende Risiken, vor allem wenn der Ruf nach Beteiligung der Wirtschaft laut wird. Welche negativen Folgen ein solches Engagement haben kann, sei an zwei prominenten Beispielen illustriert. Zum einen dürften private Unternehmen primär ein für sie interessantes Angebot in Lehre und Forschung favorisieren, was im Umkehrschluss die Abwendung von kostenintensiven und a priori nicht gewinnorientierten Fächern bedeutet.

     

    Zu Gunsten einer besseren Verdiensterwartung wird die Fächerwahl nach Neigung und Talent aufgegeben. Daher werden sich zukünftige Studenten fragen, warum sie denn, wenn sie sich schon vor Berufsstart in einer absehbaren Schuldenfalle befinden, ein Fach belegen sollen, dessen Berufsaussichten nicht nur miserabel, sondern dessen Einkommensaussichten vergleichsweise gering sind.

     

    Bekanntestes Beispiel für diese Entwicklung ist Australien, das nachträglich die Studiengebühren fachbezogen festgelegt hat. So ist dort das Studium der Medizin wesentlich teurer als Rechtswissenschaften oder beispielweise Geisteswissenschaften. Gerade letztgenannte gehören zu den günstigen Studiengängen; ein Umstand, der aus der mangelnden Nachfrage basierend auf einem negativen Investitionsaspekt resultiert.

     

    Auf das Bildungsniveau schlägt sich dieses System jedoch nicht nieder. So schneiden bei internationalen Vergleichen wie der OECD-Studie regelmäßig skandinavische Länder überdurchschnittlich ab. Gerade diese Länder aber haben insgesamt die Gebührenfreiheit gesetzlich verankert und gewährleisten darüber hinaus eine individuelle finanzielle Ausbildungsförderung.

     

    Studiengebühren sind rationell betrachtet ein Stipendiensystem von Studenten für Studenten. Nicht nur, dass sich das jeweilige Bundesland sukzessive aus der Förderung von Bildungseinrichtungen wie Universitäten verabschieden wird; eine Entwicklung, die mit dem Anheben von Studiengebühren an einigen Universitäten bereits begonnen hat. Des Weiteren steigt parallel dazu der Einfluss privatwirtschaftlicher Unternehmen. Wie lange in diesem Fall die Freiheit von Forschung und Lehre gewährleistet ist, bleibt abzuwarten.

     

    Eine Kostprobe für den manipulativen Umgang mit Hochschulen und ihren Studenten liefert eine vom Centrum für Hochschulentwicklung in Auftrag gegebene forsa-Umfrage. Das CHE wurde 1994 von der Bertelsmannstiftung und der Hochschulrektorenkonferenz quasi als think-tank gegründet und stellt einen Zusammenschluss zwischen Wirtschaft, Politik und Hochschule dar.

     

    Da in diesem Gremium anscheinend nie die Option zu Studiengebühren alternativen Modellen diskutiert worden ist, beschränkte sich eine von ihm in Auftrag gegebene Umfrage lediglich auf die potentielle Höhe und die Konditionen von Gebühren. Die Möglichkeit sich in diesem Rahmen gegen Studiengebühren auszusprechen2, war nicht gegeben. Ein nicht nur methodisch riskantes Vorgehen. Daneben nahmen an der Erhebung lediglich 500 Studenten im Vergleich zu 10001 Bürgern teil. Die Ergebnisse wurden dann von Medien sehr schnell dazu genutzt, unreflektiert‚ Studenten für Studiengebühren’ zu titeln.

     

    Bereits 1999 führte dasselbe Institut eine weitere Befragung durch, mit einem eindeutigen Ergebnis: so sprachen sich auf die Frage, ob Studiengebühren eingeführt werden sollten, wenn sie den Hochschulen direkt zugute kämen, lediglich 32% dafür aus und 53% dagegen.

     

    Dennoch bleibt es ein utopischer Gedanke, die jährliche Unterfinanzierung der deutschen Hochschulen im Rahmen von 4 Mrd. Euro über Studiengebühren kompensieren zu können, ohne an dieser Stelle auf den Verwaltungsaufwand eingehen zu wollen. Der Betrag scheint nur auf den ersten Blick exorbitant, ist aber lediglich die Hälfte von dem, was beispielsweise die Bundesregierung in den Bau des neuen Airbus und damit in ein nichtstaatliches Unternehmen investiert hat.

     

    Doch solange Bildung nicht als Rohstoff und als Kapital in die Zukunft verstanden wird, beschränkt sich die öffentliche Zuwendung auf ein Almosen. Das trifft um so deutlicher auf Fächer zu, die keinen primär wirtschaftlichen, sondern einen historischen, kulturwissenschaftlichen oder philologischen Anspruch erheben.

     

    Dass derzeitig interkulturelle Kompetenz – wie sie gerade in solchen Fächern gelehrt wird – als Grundlage für eine ökonomische Globalisierung verstanden werden muss, ist noch nicht in die öffentliche Mentalität durchgedrungen.

     

    So vermitteln altertums- und kulturwissenschaftliche Fächer wie die Archäologie primär die Geschichte von Kulturen, doch gerade die Kenntnis um die Vergangenheit ist es, die uns moderne Strukturen verstehen lässt.

     

    Die momentane Tendenz, Studium und Studienfach vom gegenwärtigen und zukünftigen finanziellen Aspekt abhängig zu machen, ist keineswegs Voraussetzung für eine innovative, freie und breitgefächerte Wissenschaft. Solange nicht jeder unabhängig von äußeren Zwängen und gemäß seinen Interessen studieren kann, fällt die Entscheidung am Bankschalter.

     

    Dann nimmt nur derjenige ein Studium in Angriff, der es sich leisten kann, bzw. derjenige, dem suggeriert wird, dass er es sich leisten kann, wenn er nur eine lukrative Richtung einschlägt. Für die Wissenschaft stellt dieses erwartete Phänomen eine prekäre Situation dar.

     

    Die intellektuellen Leistungen werden proportional zu den Studiengebühren sinken. Die Konsequenzen sind abzusehen: Vorausgesetztes, studentisches Pekunariat schafft wissenschaftliches Prekariat.

    ___________________________________________________________________________________

    1 Im Artikel 13 Abs. 2c heißt es dort: „Die Vertragsstaaten erkennen an, das im Hinblick auf die volle Verwirklichung dieses Rechts, der Hochschulunterricht auf jede geeignete Weise, insbesondere durch allmähliche Einführung der Unentgeltlichkeit, jedermann gleichermaßen entsprechend seinen Fähigkeiten zugänglich gemacht werden muss.“

    2 Der exakte Umfragetext lautete:

     

    1. Ich bin für die Einführung von Studiengebühren in Höhe von 500 Euro pro Semester, wenn diese Gebühren dem allgemeinen Landes- und Bundeshaushalt zufließen.

    2. Ich bin für die Einführung von Studiengebühren in Höhe von 500 Euro pro Semester, wenn gesichert ist, dass diese Gebühren direkt der jeweiligen Hochschule zugute kommen und zur Verbesserung der Studienbedingungen eingesetzt werden.

    3. Ich bin für die Einführung von Studiengebühren in Höhe von 500 Euro pro Semester, wenn gesichert ist, dass diese Gebühren direkt der jeweiligen Hochschule zugute kommen und wenn die Studierenden hierzu ein Darlehen aufnehmen können, das sie erst nach Ende des Studiums und auch erst nach Überschreiten einer bestimmten Einkommensgrenze zurückzahlen müssen.

     

  • Vernetzung

    Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der Aktivität von Studierendenvertretungen an den Hochschulen und im DASV e.V. sowie mit den Möglichkeiten, die sich durch eine bessere Vernetzung ergeben. Die Tatsache, dass leider hin und wieder lange Jahre aktive Fachschaften ohne Wissensübergabe an den zukünftigen Nachwuchs enden, sahen wir als Anlass, Hilfestellung anzubieten. Die AG hat daher eine Orientierungshilfe für die Gründung von einer neuen oder Wiederbelebung einer alten Fachschaft erarbeitet. Sie gibt jeder sich neu zu konstituierenden Fachschaft wichtige Tipps, Tricks und Ratschläge von erfahrenden Fachschaftsmitgliedern an die Hand.

     

    Ein weiteres Themenfeld der Arbeitsgruppe ist die Neuwerbung von Studierendenvertretungen für den DASV e.V. und auch die Reaktivierung von inaktiv gewordenen Mitgliedern des Vereins. Dazu gehören nicht nur das Feststellen von Inaktivität, sondern auch die Problematisierung von den zugrunde liegenden Ursachen sowie die Erarbeitung von Lösungsstrategien.

     

    Orientierungshilfe für die Gründung von und die Arbeit in Studierendenvertretungen

    Diese Orientierungshilfe für Studierendenvertretungen wurde auf der Bundesfachschaftentagung der archäologischen Fächer in Göttingen 2006 erstellt und auf der Internationalen Fachschaftentagung der archäologischen Fächer in Bonn 2010 überarbeitet. Sie soll euch als Hilfsmittel bei der Gründung einer Studierendenvertretung dienen, bzw. Möglichkeiten aufzeigen, die die Fachschaftsarbeit erleichtern können.

     

    Aufgaben einer Studierendenvertretung

    Der Sinn einer sollte es sein, die Interessen aller Studierenden eines Faches gegenüber weiteren studentischen Gremien, den Lehrenden und der Universitätsverwaltung zu vertreten. Die ist vor allem durch folgende Aktivitäten möglich:

     

    • Aufklärung der Studierenden über den Aufbau der Universität
    • Vermittlung von studentischen Mitgliedern in Gremien der akademischen Selbstverwaltung
    • Vermittlung von studentischen Mitgliedern in Berufungs- und Besetzungskommissionen
    • Einflussnahme auf das Lehrangebot
    • Verwaltung der Finanzmittel im Sinne der Studierenden des Faches
    • Beratung der Studierenden (z.B. Starthilfe für die Anfänger)
    • Soziale Kontakte zwischen den Studierenden fördern
    • Soziale Kontakte zu den Studierenden anderer Universitäten anregen
    • Im Folgenden wird nur von "Studierendenvertretungen" die Rede sein. An den einzelnen Universitäten tragen diese verschiedene Namen, wie "Fachschaftsrat", "Fachgruppe", "Fachverein", "Studienrichtungsvertretung" etc..

     

    Bei jeglicher Beratungstätigkeit Eurer Studierendenvertretung sollte darauf hingewiesen werden, dass Eure Auskünfte keine Rechtsverbindlichkeit besitzen.

     

    Gründung einer Studierendenvertretung

    Wenn an Eurem Institut noch keine eigene Studierendenvertretung besteht, Ihr aber eine solche gründen möchtet, solltet Ihr folgende Punkte beachten.

     

    Formuliert Ziele und überlegt Euch Strategien, diese zu verwirklichen.

     

    Informiert Euch bei den bereits existierenden Gremien der studentischen Selbstverwaltung (z.B. ASTA, Studierendenparlament etc.) über die Bedingungen, die an eurer Universität für die Gründung einer Studierendenvertretung erfüllt sein müssen. An einigen Universitäten muss z.B. eine Mindestanzahl von Befürwortern nachgewiesen werden. Auch eine Mindestanzahl von Mitgliedern in einer Studierendenvertretung ist mancherorts vorgeschrieben.

     

    Dann informiert Euch, über die Wahlmodalitäten sowie darüber, welche Ämter zu vergeben sind. Wir empfehlen dabei dringend, während jeder Wahl ein Protokoll zu erstellen und dieses zu archivieren (welches auch für den Eintritt in den DASV laut Satzung nachzuweisen ist).

     

    Dies alles mag zunächst nach viel Verwaltungsarbeit klingen, ist aber gar nicht so schwer, wenn Ihr die Aufgaben Schritt für Schritt umsetzt.

     

    Arbeit in einer Studierendenvertretung

    Legt gleich nach Eurer Konstituierung eine ausgewogene Aufgabenverteilung fest. Versucht eine Überlastung einzelner Mitglieder zu vermeiden.

     

    Folgende Tätigkeiten können in einer Studierendenvertretung sinnvoll sein:

     

    • Wahl eines Sprechers als Ansprechpartner für Fragen von außen
    • Verwaltung der Finanzen (möglicherweise Wahl eines Kassenwartes)
    • Kontaktpflege mit anderen Hochschulgremien
    • Unterstützung der Studierenden bei Tutorien, bzw. Veranstaltungen von Studierenden für Studierende
    • Organisation von Fahrten
    • Planung von Vorträgen
    • Sportliche Aktivitäten, wie die Vorbereitung für den jährlichen Winckelmannpokal
    • Gestaltung von Gesellschaftsabenden

     

    Legt auf alle Fälle einen regelmäßigen Sitzungstermin fest (bei Möglichkeit auch in der vorlesungsfreien Zeit). Die Treffen sollten öffentlich angekündigt werden. An vielen Universitäten bekommt man vielerlei materielle Unterstützung. Versucht einen Raum zu bekommen, in dem Ihre Eure Sitzungen abhalten könnt, oder zumindest eine Möglichkeit, Eure Unterlagen und dergleichen sicher zu verwahren. Viele Universitäten sind verpflichtet der Studierendenvertretung einen Raum zur Verfügung zu stellen.

     

    Informiert Euch darüber, ob ihr finanzielle Hilfe beantragen könnt und welche Eurer Ausgaben ihr erstattet bekommt. Die Richtlinien hierfür erhaltet Ihr bei den Gremien der studentischen Selbstverwaltung. Teilweise ist es auch möglich technische Geräte, wie Beamer oder Drucker bei der Universität auszuleihen oder zu nutzen.

     

    Die meiste Arbeit, die auch die wichtigste ist, ist die Kontaktpflege unter den Studierenden. Hierzu gehört eine Reihe von Möglichkeiten, die wahrgenommen werden können:

     

    • Aktives Zugehen auf jüngere Studierende, Werbung für die aktive Beteiligung in der Fachschaft
    • Ein gutes Verhältnis zu den Dozenten und anderen Institutsangehörigen schaffen
    • Partys fördern die Motivation und den Zusammenhalt am Institut. Die Durchführung solcher Feiern trainiert auch die Organisationsfähigkeit der Fachschaft
    • Anlegen einer Mailingliste
    • Einrichtung einer Homepage (Vielleicht könnt Ihr diese auch auf einem Uniserver installieren.)
    • Einrichtung eines Stammtisches
    • Verbindung zum und aktive Teilnahme im DASV
    • Seid ebenfalls offen für Anregungen, die von außen kommen

     

    Ein Punkt, der nicht ganz unwichtig ist: Informiert Euch darüber, ob Ihr Euch Eure Arbeit in einer Studierendenvertretung anrechnen lassen könnt z.B. für Bafög-Förderungszeiten oder für die Befreiung von Terminfristen.

     

    Versucht Eure Arbeit transparent zu dokumentieren, damit Eure Nachfolger einen leichteren Einstieg in die Fachschaftsarbeit und die Verhältnisse an eurer Universität haben. Z.B. solltet Ihr während Eurer Sitzungen Protokolle anfertigen.

     

    Bei Fragen und Problemen stehen wir (der DASV e.V.) Euch mit der Erfahrung von über 50 Fachschaften gerne zur Verfügung.

     

  • Arbeitssicherheit

    Der Dachverband Archäologischer Studierendenvertretungen hat sich zum Ziel gesetzt die Studierenden für das Thema "Arbeitssicherheit auf archäologischen Ausgrabungen" zu sensibilisieren. Die hier zusammengestellten Texte bieten eine kurze Zusammenfassung der Broschüre "Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz bei archäologischen Ausgrabungen" von Jürgen Tzschoppe1. Die Texte sollen einen ersten kurzen Überblick zu den wichtigsten Themen liefern, aber nicht die eingehende Beschäftigung mit der Materie ersetzen.

    ___________________________

    1 Die einzelnen Texte wurden von Mitgliedern der AG Arbeitssicherheit geschrieben.

     

    AusrüstungErste HilfeGefahrstoffeWerkzeugTiefschnitteVersorgungsleitungenPersönliche Ausrüstung Arbeitsschutz beginnt mit dem Bewusstsein der Eigenverantwortung. Wenn man sich auf Ausgrabungen wirksam vor Unfällen schützen will, muss bei der persönlichen Ausrüstung angefangen werden. Hierzu gehören zuerst und immer die richtigen Arbeitsschutzschuhe. Einen Überblick über die verschiedenen Kategorien gibt beispielsweise der Wikipedia-Artikel "Sicherheitsschuh". Für Ausgrabungen sollten unbedingt wasserdichte, auf jeden Fall aber durchtrittsichere Schuhe gekauft werden. Auch Stahlkappen sind unbedingt vonnöten. Die Tätigkeit während der Grabung bringt es mit sich, dass schwere Gegenstände gehoben oder Baustellenbegehungen durchgeführt werden müssen. Gegenstände wie Schrauben oder Nägel können sich ohne weiteres durch Schuhsohlen bohren, die Wasserundurchlässigkeit ist ein Zugeständnis an die Witterungsbedingungen. Rein rechtlich ist eine Ausgrabung nichts anderes als eine Baustelle. Das heißt auch, dass bei unzulänglicher Eigensicherung keine Versicherung greift, sollte es zu einem Unfall kommen. Es müssen nicht die teuersten Schuhe sein. Günstige Paare gibt es bereits ab etwa 25 Euro - eine Ausgabe, die unbedingt eingeplant werden sollte, da im Laufe des Studiums und im späteren Berufsleben immer wieder Sicherheitsschuhe benötigt werden. Plant man nach dem Studium permanent auf Ausgrabungen zu arbeiten, ist es sinnvoll sich auch Knieschoner zuzulegen. Wenn bei einem relativ kurzen Praktikum noch Kniekissen ausreichen, so werden diese sich bei einer mehrmonatigen bzw. - jährigen Tätigkeit als lästig und nicht ausreichend polsternd erweisen. Knieschoner, welche auch von z. B. Fliesenlegern getragen werden, sind im Fachhandel ebenfalls relativ günstig zu bekommen. Auch Handschuhe tragen zum Schutz bei - sowohl vor Blasen als auch beim Umgang mit Gefahrstoffen. Welche Handschuhe man trägt, sei jedem selbst überlassen. Erhältlich sind sie in mannigfaltiger Ausführung in jedem Fachgeschäft. Ebenfalls zur persönlichen Ausrüstung gehört an die Witterung angepasste Kleidung. Ein Archäologe braucht nicht nur eine Regenjacke und eventuell eine Regenhose, sondern auch Kleidung, welche vor der Sonne schützt. Eine Kopfbedeckung und lange Kleidung verhindern nicht nur das Eindringen von Sand und Staub, welche in der Kleidung scheuern können, sondern beugen auch Sonnenbrand vor. Lange Hosen und Hemden können gerade im Sommer bei hohen Temperaturen unbequem sein, Verbrennungen der ungeschützten Hautpartien sind es auf jeden Fall. Auch Sonnenschutzcremes mit hohem Lichtschutzfaktor sollten zusätzlich genutzt werden. Es muss darauf geachtet werden, dass im Winter und Herbst ausreichender Kälteschutz gewährleistet wird. Die Kleidung muss dem Arbeitsumfeld angepasst sein, was z.B. das Tagen von Warnwesten erfordern kann. Helme sind durch den Arbeitgeber zu stellen, wenn in Tiefschnitten oder in der Nähe von Baggern und Kränen gearbeitet wird. In der Eigenverantwortung liegt es, dass die gestellten Helme auch getragen werden. Ausgrabungen führen zwangsläufig zum vermehrten Kontakt mit Insekten. Neben Mücken stellen Zecken in unseren Breiten eine nicht zu unterschätzende Bedrohung dar. Auch wenn gegen FSME eine Impfung durchgeführt wurde, können sie Borreliose übertragen. Wirksame Insektenschutzmittel gibt es in Drogerien in unterschiedlichen Preisstufen. Um einen mindestens achtstündigen Arbeitstag durchzuhalten, muss genügend Wasser mitgeführt werden. Getränke wie Kaffee oder Tee - gleichwohl anregend und wohlschmeckend - gleichen den erhöhten Flüssigkeitsverlust des Körpers bei der Arbeit nur unzureichend aus. Hinsichtlich der Verpflegung ist zu beachten, dass sie sowohl sättigt als auch den Elektrolytverlust ausgleicht. Zur persönlichen Vorbereitung bei Auslandsgrabungen gehören auch die entsprechenden Schutzimpfungen gegen Typhus, TBC, Hepatitis, Cholera etc. Informationen über die empfohlenen Schutzimpfungen gibt die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e.V. Eine Impfung gegen Tetanus bzw. die Auffrischung ist unerlässlich. Das Infektionsrisiko ist bei Erdarbeiten recht hoch.Erste-Hilfe-Maßnahmen werden im Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und der Verordnung über Arbeitsstätten (ArbStättV) geregelt. Um die bestmögliche Versorgung im Falle eines Unfalles sicherzustellen, muss vom Arbeitgeber (der Grabungsleitung) ein Alarmplan zur ersten Hilfe erarbeitet werden, der alle notwendigen Maßnahmen erfasst und medizinische Ansprechpartner festlegt (einen „Durchgangsarzt“ und möglicherweise nötige Fachärzte in der Umgebung). Dieser Plan muss allen Mitarbeitern zugänglich sein. Es muss auf jeder Grabung eine ausreichende Anzahl von Ersthelfern und Verbandsmaterial zur Verfügung stehen. Mindestens ein vorher bestimmter Ersthelfer1 muss auf jeder Grabung anwesend sein, bei mehr als 20 beteiligten Personen müssen 10% der Anwesenden Ersthelfer sein. Bei Grabungen mit bis zu 10 Beschäftigten muss mindestens ein kleiner Verbandskasten (Verbandskasten C nach DIN 13157) vorhanden sein, ansonsten muss für je 50 Personen ein großer Verbandskasten (Verbandskasten E nach DIN 13169) vorliegen. Transporthilfen wie Tragen sind nicht vorgeschrieben, können aber hilfreich sein. Der Aufbewahrungsort der Verbandskästen muss besonders gekennzeichnet und allen Mitarbeitern bekannt und zugänglich gemacht werden. Auch Meldeeinrichtungen um einen Notruf durchzuführen muss der Arbeitgeber zur Verfügung stellen. Ein Notruf sollte immer die fünf Ws beinhalten: Wo ist es passiert?Was ist passiert?Wie viele Verletzte?Welche Art von Verletzungen?Warten auf Rückfragen. _____________________________1 Anforderung: 8 Doppelstunden umfassender Erste-Hilfe-Kurs (NICHT Lebensrettende Sofortmaßnahmen am Unfallort), der spätestens alle 2 Jahre aufgefrischt werden muss.Gefahrstoffe und der Umgang mit ihnen werden im Chemikaliengesetz (ChemG) und der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) definiert und geregelt. Es handelt sich dabei um chemische Elemente oder Verbindungen, die z.B. explosiv, brandbeschleunigend, gesundheitsschädlich, fruchtschädigend oder krebserregend sein können. (genauer: ChemG §3a und GefStoffV §3) Solche Stoffe müssen gekennzeichnet werden, damit im Umgang mit ihnen besondere Schutzmaßnahmen getroffen werden können. Persönliche Schutzausrüstung wie Chemikalienschutzhandschuhe oder Atemschutzfilter müssen vom Arbeitgeber (also der Grabungsleitung) zur Verfügung gestellt werden. Der Arbeitgeber ist außerdem verpflichtet, Betriebsanweisungen für den Umgang mit Gefahrengut auszuarbeiten und allen Mitarbeitern bekannt und jederzeit zugänglich zu machen (durch Aushang und mindestens jährliche Unterweisung). In solchen Anweisungen muss auf die Gefahren für Mensch und Umwelt genauso eingegangen werden wie auf Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln. Auf archäologischen Grabungen häufig vorkommende Gefahrstoffe und Beispiele für Schutzmaßnahmen: Sollten Flächen kontaminiert sein, muss die zuständige Behörde nach sofortiger Einstellung der Arbeiten informiert werden, die über weitere Maßnahmen entscheidet.Kraft- und Schmierstoffe: Hier ist eine gute Belüftung notwendig. Hautkontakt sollte vermieden werden, z.B. durch das Tragen von Chemikalienschutzhandschuhen. Verunreinigte Kleidung muss abgelegt werden.Lacke zum Abnehmen von Profilen: Hier sollten nach Möglichkeit lösungsmittelarme Lacke verwendet werden. Bei der Arbeit mit Lösungsmitteln ist immer auf die Belüftung zu achten. Persönliche Schutzmaßnahmen umfassen: Chemikalienhandschuhe. Bei Sprühverfahren außerdem: Schutzbrille, Atemschutz und Chemikalienschutzanzug.Ozon: An heißen Tagen kann in Bodennähe Ozon entstehen, das schädigend auf die Atemwege wirkt. Die Arbeiten müssen in diesem Falle so geplant werden, dass die Belastung möglichst gering ist.Kampfmittel: Sollten auf archäologischen Grabungen Kampfmittel gefunden werden, ist die Fläche unverzüglich zu räumen und abzusperren. Danach sind unverzüglich die zuständigen Behörden zu informieren.Neben chemischen Gefahrstoffen können auf archäologischen Grabungen auch Biostoffe, wie z.B. Schimmelpilze und Bakterien, vorkommen; diese werden nach ihrem Gefährdungspotential in Risikogruppen eingeteilt (RG1 = keine oder geringe Gefahr, RG4 = höchstes Gefährdungspotential). Der Umgang mit Biostoffen wird in der Biostoffverordnung (BioStoffV) geregelt. Die in archäologischen Arbeitsumfeldern am häufigsten auftretenden Biostoffe sind toxische Schimmelpilze in Gräbern oder Grüften. Auch für den Umgang mit diesen ist eine Betriebsanweisung zu erstellen, die zugänglich und bekannt gemacht werden muss (siehe oben). Zu den möglichen Schutzmaßnahmen gehören z.B. das Absaugen der belasteten Luft und der Einsatz persönlicher Schutzausrüstung (Atemschutz, Handschutz, Schutzbrille) sowie die strikte Einhaltung hygienischer Maßnahmen.Sachgemäßer Umgang mit Werkzeugen Leider ist immer wieder zu beobachten, dass gerade junge Menschen dazu neigen, sich während der Arbeit ablenken zu lassen. Dies geschieht oft mit Hilfe zweckentfremdeter Werkzeuge. In jeder Arbeitsschutzbelehrung, die vor Beginn der Arbeiten zu unterschreiben ist, wird sich der Passus finden, dass Werkzeuge nur ihrer Funktion entsprechend zu verwenden sind. Ein Wettbewerb im "Spitzhackenweitwurf" mag durchaus seine Reize haben, auch ist das Bedürfnis sich sportlich zu messen nachzuvollziehen, die daraus erwachsenden Risiken werden jedoch gerne außer Acht gelassen. Durch Verwendung außerhalb der jeweiligen Bestimmung kommt es zur Gefährdung aller Beteiligten und der Werkzeuge selbst. Hier greift keine Versicherung, sollte nachgewiesen werden, dass der Belehrung entgegen gehandelt und ein Werkzeug zweckentfremdet wurde. Auch das Zuwerfen von Eimern, Kellen etc. birgt Risiken. Beispiele: das Werkzeug könnte jemanden treffen, wenn der Fänger nicht fängt und das Stuckateureisen mit der Spitze voran in der Hand bzw. der Eimer im Gesicht landet; es können auch Personen in die Flugbahn treten. Weiterhin können die Ergebnisse der Grabung gefährdet werden, wenn zum Beispiel Profile bzw. Profilstege zum Einbrechen gebracht oder freipräparierte Befunde wie z. B. Urnengräber von einem vorbeisegelnden Eimer getroffen werden. Tiefschnitte, Verböschung / Verbau, Statik und Bodendynamik Eine der größten Gefahrenquellen bei Grabungen ist das Abrutschen, beziehungsweise Einbrechen von Profilen. Um diese Gefahr zu minimieren hat der Gesetzgeber eine Reihe von Richtlinien erlassen1. Zunächst ist die Beschaffenheit des Bodens festzustellen (Bohrsondagen, etc. können die Planung erleichtern). Hierbei ist zu unterscheiden zwischen: - weichen bzw. nicht bindigen Böden (Kiesböden, Sand o.Ä.)- steifen bzw. halbbindigen Böden (Tone, Schluffe sowie Mischungen mit nicht bindigen Böden)- sowie "leichtem Fels" (festgelagerte Gesteinsschichten)- Je nach der Bodenbeschaffenheit sind bei Tiefschnitten verschiedene Böschungswinkel anzulegen. Bei weichen Böden ist ein Böschungswinkel von 45° einzuhalten, bei steifen oder halbfesten Böden muss der Böschungswinkel 60° betragen, bei leichtem Felsen sind 80° erlaubt. Ist der Platz am Grabungsgelände für das Abböschen nicht ausreichend, oder liegen sonstige besondere Umstände vor (beispielsweise das Ausgraben eines Brunnens), müssen die Profile abgestützt werden. Unter der Stützkonstruktion kann das Profil bis zu einer Tiefe von 0,25 m bei nicht bindigen Böden, bzw. 0,50 m bei bindigen Böden ungestützt bleiben. Zusätzlich zu der Bodenbeschaffenheit gilt es zu beachten, dass Witterungseinflüsse ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. Beispielsweise können Profile, die im trockenen Zustand sicher erscheinen, nach ausgiebigem Regen einstürzen. Einsturzgefahr besteht nicht nur für Profile, sondern auch für Mauern. Dies gilt besonders bei Grabungen in modernen Siedlungsgebieten, wo man in oder neben Gebäuden die Ausgrabung durchführt. In diesem Fall ist ein Baustatiker heranzuziehen. _____________________1  Die Regelungen können von Land zu Land leicht abweichen. Daher gilt es sich im Vorfeld zu informieren, wie die genaue gesetzliche Lage vor Ort ist. Tiefschnitte, Verböschung / Verbau, BaumaschinenEine Gefahrenquelle, mit der man auf Grabungen öfter konfrontiert ist, stellen Bauma­schinen dar. Dabei bestehen nicht nur „offensichtliche“ Gefahren, wie das Überfahren von Personen durch ein Baufahrzeug, auch können beispielsweise defekte Hydraulik­schläuche zum Herabstürzen von der Baggerschaufel führen. Daher sollte man einige Punkte beachten, wenn auf oder in der Umgebung der Grabungs­fläche Baumaschinen einsetzt werden. - Bevor die Arbeiten beginnen, sollte man sich mit dem Baggerfahrer unbedingt absprechen.- Während Baumaschinen arbeiten, sollte man sich nicht in unmittelbarer Nähe aufhalten, z.B. unter einer  herumschwenkenden Baggerschaukel. Unter dem Baggerarm zu stehen, ist unter keinen Umständen eine gute Idee - selbst wenn der Bagger ruht. Wie erwähnt, kann durch einen defekten Hydraulikschlauch die Schaufel herabstürzen. Zwar gibt es Sicherheitsbolzen, doch sollte nicht unnötig ein Risiko eingegangen werden.- Wichtig ist der Blickkontakt zum Baggerfahrer! Wenn man sich in der Nähe aufhält, oder vorbeigeht, sollte man sich immer vergewissern, ob der Baggerfahrer weiß, dass man anwesend ist, und wo man steht.- Zu beachten sind auch tote Winkel, die Baumaschinenfahrer nicht einsehen können! Um diese ist ein möglichst großer Bogen zu schlagen. Sofern es durchführbar ist, sollten solche Gefahrbereiche grundsätzlich abgesperrt werden.- Wenn der Bagger beim Schaufeln auf einen Befund stößt, muss man dem Baggerfahrer signalisieren, dass er die Maschine stillsetzen soll. Dies ist auch abzuwarten, bis man sich dem Befund nähert.- Auch angehobene Lasten stellen eine Gefahrenquelle dar. Zwar sollten diese gut gesichert sein, doch sollte man die Aufmerksamkeit nicht vernachlässigen und einen gewissen Sicherheitsabstand einhalten.- Zwar sollte der Baggerfahrer selber darauf achten, Gelände zu meiden, wo für die Maschine eine Absturz- oder Umsturzgefahr besteht (z.B. Böschungen). Dennoch schadet es nicht, wenn man auch selber die Augen offen hält.- Ab einem gewissen Lärmpegel (80 dB(A)) ist es zu empfehlen, dass man Gehörschutz trägt.Versorgungsleitungen Bei Grabungen kann es häufig vorkommen, dass man auf diverse Versorgungsleitungen stößt (Strom, Gas, Wasser, Abwasser, Fernwärme, Telefon, Pipelines und Verbindungsleitungen für Computernetze). Grundsätzlich sollte bereits vor Beginn der Grabung geklärt werden, ob auf dem Areal der Ausgrabung solche Leitungen vorhanden sind. Dabei ist zu beachten, dass Leitungen nicht immer auf Plänen eingetragen sind, beziehungsweise die Angaben nicht ganz korrekt sind. Daher ist besonders beim Arbeiten mit dem Bagger und schwerem Werkzeug (Spitzhacke, etc.) Vorsicht geboten. Liegen Leitungen frei: - gilt es zu prüfen, ob die Leitung noch in Betrieb ist,- muss abgeklärt werden, ob die Leitung demontiert werden kann, oder erhalten bleibt,- darf die Demontage von elektrischen Leitungen (inklusive Telekommunikationsleitungen) ausschließlich vom Fachpersonal durchgeführt werden, bei sonstigen Leitungen muss man sich mit der zuständigen Behörde absprechen, ob die Demontage von den Grabungsmitarbeitern durchgeführt werden kann, oder ob auch hier Fachpersonal eingesetzt werden soll,- die erhalten bleiben sollen, müssen sie bei Bedarf vom Fachpersonal unterfangen werden, um eine Beschädigung im Zuge der weiteren Arbeiten zu vermeiden.Werden die Recherchen zu den Leitungen im Vorfeld unterlassen, haftet in der Regel der Verursacher für jeglichen Schaden.

     

    Mehr findet Ihr: hier

  • Verhalten auf archäologischen Ausgrabungen

    Die Tipps als PDF: hier

     

    Ordnung

    • Werkzeug und Zeichenmaterial pfleglich behandeln und ggf. die Arbeitsmaterialien säubern, Arbeitsfläche sauber halten
    • Dokumentationsrichtlinien erfragen, bei Unklarheiten nachfragen
    • bei baubegleitenden Grabungen: Richtlinien der Baustelle erfragen
    • Dokumentationsmethoden konsequent einhalten und leserlich schreiben
    • korrekte Probenentnahme
    • verantwortungsbewusster Umgang mit Funden (für eine spätere Aufarbeitung muss die Dokumentation stets nachvollziehbar sein)

     

    Eigenverantwortung

    • benötigte Ausrüstung erfragen und Arbeitssicherheit beachten
    • Versicherungen: z.B. Kranken- oder Unfallversicherung
    • Anstellungsart: Praktikant? Werkvertrag? Festanstellung?
    • Funktion: Was sind meine Kompetenzen? Welche Entscheidungen darf ich treffen?
    • Fotorechte beachten
    • Vorsicht bei Kampfmitteln, Kriegsrelikten, Leitungen (Gas, Wasser, Strom etc.)

     

    Grabungsintern

    • Informationsweitergabe: Welche Arbeit ist hier zu tun?
    • Teamwork und -besprechung
    • Eigeninitiative und eigenverantwortliches Arbeiten
    • Respekt und Höflichkeit gegenüber Vorgesetzten, Mitarbeitern,   Baufirmen,  Außenstehenden, Medien, Presse etc.
    • korrekter Umgang mit dem Fundmaterial
    • Privatfotos nur nach Absprache
    • keine Funde unterschlagen

     

    Vorbildfunktion! Die Arbeit findet im öffentlichen Raum statt!

     

    Öffentlichkeit (Presse, Besucher, Anwohner etc.)

    • Akzeptanz gegenüber der Archäologie durch ausgewählte Informationen erhöhen (Wichtigkeit des Fundortes, Bewahrung der Kultur)
    • Social Media: Was darf in das Internet?
    • kein Upload von Fund- oder Befundfotos (Identifikation der Grabungsfläche, Gefahr von Raubgrabungen)
    • keine Fotos, die eine Zuwiderhandlung der Sicherheitsrichtlinien zeigen, veröffentlichen
    • bei Auslandsgrabung: Berücksichtigung der jeweiligen Landeskultur
    • Verschwiegenheit: Welche Informationen dürfen nach Außen gelangen?

     

    Literaturtipps

    • E. Gersbach, Ausgrabung heute. Methoden und Techniken der Feldgrabung
    • A. Kinne, Tabellen und Tafeln zur Grabungstechnik
    • J. Tzschoppe - A. Krieger, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz auf archäologischen Ausgrabungen

     

  • Kulturgüterschutz in der Archäologie

    Die AG Kulturgüterschutz möchte das Thema Raubgrabungen und Antikenhandel aus Sicht der Studierenden aufarbeiten und die Relevanz des Themas für alle Studierenden verdeutlichen. Besonders geht es uns darum, den Studierenden ihre Verantwortung für das gesellschaftliche, kulturelle und wissenschaftliche Umfeld, in dem sie tätig sind, oder später tätig werden wollen, aufzuzeigen.

     

    Wir wollen Handlungsrichtlinien für die Studierenden entwickeln, bzw. bestehende Richtlinien wie den ICOM – Code of Ethics for Museums stärker ins studentische Bewusstsein rufen. Außerdem möchten wir Fachschaften eine Hilfestellung bieten, wie sie das schwierige Thema Kulturgüterschutz eigenständig bearbeiten oder in Zusammenarbeit mit den Lehrkräften ihrer Hochschule in den Lehrbetrieb einbringen können.

     

    Hierzu versuchen wir gemeinsam mit ähnlichen Arbeitsgruppen unserer Partnerverbände möglichst ganzheitlich auf das Thema einzugehen und zu verdeutlichen, dass der Kulturgüterschutz auch der kommenden Generation Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern am Herzen liegt. Unser Ziel ist, neben der Aufklärungsarbeit, eine gemeinsame Positionierung aller im DASV eingebundenen Studierendenvertretungen, zum Thema Kulturgüterschutz und Antikenhandel zu erreichen.

     

    Offener Brief der AG Kulturgüterschutz

     

    Stellungnahme des DASV e.V. zum Thema Kulturgüterschutz

    Auf Grund der immer massiver werdenden Bedrohung und Zerstörung von archäologischen Stätten weltweit, sehen wir, die im Dachverband Archäologischer Studierendenvertretungen e.V.  (DASV) assoziierten Studierendenvertretungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz uns veranlasst, uns gemeinsam gegen den illegalen Antikenhandel und das dahinterstehende, kriminelle System zu positionieren:

     

    Durch die Zerstörung des Fundzusammenhangs durch illegale Grabungen, verlieren archäologische Objekte ihre Aussagekraft. Dadurch gehen Stück für Stück Teile der Menschheitsgeschichte unwiderruflich verloren und bedeutende Hinterlassenschaften unserer Vergangenheit verschwinden im Netz der organisierten Kriminalität. Für uns ist das nicht hinnehmbar: Der Fundzusammenhang muss in der archäologischen Arbeit immer an erster Stelle stehen!

     

    Der Ankauf von Funden aus illegalen Grabungen durch private Personen und auch öffentliche Institutionen unterstützt die Zerstörung von Kulturgütern. Weltweit werden, nach Angaben der UNESCO und FBI, jedes Jahr 6 bis 8 Milliarden US-Dollar durch den Handel mit Antiken umgesetzt. Dahinter steht ein kriminelles Netz, vom „kleinen Raubgräber“, über Hehler und Auktionshäuser bis hin zu kriminellen und terroristischen Organisationen, welche sich über den Antikenmarkt finanzieren. Subventioniert und motiviert wird dieser Markt aber durch die Nachfrage von Sammlern und Museen. Es gibt keine akzeptablen Begründungen für den Ankauf von Funden mit zweifelhafter Herkunft. Auch die wissenschaftliche Bearbeitung von fragwürdigen Objekten für den Kunsthandel ist abzulehnen, da die Objekte so aufgewertet werden und der Archäologe bzw. die Archäologin den Handel unterstützt und damit ein Teil des kriminellen Systems wird.

     

    Schon während des Studiums muss ein Bewusstsein bei den Studierenden für verheerenden Auswirkungen von Raubgrabungen und des illegalen Handels mit Antiken geschaffen werden. Jede Kooperation mit Raubgräbern und Antikenhändlern bestärkt diese in ihrem Handeln. Die Studierendenvertretungen stehen hier mit in der Verantwortung dafür Sorge zu tragen, dass die Folgen des Antikenhandels im Studium problematisiert und diskutiert werden. Die Thematik muss fester Bestandteil des Lehrbetriebs werden. Auch durch die Organisation öffentlicher Vorträge, Diskussionsabende und Tutorien sollen die Studierendenvertretungen ihren Teil zur Aufklärung beitragen.

     

    Für uns ist klar: Wir, die Studierenden, sind mitverantwortlich für das wissenschaftliche, kulturelle, gesellschaftliche und ökonomische Umfeld in welchem wir arbeiten oder arbeiten werden!

     

    Weiterführende Links:

     http://www.arbeitsstelle-provenienzforschung.de

     http://www.icom-deutschland.de

     http://www.kulturgutschutz-deutschland.de

     http://www.kulturgueterschutz.at/

     http://www.bevoelkerungsschutz.admin.ch/internet/bs/de/home/themen/kgs.html

     http://www.bda.at/organisation/126/0/5850/texte/

     http://www.unesco.de

     

  • Europa

    Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit sämtlichen Anliegen, die die Archäologie auf europäischer Ebene betreffen. In diesem Zusammenhang nahm die Arbeitsgruppe an verschiedenen Konsultationsverfahren der Europäischen Kommission teil wie zum Beispiel die erarbeitete Stellungnahme zum Grünbuch: Die Mobilität junger Menschen zu Lernzwecken fördern.

     

    Durch Mitglieder der Arbeitsgruppe knüpfte der DASV e.V. auch erste Kontakte mit der European Association of Archaeologists (EAA), die jährlich mit wechselndem Austragungsort stattfindet. In der Folge dessen entsendet der Verein seit einigen Jahren Delegierte, um auf der Tagung studentische Themen anzuregen, die in einem größeren Kontext mit Vertretern der Archäologie diskutiert werden können.

     

    Europäische KommissionGrünbuchFolgeeinschätzung der Europäischen Kommission Stellungnahme des Dachverbandes Archäologischer Studierendenvertretungen (DASV e.V.) im Rahmen der Konsulation zum Entwurf des überarbeiteten Leitfadens zur Folgeneinschätzung der Europäischen Kommission Die Europäische Kommission bittet in ihrer Pressemitteilung vom 4. Juni 2008 alleInteressengruppen um Kommentare zur vorläufigen Neufassung der Leitlinien für Folgenabschätzungen. Diese Leitlinien sollen von den Mitarbeitern der Kommission bei der Vorbereitung politischer Maßnahmen verwendet werden. Die jetzigen Leitlinien zurFolgenabschätzung von 2005 weisen nach eigener Darstellung einige Lücken auf und könntenzudem praxisfreundlicher gestaltet werden. Auch geht es um Fragen wie Verhältnismäßigkeit und zusätzlicher Nutzen einer Gesetzesinitiative auf EU-Ebene. Der Dachverband Archäologischer Studierendenvertretungen e.V. ist die Interessenvertretung der Studentinnen und Studenten der archäologischen Fächer der Universitäten im deutschsprachigen Raum. Dabei verfolgen wir das Ziel, neben der Vertretung der Interessen der Studierenden gegenüber den Hochschulen, die Belange der Archäologie in ihrer Gesamtheit in Öffentlichkeit und Politik zu stärken und zu fördern. Der DASV steht dabei in enger Kooperation mit den verschiedenen Altertums und Berufsverbänden, die sich ebenfalls diesem Ziel verschrieben haben. Weitere Informationen können sie unserer Internetpräsenz entnehmen. Im Rahmen des Konsultationsverfahrens schließen wir uns der von der Deutschen Gesellschaft für Ur - und Frühgeschichte erarbeiteten Stellungnahme an: Inhalt:I. AllgemeinII. Grundlagen unserer StellungnahmeIII. Hinweise und ForderungenIV. Konkreter Bezug zur EU-FolgenabschätzungV. Antworten zu den Fragen der KonsultationVI. Vorschlag I. Allgemein:Wir begrüßen die mit der Konsultation verbundene Absicht, die Gefahr einer allzu einseitigen Information der Entscheidungsträger oder einer Bevorzugung einzelner Gruppen entgegenzuwirken.Wir betonen dies, weil wir diese Gefahr konkret für die von uns vertretenen Belange sehen und aus den Erfahrungen der Vergangenheit heraus belegen können. Wir fordern daher eine Kulturverträglichkeitsprüfung.Wir mahnen die Berücksichtigung der Kultur und des Kulturellen Erbes in dem zu überarbeitenden Leitfaden an. Der Erhalt des gemeinsamen Erbes der Union und des kulturellen Erbes ihrer Regionen ist ein grundsätzliches und langfristiges Ziel und muss deshalb bei Folgenabschätzungen der EU-Kommission von dieser immer berücksichtigt werden. Tatsächlich haben die Richtlinien und Erlasse der Europäischen Union weitreichende Folgen. Nach Untersuchungen des Deutschen Städtetages greifen 70 % aller EU-Entscheidungen direkt oder indirekt in lokale Aufgabenbereiche ein – und damit auch in den Denkmalschutz und die Denkmalpflege – oder müssen im Rahmen der nationalen Umsetzung von EU-Recht in den Kommunen angewandt werden. In Kultur und Kulturelles Erbe wird durch Entscheidungen der EUKommission also direkt eingegriffen. Allein schon deshalb müssen diese Auswirkungen auch bei einer Folgenabschätzung mit berücksichtigt werden. II. Grundlagen unserer StellungnahmeWir weisen hin auf die besondere Bedeutung des Kulturellen Erbes für nationale Identität der Mitgliedstaaten, die nach Art. 6,3 EG-V zu achten ist, die ein wichtiges Politikfeld der EU ist. Nach Art. 151,4 des Vertrages trägt die Gemeinschaft bei ihrer Tätigkeit aufgrund anderer Bestimmungen den kulturellen Aspekten Rechnung, insbesondere zur Wahrung und Förderung der Vielfalt ihrer Kulturen.Wir berücksichtigen in unserer Stellungnahme, dass die Kommission innerhalb eines politischen Rahmens handelt, der durch viele Faktoren bestimmt wird. So muss sie beispielsweise ihren Verpflichtungen gegenüber den anderen europäischen Organen entsprechend den Verträgen sowie ihre internationalen Verpflichtungen gegenüber Drittländern und internationalen Organisationen Rechnung tragen. Nach Art. 15,3, Art. 302 und Art. 303 des Vertrages fördert die Gemeinschaft die Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen, insbesondere dem Europarat, und führt jede zweckdienliche Zusammenarbeit mit dem Europarat und den Vereinten Nationen herbei.Danach sind in Bezug auf das Kulturelle Erbe neben anderen insbesondere folgende Texte zu berücksichtigen: Konventionen des Europarates:- „Europäisches Übereinkommen zum Schutz des architektonischen Erbes“ (Übereinkommen von Granada vom 3. Oktober 1985 / Council of Europe Treaty Series no. 121)“- „Revidiertes Europäisches Übereinkommen zum Schutz des archäologischen Erbes“ (Übereinkommen von La Valletta / Malta vom 16. Januar 1992 / Council of Europe Treaty´Series no. 143)“- „Europäisches Landschaftsübereinkommen“ (Übereinkommen von Florenz, 20. Oktober 2000 / Council of Europe Treaty Series - no. 176)*- „Rahmenkonvention des Europarats über den Wert des Kulturerbes für die Gesellschaft “ (Übereinkommen von Faro, 27. Oktober 2005 / Council of Europe Treaty Series - no. 199)* Konventionen der UNESCO:- „UNESCO-Übereinkommen über Maßnahmen zum Verbot und zur Verhütung der unzulässigen Einfuhr, Ausfuhr und Übereignung von Kulturgut“ vom 17. November 1970- „UNESCO Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt“ (Welterbekonvention, Paris, 16. November 1972)“- „UNESCO-Konvention zum Schutz des Unterwasser-Kulturerbes“ (Paris, 3. November 2001)*- „UNESCO-Konvention über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen “ (Paris, 21. Oktober 2005) Entschließungen des Europäischen Parlaments:- 13. Mai 1974 zum Schutz des kulturellen Erbes Europas (ABl. EU C 62 vom 30.5.1974 S.5)- 14. September 1982 zum architektonischen und archäologischen Erbe Europas (ABl. EU C 2672 vom 11.10.1982 S. 25)- 28. Oktober 1988 zur Erhaltung des architektonischen und archäologischen Erbes der Gemeinschaft (ABl. EU C 309 vom 5.12.1988 S. 423)- 12. Februar 1993 zur Erhaltung des architektonischen Erbes und zum Schutz der Kulturgüter (ABl. EU C 72 vom 15.3.1993 S. 160)- 16. Januar 2001 zur Umsetzung des Übereinkommens zum Schutz des Kulturerbes der Welt in den Staaten der Europäischen Union (ABl. EU C 262 vom 18.9.2001 S. 48)- 7. September 2006 zum Schutz des natürlichen, architektonischen und kulturellen Erbes in ländlichen Gebieten und Inselregionen (ABl. EU C )_____________________________________________________________________________________*von der Bundesrepublik Deutschland bislang nicht ratifiziert. Entschließungen, Schlussfolgerungen und Empfehlungen des Rats und der Kommission:- Empfehlung 75/65/EWG der Kommission vom 20. Dezember 1974 an die Mitgliedstaaten zum Schutz des baulichen Kulturerbes und des natürlichen Lebensraumes- Entschließung (1986/C 320/01) der im Rat vereinigten, für Kulturfragen zuständigen Minister vom 13. November 1986 über die Erhaltung des europäischen architektonischen Erbes- Schlussfolgerungen (1994/C 235/01) des Rates vom 17. Juni 1994 zur Erstellung eines gemeinschaftlichen Aktionsplans im Bereich Kulturelles Erbe- Entschließung (1999/C 324/01) des Rates vom 28. Oktober 1999 über die Einbeziehung der Geschichte in die kulturelle Tätigkeit der Gemeinschaft- Entschließung (2002/C 032) des Rates vom 21. Januar 2002 über die Bedeutung der Kultur im europäischen Aufbauwerk. Dies geschieht im Sinne des - „Europäischen Kulturabkommens“ (Paris, 19. Dezember 1954 / Council of Europe Treaty Series no. 018)“ in der Erwägung, dass der Europarat die Herstellung einer engeren Verbindung zwischen seinen Mitgliedern zur Aufgabe hat und dass ein besseres gegenseitiges Verständnis zwischen den europäischen Völkern es ermöglicht, diesem Ziel näher zu kommen. Diese Ziele stehen in Übereinstimmung mit dem gemeinsamen Wunsch der Union, die Solidarität zwischen ihren Völkern unter Achtung ihrer Geschichte, ihrer Kultur und ihrer Traditionen zu stärken (EG-V, Präambel) und dem Art. 1 des Vertrages zur Verwirklichung einer immer engeren Union der Völker Europas. III. Hinweise und ForderungenWir weisen darauf hin, dass der Europarat bereits 1975 innerhalb der "Europäischen Erklärung zum Denkmalschutz" (1975) den Begriff "integrated conservation", also "integrierte Erhaltung (oder: Denkmalpflege)", einführte. Dies berücksichtigend, enthält das „Grünbuch über die städtische Umwelt“ (Mitteilung der Kommission an den Rat und an das Parlament KOM(90) 218, Juni 1990), das 1990 von der EU-Kommission herausgegeben wurde, diesen Ansatz von integrierter Denkmalpflege. Neben z.B. frischer Luft, Parks, Verkehr usw. wird auch das architektonische Erbe des gesamten urbanen Raumes berücksichtigt und die Meinung vertreten, dass der Schutz der Architektur Teil aller Initiativen zur Verbesserung des städtischen Umfelds sein sollte. Ausdrücklich betont die von den für Stadtentwicklung zuständigen Ministern und Ministerinnen der EU Mitgliedstaaten am 24. März 2007 gezeichnete „Leipzig-Charta zur nachhaltigen europäischen Stadt “ den Gedanken der integrierten Entwicklung unter Einbeziehung des baukulturellen Erbes, so dass zugleich der Ausgleich der verschiedenen Interessen ermöglicht wird.Diesen positiven Beispielen folgend ist Entsprechendes nun auch für die Kultur und insbesondere das Kulturelle Erbe im Leitfaden zur Folgenabschätzung unbedingt erforderlich.In diesem Zusammenhang machen wir darauf aufmerksam, dass z.B. nach Art. 5,3 des Übereinkommens von La Valletta sicherzustellen ist, dass bei Umweltverträglichkeitsprüfungen und den sich daraus ergebenden Entscheidungen die archäologischen Stätten und ihr Umfeld in vollem Umfang berücksichtigt werden. Entsprechend fordert das Übereinkommen von Granada in Art. 13 „eine wirksame Zusammenarbeit zwischen Denkmalpflege, Umweltschutz und Raumplanung auf allen Ebenen“.In diesem Sinne fordern auch die- Richtlinie 85/337/EWG des Rates über die Umweltverträglichkeitsprüfung bei bestimmten öffentlichen und privaten Projekten vom 27. Juni 1985 (UVP-Richtlinie) und die- Richtlinie 2001/42/EG des Europäischen Parlaments und des Rates über die Prüfung der Umweltauswirkungen bestimmter Pläne und Programme vom 27. Juni 2001 (SUP-Richtlinie) die Berücksichtigung des Kulturellen Erbes in der Umweltverträglichkeitsprüfung. Das Kulturelle Erbe ist integraler Bestandteil und Schutzgut dieser Richtlinien. Es ist für uns daher nicht nachvollziehbar, warum diesen Ansätzen und sachlichen Vorgaben im Rahmen der Folgenabschätzung der EU-Kommission nicht gefolgt wird und die Belange der Kultur und des Kulturellen Erbes unberücksichtigt bleiben sollen. Ohne Berücksichtigung des kulturellen Erbes in der Folgenabschätzung kann eine konsistente Politik und Normsetzung der Union, die alle relevanten Rechts- und Politikbereiche berücksichtigt, nicht zustande kommen. Dies läuft den Zielvorgaben des EG-Vertrages für den Erhalt des Erbes zuwider.Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss hat in einer Stellungnahme vom 31. März 2003 zum Thema „Die soziale Dimension der Kultur“ ausdrücklich auf die Rolle der Kultur als einem entscheidenden Aspekt bei der Europäischen Einigung hingewiesen. In einer immer größeren und komplexeren Union droht die Dominanz nationalistischer Tendenzen wieder aufzuleben – gerade der Rückfall in nationale Abgrenzung verhindert die Europäische Einigung (ABl. EU C 112/17 vom 30.4.2004 S. 57, no. 1.3).Wir erkennen an, dass die Union die Zusammenhänge der Kultur mit allen anderen Politikfeldern und seine Wirkung auf den Prozess der Europäischen Einigung erkannt hat und in zunehmendem Maße berücksichtigen will. So ist in besonderem Maße auf die Bestrebungen innerhalb der Europäischen Union zur Erstellung einer umfassenden Kulturpolitik hinzuweisen:- Entschließung (2007/C 287/01) des Europäischen Rates vom 16. November 2007 zu einer europäischen Kulturagenda.In der Folge hat die Europäische Kommission einen Prozess zur Bürgerbeteiligung an der Ausgestaltung der Agenda zur Europäischen Kultur im Zeichen der Globalisierung in Gang gesetzt und darüber eine Mitteilung gegeben:- „Communication from the Commission the European Parliament, the Council, the European Economic and Social Committee and the Committee of Regions on a European agenda for culture in a globalizing world (Sec(2007) 570) vom 10. Mai 2007Unter Punkt 3.3 der Kulturagenda wird die systematische Integration der kulturellen Dimension und der verschiedenen Bestandteile der Kultur in allen Aspekten der Außen- und Entwicklungspolitik, allen entsprechenden Programmen und Projekten gefordert. In Punkt 4.1 wird gefordert, die kulturelle Dimension in allen Bereichen des Dialogs mit der Öffentlichkeit in Europa einzubringen und zu stärken. Entsprechend hat der Europäische Rat in seiner Agenda zur Europäischen Kultur vom 16. November 2007 unter Punkt 16 ausdrücklich empfohlen, das Zusammenspiel zwischen den kulturellen Aspekten und anderen Politikfeldern der Gemeinschaft zu stärken.Die Ziele der Kulturagenda sind danach (1) die stärkere Einbeziehung und Berücksichtigung der Belanges des Kultursektors im Lissabon-Prozess, (2) die Umsetzung der UNESCO-Konvention zur Vielfalt der Kulturen und vor allem (3) der Aufbau eines strukturierten Dialogs mit dem Kultursektor, der sehr vielfältig ist. Punkt 3 muss als vorrangig betrachtet werden, da er von grundlegender Bedeutung ist.Wir weisen allerdings darauf hin, dass die EU-Kommission für den Sektor Kulturelles Erbe sofort in den Dialog treten könnte. Denn im Unterschied zu anderen Bereichen der Kultur sind hier die (zumeist staatlichen) Akteure zum einen überwiegend bekannt, zum anderen sind durch die bereits vorhandenen Rechtsetzungen auf europäischer Ebene in Form von (Umwelt-) Richtlinien der EU und Konventionen des Europarates bereits klare inhaltliche Leitlinien vorhanden. Die Strukturen eines Dialogs zwischen der Kommission und den Akteuren und Stakeholdern im Bereich Kulturelles Erbe müssen also nicht mehr gefunden werden.Wir fordern daher eine volle Berücksichtigung des Kulturellen Erbes in der EU-Folgenabschätzung und seine Berücksichtigung zusammen mit den Umweltbelangen.In diesem Zusammenhang ist auch darauf hinzuweisen, dass mit dem „UNECE-Übereinkommen über den Zugang zu Informationen, die Öffentlichkeitsbeteiligung an Entscheidungsverfahren und den Zugang zu Gerichten in Umweltangelegenheiten “ vom 25. Juni 1998 (Århus-Konvention) Möglichkeiten für den verbesserten Dialog mit der Öffentlichkeit auch im Bereich Kulturelles Erbe geschaffen und in der Europäischen Union umgesetzt sind (Århus-Verordnung (EG) Nr. 1367/2006; SUP-Richtlinie 2001/42/EG ; die sog. Umweltinformationsrichtlinie 2003/4/EG ; sog. Öffentlichkeitsbeteiligungsrichtlinie 2003/35/EG , mit der vor allem Änderungen in der UVPRichtlinie 85/337/EWG in Bezug auf die Öffentlichkeitsbeteiligung vorgenommen werden). IV. Konkreter Bezug zur EU-Folgenabschätzung:Von den weitreichenden Normierungen der EU können für die Kulturen in Europa erheblichen Gefahren ausgehen. Dies gilt besonders für das Kulturelle Erbe, weil dessen Erhaltung eng mit den Umweltbelangen verbunden ist. Hier besitzt die Europäische Union umfassende Regelungskompetenzen, die damit direkt auf das Kulturelle Erbe einwirken. Zudem haben viele Maßnahmen der EU, die primär ganz andere Sektoren regeln sollen, erhebliche Einwirkungen auf und in die Kultur.Zum Beispiel wirken sich alle Vorschriften, die sich mit dem Boden befassen, sei es aus dem Bereich der Landwirtschaft oder des Umweltschutzes, auch immer auf die im Boden verborgenen archäologisch relevanten Kulturdenkmäler aus; eine Vorschrift, die die Verwendung von Blei verhindern soll, muss berücksichtigen, dass Blei ein historischer Werkstoff ist und deshalb bei Restaurierungen von Kulturgütern weiter verwendet werden muss (Bleiverglasung, Bleiweiß, Orgelpfeifen).In ähnlicher Weise ist schon länger bekannt, dass auch die WTO-Verträge GATS und TRIPS auf den (Kultur-) Güteraustausch bzw. den Umgang mit (Kultur-) Urheberrechten beträchtliche Auswirkungen haben, obwohl sie sich nicht explizit auf die Kulturzusammenarbeit beziehen. Für das Kulturelle Erbe (Archäologie und Baudenkmale) lassen sich unter besonderer Berücksichtigung der Umweltbelange die berührten Handlungsfelder der EU und damit die zu prüfenden Maßnahmen allerdings schon jetzt gut bestimmen.Beispielhaft sei nur auf folgende Richtlinien und Politikziele der Union hingewiesen: 1. Die Richtlinie 2000/60/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. Oktober 2000 zur Schaffung eines Ordnungsrahmens für Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der Wasserpolitik / Wasserrahmenrichtlinie (ABl. EU L 327 vom 22.12.2000, S. 1) fordert nach Art. 4, Abs. 1, a, ii eine Verbesserung und Sanierung aller Oberflächenwasserkörper. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf Baudenkmale und deren Umgebung sowie archäologische Denkmale, insbesondere solche, die nicht obertägig sichtbar sind, weil Gewässerrenaturierungen immer auch mit Bodeneingriffen verbunden sind und die Be- und Entwässerung von Flächen Objekte beeinflusst. Dies hat in der Denkmalpflege zu erheblichen Diskussionen und Anstrengungen geführt und bindet in großem Umfang personelle und finanzielle Ressourcen, um drohende Beeinträchtigungen abzuwenden. 2. Weiter ist hinzuweisen auf den Vorschlag der EU-Kommission für eine Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates zur Schaffung eines Ordnungsrahmens für den Bodenschutz und zur Änderung der Richtlinie 2004/35/EG. Hier sind nach Artikel 8 unter anderem Maßnahmen gegen Bodenverdichtungen beabsichtigt. Es ist naheliegend, dass hier ohne besondere Hinweise auf die damit verbundene Zerstörung archäologischer Fundstellen erhebliche Schäden für das Kulturelle Erbe drohen. Zudem entzieht sich dieses Kulturerbe einer Folgenabschätzung, die sich in Wirtschaftsmaßstäben bemisst, vor allem Kosten-Nutzen-Analysen. Der „Wert“ des Kulturellen Erbes lässt sich nicht in Euro-Werten bemessen. 3. Die Kultur und insbesondere das Kulturelle Erbe bleiben nach derzeitigem Stand außerhalb der EU-Folgenabschätzung isoliert, obwohl das Kulturerbe ein integrales Schutzgut der Umweltprüfungen ist. Vor isolierten Konzepten zur Vermeidung von Umweltbeeinträchtigungen warnt jedoch ausdrücklich die Richtlinie 96/61/EG des Rates über die integrierte Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung vom 24. September 1996, die in diesem Sinne auch für das Kulturelle Erbe Geltung beanspruchen kann. Hier wird ein integriertes Vorgehen gefordert und vor isolierten Schutzkonzepten gewarnt (Sätze 2 und 9). Hier ist auch darauf hinzuweisen, dass die Rechtsetzungen der EU bereits zu erheblichen Umgestaltungen und strukturellen Änderungen benachbarter, aber für den Kulturerbeschutz sehr wichtiger Rechtsnormen im Baurecht und in der Raumordnung geführt haben. Hier sind die Schutzgüter der Umweltverträglichkeitsprüfungen umfassend integriert. 4. In diesem Zusammenhang ist auf weiterführende Rechtsetzungen der EU in Bezug auf den Naturschutz hinzuweisen (Richtlinie 92/43/EEC des Rates vom 21. Mai 1992 über den Schutz natürlicher Habitate und wildlebender Fauna und Flora – FFH-Richtlinie; Richtlinie 79/409/EWG des Rates vom 2. April 1979 über den Schutz von wildlebenden Vögeln – Vogelschutzrichtlinie). Mit dem Umfang der Ausweisung umfassender Schutzgebiete, insbesondere aufgrund der FFH- und Vogelschutzrichtlinien der Europäischen Union, gewinnen diese an Bedeutung für die Raumplanung. Sie betreffen damit auch das Kulturelle Erbe. Derzeit stehen in Deutschland 5.041 internationalen Naturschutzgebieten (FFH-Gebiete; Vogelschutzgebiete; Fechtgebiete der Ramsar-Konvention; UNESCO-Biosphärenreservate) nur 32 internationale Kulturschutzstätten der Welterbekonvention gegenüber, entsprechend einem (geschätzten) Flächenverhältnis von etwa 40 zu 1 (ca. 40.000 km2 / 1.100 km2 – FlächeDeutschlands: 357.114 km2)*. An den Zahlen ist leicht erkennbar, dass die Rechtsetzungen der Europäischen Union in großem Umfang auf die Raumplanung einwirken. Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass sich die internationalen Rechtssetzungen aufgrund des Anwendungsvorrangs von Völker- und Europarecht vor nationalem Recht – unter dass der Kulturerbeschutz fällt – als besonders weitreichend erweisen und ihnen von vornherein ein sehr hohes Gewicht in der gesetzlichen Abwägung der Belange durch die planfeststellenden Behörden geben. Im Allgemeinen dürften Kultur- und Naturschutz zwar eine Einheit bilden und sich gegenseitig ergänzen. Insbesondere im Konfliktfall der Abwägung zwischen beiden Gütern kann aber von einer Gleichrangigkeit der Belange kaum mehr ausgegangen werden. Einseitige Belastungen des Kulturellen Erbes lassen sich infolge der Rechtsetzungen der Union insbesondere bei der großräumigen Planung, aber auch im Einzelfall nachweisen und werden auch bereits in der juristischen Literatur diskutiert. 5. Schließlich ist auf die im März 2000 in Lissabon von den europäischen Staats- und Regierungschefs verabschiedete Lissabon–Agenda hinzuweisen, die das Ziel hat, die EU bis 2010 zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensgestützten Wirtschaftsraum der Welt zu machen. Hier wird unter anderem das Ziel formuliert (Ziel 14), unnötigen bürokratischen Aufwand abzubauen.Dem folgend hat die EU-Kommission ein „Aktionsprogramm zur Verringerung der Verwaltungslasten in der Europäischen Union“ – um 25 % – bis 2012 vom Januar 2007(KOM, 2007, 23) gestartet. Die Ziele der Lissabon-Agenda sind folglich auch Gegenstand des vorliegenden Entwurfes für die Folgenabschätzung.In gleicher Weise wurden den Vorgaben und Zielen der Union folgend in Deutschland in erheblichem Umfang Verwaltungsebenen und Personalstellen in den Denkmalschutzbehörden abgebaut, so dass der Denkmalschutz insgesamt strukturell geschwächt wurde. Dies hat zu umfassenden Diskussionen in den betroffenen Fachkreisen der Denkmalpflege wie auch in den Parlamenten der Bundesländer geführt.Das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz (DNK) hat daher bereits im November 2000 ein Grundsatzpapier „Bürgernahe Denkmalpflege - Empfehlung zur Verwaltungsreform in Denkmalschutz und Denkmalpflege “ (Wiesbaden, 26. November 2000) veröffentlicht und auf die Belange und Erfordernisse hingewiesen. In seiner Resolution an Bund, Länder und Kommunen „Denkmalschutz in Deutschland ist nationale und internationale Verpflichtung “ (Bonn, 8. Dezember 2003) hat das DNK vor einer weiteren Zersplitterung der Zuständigkeiten gewarnt. Diese Veränderung in der Verwaltung stehen aber letztlich auch in Zusammenhang mit den Zielen der Lissabon-Agenda, wie entsprechende Aussagen z.B. der Landesregierung von Rheinland-Pfalz belegen.Uns ist bewusst, dass die Kommission für die Wirkungen der Lissabon-Agenda auf nationaler Ebene aufgrund des für die Union fundamentalen Subsidiaritätsprinzips nicht alleine die Verantwortung tragen kann. Die Kommission kann die Maßnahmen der Mitgliedsstaaten nur unterstützen und ergänzen, nicht aber ersetzen, so dass die Eigenverantwortung der Mitgliedstaaten für die Organisation, Ausgestaltung und Finanzierung ihrer Strukturen und Systeme erhalten bleibt.Die Kommission räumt aber in ihrer Mitteilung (KOM 2002, 704 vom 11. Dezember 2002 über „Allgemeine Grundsätze und Mindeststandards für die Konsultation betroffener Parteien “ zurecht ein, dass regionale und nationale Auswirkungen, auf die es bei der Beurteilung der Subsidiaritäts- und Verhältnismäßigkeitskriterien ankommt, größerer Aufmerksamkeit bedürfen. Wir teilen diese Auffassung und sehen uns insoweit auch in unserer Forderung nach einer Berücksichtigung der Kultur und des Kulturellen Erbes bei der Folgenabschätzung bestätigt. Im Rahmen der Folgenabschätzung der EU-Kommission droht eine weitere Verlagerung von Belastungen der anderen Belange auf die Kultur, insbesondere das Kulturelle Erbe.Wir geben unserer Sorge darüber Ausdruck, dass die Kultur und insbesondere das Kulturelle Erbe durch die Politik und die Rechtsetzung der Union, seien diese mittelbar oder unmittelbar wirksam, unwiederbringlich geschädigt werden.Eine vorausschauende Folgenabschätzung der Maßnahmen der Union ist daher für das Kulturelle Erbe dringend erforderlich. Widrigenfalls würde auch dem Ziel der Einheit Europas und seiner Bürger in der Union Schaden zugefügt werden; die Achtung und Wahrung des gemeinsamen Erbes aller Nationen ist daher von elementarer Bedeutung. Wir fordern daher die Kommission auf, den Gefahren für die Kultur und insbesondere das Kulturelle Erbe unter Berücksichtigung von Art. 151,4 des Vertrages durch Integration in die Folgenabschätzung der EU-Kommission entgegenzuwirken. Probleme wie insbesondere die unter Punkt 2 und 4 genannten Aspekte müssen verstärkt berücksichtigt und im Vorfeld der Rechtsetzung erörtert werden._______________________________________________________________________________** Nach Zahlen des Bundesamtes für Naturschutz. In Bezug auf die Naturschutzgebiete lassen sich allerdings nur Schätzwerte angeben, da insbesondere FFH- und Vogelschutzgebiete zusammengefasst sein können. V. Antworten zu den Fragen der KonsultationZu den einzelnen Fragen der Konsultation nehmen wir wie folgt Stellung: Wird/ werden im Leitfaden … 1. …der Folgenabschätzungsprozess und die darin enthaltenen, aufeinander aufbauenden Einzelschritte ausreichend dargestellt (Problemdefinition, Zielsetzung, Politikoptionen, Folgenabschätzung, Vergleich verschiedener Optionen, Monitoring und Evaluierung)? In dem Leitfaden werden der Folgenabschätzungsprozess und die darin enthaltenen, aufeinander aufbauenden Einzelschritte ausreichend dargestellt. Positiv fällt uns auf, dass der Grundansatz und das Ziel der Verträglichkeitsprüfung erläutert und erklärt werden. Die Ziele sind anspruchsvoll. Allerdings bleibt – wie oben dargestellt – der Aspekt „Auswirkung auf Kultur und Kulturgüter“ völlig unberücksichtigt. Das muss nachgebessert werden. Wir schlagen auch vor, den Begriff der „integrativen Prüfung “ in umfassender Weise zu berücksichtigen, zu erläutern und anzuwenden, so dass die sachlichen und faktischen Zusammenhänge mit anderen Rechtsetzungen der Union und den Konventionen des Europarates deutlich werden. 2. …das für ein umfassendes und ausgewogenes Folgenabschätzungssystem kennzeichnende Gleichgewicht zwischen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Auswirkungen gewahrt? In dem Leitfaden wird eine umfassende und ausgewogene Abwägung zwischen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Auswirkungen nur bedingt gewahrt; wobei der Schwerpunkt auf wirtschaftlichen und sozialen Belangen („Jobs“) liegt.. Umweltbelange stehen dagegen offensichtlich zurück, so dass sich die Frage der Verhältnismäßigkeit der vorgesehenen Schritte und Maßnahmen stellt. Zudem wird der Aspekt „Auswirkung auf Kultur und Kulturgüter“ völlig vergessen, obwohl gerade das Kulturelle Erbe (und die Kultur) im Sinne der Umweltrichtlinie der Europäischen Union Bestandteil der Umwelt ist. Das muss nachgebessert werden. 3. ...den Besonderheiten der verschiedenen Arten von Auswirkungen in ausreichender Weise Rechnung getragen? In dem Leitfaden wird den Besonderheiten der verschiedenen Arten von Auswirkungen Rechnung getragen. Der Aspekt „Auswirkung auf Kultur und Kulturgüter“ wird entgegen der Forderung des Art. 151.4 EG-V völlig vergessen. Hier muss nachgebessert werden. Sorge bereiten uns diesbezüglich insbesondere die „Smart-Terms “ des Entwurfes, seien diese spezifisch, messbar, erreichbar, realistisch oder zeitabhängig. Der Schutz und der Erhalt des Kulturellen Erbes ist ein grundsätzlich langfristiges Ziel, dass sich diesen Kategorien einer auf kurz- oder mittelfristigen Erfolg abzielenden Politik meist entzieht. Schon die Betonung eines absehbaren Zeitraumes für die Erreichung anderer Ziele droht konkret zu Lasten des kulturellen Erbes zu gehen – wie dies im Falle der Bodenrichtlinie und der hiernach vorzunehmenden Maßnahmen, z.B. gegen Bodenverdichtungen, nachweisbar ist. Die Hervorhebung der Smart-Terms im Rahmen der Prüfung erscheint daher nach derzeitigem Stand des Leitfadens als eine konkrete Gefahr für das Kulturelle Erbe. Hier ist vielmehr eine besonders gründliche Folgenabschätzung für das Kulturelle Erbe erforderlich. 4. …analytische Methoden in ausreichendem Umfang dargestellt und deren Anwendung detailliert genug erklärt? In dem Leitfaden werden analytische Methoden in ausreichendem Umfang dargestellt und deren Anwendung detailliert genug erklärt. Der Aspekt „Kultur und Kulturgüter“ wird aber völlig vergessen. Hier muss nachgebessert werden. Gegebenenfalls müssen gesonderte Methoden entwickelt werden, mit denen unter Beachtung der Subsidiarität und der besonderen Eigenverantwortung der Mitgliedstaaten für die Kultur Auswirkungen und Folgen besser abgeschätzt werden können. Hier sind die zuständigen Behörden in den Regionen und Mitgliedstaaten sowie die Bürgergesellschaft zu beteiligen und gegebenenfalls die Fristen / Termine zu verlängern. 5. …verständlich genug erläutert, wie – basierend auf den Mindeststandards der Kommission für Konsultationen – in der Vorbereitungsphase Fachwissen von Experten und Stakeholdern eingeholt werden kann? In dem Leitfaden wird verständlich genug erläutert, wie – basierend auf den Mindeststandards der Kommission für Konsultationen – in der Vorbereitungsphase Fachwissen von Experten und Stakeholdern eingeholt werden kann. Dies begrüßen wir. Hier sind jedoch ebenfalls Experten für Kultur und Kulturelles Erbe zu hören, wobei in besonderem Maße zu berücksichtigen ist, dass diese kaum über eigene Lobby-Vertreter bei der Kommission verfügen. Dem „Impact Assessment Board“ kommt hier eine besondere Verantwortung zu.Insgesamt ist es erforderlich, dass in den Leitfaden zur Folgenabschätzung durch die Europäische Kommission neben den Prüfkategorien Wirtschaft, Soziales und Umwelt die Prüfkategorie „Kultur und Kulturelles Erbe“ eingeführt wird. VI. VorschlagWir schlagen vor, die Belange des Kulturellen Erbes im Sinne der EU-Richtlinien zur Umweltverträglichkeit gleichrangig neben den Belangen der Umwelt einzuordnen. Andernfalls werden künftige Regeln, die die Kommission erlässt, unweigerlich zu – vermeidbaren – Schäden an Kulturgütern und zu Einschränkungen der freien Entwicklung der Kultur führen. Dabei würden lokale, regionale und nationale Identitäten geschädigt, archäologische, denkmalpflegerische und städtebauliche Substanz zerstört und national und regional wertvolles Kulturgut beeinträchtigt. Nochmals sei darauf hingewiesen, dass eine Berücksichtigung des Kulturellen Erbes außerhalb der EU-Folgenabschätzung in einem gesonderten Verfahren den Erfordernissen – und Möglichkeiten – nicht gerecht wird. Im Gegenteil warnt die IVU-Richtlinie ausdrücklich vor dem Problem der Verlagerung von Belastungen, die hier konkret absehbar und für das Kulturelle Erbe zu seinem Nachteil sogar nachweisbar sind.Die frühzeitige Berücksichtigung des Kulturellen Erbes in der EU-Folgenabschätzung ist nach Art. 151,4 des Vertrages erforderlich und möglich. Geeignete Pfade sind für das Kulturelle Erbe bereits vorhanden; wegweisend ist hier vor allem das Umweltrecht. Im Sinne der damit verbundenen Ziele der EU-Kulturagenda kann dies zugleich den weiteren Weg für die zukünftige Berücksichtigung der Vielfalt der Kulturen und seiner Ausdrucksformen in der Europäischen Union weisen. Dies wäre ein zukunftsweisender Schritt hin zur Vertiefung der Einheit der Europäischen Union.Wir hoffen sehr, dass die erforderlichen Verbesserungen eingestellt werden. Wir sind gerne bereit, die Kommission dabei durch Beratung zu unterstützen. Göttingen, Bonn, Innsbruck den 18.07.2008 Das Grünbuch Stellungnahme des Dachverbandes Archäologischer Studierendenvertretungen (DASV e.V.) zum Grünbuch: "Die Mobilität junger Menschen zu Lernzwecken fördern" im Rahmen des öffentlichen Konsulationsverfahren der Europäischen Kommission. Der Dachverband Archäologischer Studierendenvertretungen e.V. möchte hiermit als Interessensvertretung junger Menschen, die gerade ihr Studium absolvieren und als Teil der europäischen Zivilgesellschaft im Rahmen des aktuellen Konsultationsverfahrens zum oben genannten Grünbuch Stellung beziehen.Wir sind ein Verein, der die Belange von Studierenden Archäologischer Fächer in Deutschland, Österreich und der Schweiz vertritt. Der DASV e.V. ist derzeit europaweit die einzige bestehende Dachorganisation der Studierendenvertretungen archäologischer Fächer und versteht sich mit seiner in der Satzung verankerten Ländergrenzen überwindenden Ausrichtung als nicht an die nationalen Rahmen gebunden, sondern nimmt sich den Gedanken einer europäischen Einheit zum Vorbild. Die StellungnahmeUnsere Stellungnahme zum Konsultationsverfahren glieder sich in zwei Teile: An erster Stelle gehen wir grundsätzlich auf die Mobilitätsproblematik ein, um danach die einzelnen Kapitel und Abschnitte des Grünbuchs zu kommentieren und auf einige der gestellten Fragen zu antworten. A. Die Bedeutung von Mobilität in der Archäologie und die interkulturellen Kompetenzen eines FachsDie Archäologie befasst sich mit den materiellen Hinterlassenschaften vergangener Kulturen und dies weit über nationale Grenzen hinaus, so dass das Studium einer archäologischen Disziplin auch immer das Reisen zu den Objekten, sei es im eigenen Land oder im Ausland verlangt.In der archäologischen Forschung, die den Schwerpunkt unseres Studiums bildet - auch nach den Umstellungen im Rahmen des Bologna-Prozesses - ist der Austausch unter Wissenschaftlern verschiedener europäischer und außereuropäischer Nationalitäten von elementarer Wichtigkeit. Diese Grundsätze werden von den Lehrenden an die Studierenden weitergegeben und stärken das länderübergreifende Selbstverständnis einer international gut vernetzten Wissenschaft, wie es in diesem Maße nur wenige Fachdisziplinen von sich behaupten können. Die Grundlage für Mobilität ist in unserem Fach allein aus diesen Gründen besonders gut. Längere Auslandsaufenthalte gehören im Bereich Archäologie zu den unabdingbaren Bestandteilen unseres Studiums.Dies können die Zahlen einer aktuellen Studie des Dachverbandes Archäologischer Studierendenvertretungen e. V. deutlich machen: Während der Prozentsatz der Studierenden, die einen Auslandsaufenthalt absolviert haben, in der Fächergruppe Sprach- und Kulturwissenschaften / Sport - zu der auch die archäologischen Fächer gehören - bei 13,8 % liegt1, haben sich unter den bisher Befragten der DASV-Studie im Schnitt 18,15 % von 270 für längere Zeit zum Studium im Ausland aufgehalten2. Durch die Einführung des „Verursacherprinzips“3 in der Denkmalpflege veränderte sich der archäologische Arbeitsmarkt in den vergangenen 20 Jahren deutlich und führte zu einer gestiegenen Nachfrage an gut ausgebildeten Archäologen. Dieser gewachsene Bedarf erfolgt jedoch nur in den Ländern, in denen das Verursacherprinzip auch wirklich Anwendung findet und in denen die Immobilienwirtschaft in den vergangenen Jahren viele Projekte umgesetzt hat, wie bspw. in Irland4.Für Archäologen, die ihre Ausbildung in Ländern ohne aussichtsreiche Berufsperspektiven abgeschlossenhaben, spielen diese neuen Arbeitsmärkte daher eine wesentliche Rolle. Dies zeigt, dass Mobilität ist im Berufsleben von entscheidender Wichtigkeit, damit den Absolventen der Einstieg in den archäologischen Arbeitsmarkt gelingen kann. Mobilität zu Lernzwecken, d.h. Mobilität bereits während des Studiums, ist dabei ein unabdingbarer Faktor, denn er stärkt die Bereitschaft später im Ausland zu arbeiten.Die Bereitschaft im Ausland archäologisch zu arbeiten, ist unter den Teilnehmern der Studie des DASV e.V. besonders hoch5. Dies veranschaulicht, in welchem Umfang Studierende unseres Faches zahlreiche Erfahrungen mit Auslandaufenthalten gemacht haben und begründet das große Interesse des DASV e.V. an Mobilität und an Initiativen der europäischen Institutionen auf diesem Feld. Unsere Erfahrungen möchten wir im Rahmen dieser Studie einbringen. B. Anmerkungen und Antworten des DASV e.V. zum Grünbuch "Die Mobilität junger Menschen zu Lernzwecken fördern"Im Vorwort des Grünbuchs unter dem Abschnitt "Arten der Mobilität" werden die Ziele, die mit dem Buch verfolgt werden sollen, genannt. Aus diesen Zielen leiten sich für einzelne Kapitel des Grünbuchs einige Schlussfolgerungen ab, die aber an den entsprechenden Stellen leider fehlen.Wir möchten darum zuerst die einzelnen Ziele des Grünbuchs kommentieren um zu zeigen, was sich unserer Ansicht nach aus ihnen für Folgerungen ergeben. Das Grünbuch hat sich zum Ziel gesetzt: Förderung der organisierten Mobilität zu Lernzwecken. Dies bedeutet, dass die Mobilität mit bestimmten Lernerfolgen verbunden sein und zu Qualifikationen, Credits und / oder Berufserfahrung führen sollte [...] Um die von der Mobilitätsförderung erwünschten Lernerfolge zu erreichen, ist es notwendig auch auf die Voraussetzungen einzugehen, unter denen die Qualifikationen, Credits und / oder Berufserfahrungen, die im Ausland gewonnen werden. Die Anerkennung von Leistungen sollte den Rahmen, in dem sie erworben werden, nicht außer Acht lassen. Mobilität ins nicht-muttersprachliche Ausland verlangt Sprachkenntnisse! Das Erlernen einer Sprache gehört zwar grundsätzlich in die Vorbereitungsphase, den aktiven Sprachgebrauch erlernt man aber erst im intensiven Kontakt mit Muttersprachlern im Ausland. Das Erlernen und Perfektionieren der Fremdsprache ist unserer Ansicht nach neben den interkulturellen Kompetenzen, einer der wichtigsten Erfolge einer Mobilitätsphase. Der Spracherwerb spielt jedoch im Grünbuch nur in der Vorbereitungsphase eine Rolle (Kapitel 1) nicht mehr in der Mobilitätsphase (Kapitel 2). Die Berücksichtigung, dass Sprache nur im Kontakt mit Muttersprachlern gut erlernt werden kann, hat jedoch zur Folge, dass bei der Anerkennung von Studienveranstaltungen realistische Ansprüche an den Lernerfolg gestellt werden müssen. Es gilt der Grundsatz, dass wer im Ausland kein Muttersprachler ist, dem fällt auch das "Lernen" um einiges schwerer. Als zweites Ziel wird genannt: In erster Linie Berücksichtigung der Mobilität zwischen den Ländern, die derzeit an EU-Programmen teilnehmen. Damit kommt die Kommission den Wünschen des Rates in dessen Schlussfolgerungen vom 28. November nach. [...] Auch die Nationale Mobilität ist eine Grundvoraussetzung, besonders in Bezug auf die Rahmenbedingungen, die durch die EU geschaffen wurden (bspw. durch die Einführung von Bachelor und Master).und Master).Wir bestehen daher mit Nachdruck darauf, dass auch die Mobilität zu Lernzwecken innerhalb eines Landes Berücksichtigung findet, da sie eine wichtige Voraussetzung für Mobilität zwischen den Ländern darstellt. Mit Berücksichtigung meinen wir, dass die Mobilität zu Lernzwecken innerhalb nationaler Grenzen im Rahmen dieses Grünbuchs, welche die Förderung der Mobilität zum Ziel hat, eingefordert werden muss. Zu den Abschnitten des Grünbuchs: Zu 1.1. Information und Beratung:Wir wollen keine bewährten Verfahren nennen, sondern ausdrücklich darauf hinweisen, dass besondersstudentische Netzwerke und Organisationen zur Verbreitung von Informationen unbedingt herangezogen werden sollten, da sie einen direkten Zugang zu einer großen Menge von Studierenden haben. Organisationen wie der DASV e.V., die einzelne Fachdisziplinen repräsentieren und die sich als europäische Verbände verstehen, können als Plattformen für Vorbereitung, Follow-Up und Erfahrungsaustausch dienen. Zu 1.2. Motivation stärken:Am Ende des Absatzes werden die folgenden Fragen gestellt: Wie können jungen Menschen bessere Anreize geboten werden und wie können sie besser dazu motiviert werden, eine Mobilitätsphase zu absolvieren? Welche Vorgehensweise sollte für eine größtmögliche Wirkung gewählt werden? Geben Sie bitte konkrete Beispiele bewährter Verfahren in diesem Bereich an. Worin bestehen ihrer Ansicht nach für junge Menschen die wichtigsten Hindernisse, die sie davon abhalten, eine Auslandserfahrung zu machen? Der wohl beste Anreiz zur Absolvierung einer Mobilitätsphase sind angemessene Finanzierungsprogramme! Programme zur finanziellen Förderung von Mobilitätsphasen im Ausland sollten nicht vorwiegend große Fächer unterstützen, sondern auch kleine Fächer wie die Archäologie stärker berücksichtigen als bisher6, da Mobilität in der Archäologie eine zentrale Rolle spielt und für die Qualifikation auf dem archäologischen Arbeitsmarkt ein längerer Aufenthalt im Ausland oft vorausgesetzt wird.Besonders die bürokratischen Hindernisse bei der Kooperation zwischen den Universitäten sollten abgebaut werden. Diese belasten Studierende vor allem zeitlich in der Vorbereitung ihrer Mobilitätsphase zum Teil erheblich.Die Reduzierung des Zeitdrucks in den neuen Studiengängen (BA/MA) und die Schaffung von geeigneten Zeiträumen (d.h. auch für zwei Semester) im Studienverlaufsplan (nicht wie bisher im 5. Semester) würden hingegen einen großen Anreiz für einen Studienaufenthalt im Ausland schaffen.In unseren Augen würde sich die Bereitschaft zu Mobilitätsphasen sehr erhöhen, wenn sich Studierende auch die Vorbereitungsmaßnahmen bspw. die Sprachkurse anrechnen lassen könnten. Studierende in den neuen Studiengängen verbringen mit der Vorbereitung eines Auslandaufenthaltes sehr viel Zeit, die ihnen auch honoriert werden sollte, denn die Mehrbelastung für das laufende Studium ist erheblich. Die Vergabe von ECTS-Punkten sollte sich nicht allein auf die im Zielland zu absolvierenden Lehrveranstaltungen beziehen, sondern im Mindesten auch die Sprachkurse. Auf keinen Fall darf dasselbe Pensum an Lehrveranstaltungen wie im Heimatland gefordert werden! Dies muss bei Nicht-Muttersprachlern berücksichtigt werden. Verfahren:Der Ansatz des Grünbuchs verschiedene Partner zu gewinnen sich an der Förderung von Mobilität zu beteiligen, begrüßen wir! Als Studierendenorganisation sehen wir uns nicht in der Lage zu fordern, sondern können, durch unsere Netzwerke fördernd tätig werden.Auf der einen Seite kann dies durch Informationsaustausch im Rahmen der Verbände passieren, dennwir erreichen als Dachverband zahlreicher archäologischer Studierendenvertretungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz über 6000 Kommilitoninnen und Kommilitonen. Diese Zahl ist zwar im  Verhältnis zu der Gesamtzahl an Studierenden in den 3 Staaten gering, aber das Netzwerk ist als solcheseinmalig.Die Förderung der Entwicklung solcher fachbezogenen studentischen Netzwerke kann in großen Umfang dazu beitragen, dass mehr persönlicher Erfahrungsaustausch stattfindet, der ganz wesentlich Hemmnisse und Vorbehalte gegenüber einem Auslandsaufenthalt abzubauen vermag.Andererseits können sich Studierendenorganisationen und auch die Berufsverbände bei der Gestaltung der Programme in den eigenen Universitäten und auf nationaler Ebene beteiligen. Die wenigen Instrumente für die Zivilgesellschaft, sich auf nationaler und regionaler Eben in politischen Entscheidungsprozesse einzubringen, sind eindeutig zu gering. Die Instrumente zur Beteiligung der Zivilgesellschaft, wie sie auf europäischer Ebene praktiziert werden, sollten von den europäischen Institutionen auch für die nationale und regionale Ebene eingefordert werden. Zu 1.6. Mobilität in die und aus der Europäischen Union:Die Europäische Union sollte erneut und mit Nachdruck ein einheitliches europäisches Studiensystemeinfordern wie im Kommuniqué von Löwen geschehen. Das britische Studiensystem bspw., das im Rahmen der Umstellung im Rahmen der Bologna-Reform gar nicht an die europäischen Vorgaben angepasst worden ist bereitet zahlreichen Studierenden Probleme, die dort einen Auslandsaufenthalt absolviert haben, da an manchen Universitäten gar keine ECTS im Rahmen eines Auslandsaufhenthalts vergeben werden7. Zu 1.8. Einbeziehung benachteiligter Personengruppen:Um breite Beteiligung an den Mobilitätsprogrammen zu erreichen, wirken Auswahlverfahren, wie sie in nahezu allen Universitäten des Verbandsgebietes bestehen, abschreckend auf die Mobilitätswilligen, und kommen zu den im Grünbuch genannten Hindernissen noch hinzu. Zu 2.2. Anerkennung und Anrechnung:Am Ende des Absatzes werden die folgenden Fragen gestellt: Stellen Ihrer Erfahrung nach die Anrechnung und Anerkennung des formal und nicht formal Gelernten immer noch ein signifikantes Hindernis für die Mobilität dar? Ja, da die Anrechnung viel zu selten stattfindet. Nichtformales Lernen macht einen wesentlichen Bestandteil eines Auslandsaufenthaltes aus! Interkulturelle Kompetenzen und sichere Sprachbeherrschung sind wesentliche Erfolge eines Auslandaufenthaltes spielen jedoch bei der Anerkennung der Leistung kaum eine Rolle.Diese Bedeutung sollte im bereits gesteckten Rahmen von 30 ECTS mit einer pauschalen Punktzahl 10 ECTS angerechnet werden! Bisher werden nur Studienveranstaltungen angerechnet - doch schon der Aufenthalt im Ausland, die Bereitschaft dort zu wohnen, zu leben und zu lernen sollte unbedingt honoriert werden. Im Vergleich zum Heimatland ist ein Studium im fremdsprachigen Ausland schon aufgrund des anderen Studiensystems und der Sprache ungleich schwerer.Bei den Verträgen sollte darauf geachtet werden, dass die im Austauschsort zu erbringende Leistung, der erbrachten Leistung an der Heimatuniversität - 10 ETCS entspricht.Weitere Hindernisse liegen bereits in der Vorbereitungsphase, und haben aber unmittelbar mit der Anrechnung zu tun, denn das Learning Agreement bedingt, dass Kurse vorher festgelegt werden müssen und nicht flexibel Vorort belegt werden können.Ein Vorschlag von unserer Seite wäre, das Learning Agreement dahingehend zu verändern, dass es nur noch allgemeine Anforderungen, wie bspw. Sprachkenntnisse, die allgemeine Anerkennung des vollständig abgeleisteten Aufenthalts und die Vorort abgeleisteten Studienveranstaltungen unter Berücksichtigung von einigen frei wählbaren Kursen umfasst. Dabei sollten die Verträge zwischen den Universitäten immer flexibel, transparent und offen sein. Berlin, den 15.12.2009 ___________________________________________________________________________________ 1 Statistisches Bundesamt, Deutsche Studierende im Ausland, Statistischer Überblick, Ausgabe 2009, S. 11.2 Dies sind vorläufige Zahlen, die sich noch in der Durchführungsphase befindet. Die Studie befragt Studierende archäologischer Fächer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ziel ist es u.a. die Intensität, aber auch die Probleme der Mobilität in unserem Fach zu untersuchen. Die endgültigen Zahlen werden am 1. März 2010 auf der Homepage des DASV e.V. www.dasv-ev.org publiziert werden.3 Beim Verursacherprinzip wird bei jeder Bautätigkeit eine vorherige archäologische Untersuchung des Baugrundstücks notwendig. Die Kosten der archäologischen Untersuchung trägt hierbei der Verursacher, also der Bauherr.4 http://www.discovering-archaeologists.eu/DISCO_Transnational_Report.pdf S.11.5 Von den derzeit 270 Befragten könnten sich 192 Studierende (71,11%) vorstellen später im Ausland zu arbeiten und 117 Studierende (43,33%) haben bereits archäologisch im Ausland gearbeitet.6 In der Studie des DASV haben von den bisherigen Teilnehmern gerade einmal 19 von 47 Studierenden, die ein Semester im Ausland verbracht haben, das Erasmusprogramm nutzen können.7 Dies ist das Ergebnis unserer Studie. Auf die Frage, ob es Probleme gab, haben von den bisher 270 Teilnehmenden nur 9 Befragte geantwortet, dass es Probleme gab. Alle haben ihren Auslandsaufenthalt in Großbritannien absolviert und allen haben angegeben, dass an der Partneruniversität in Großbritannien keine ECTS vergeben worden sind. 

Leitfäden

Diese sollen euch bei euren Planungen unterstützen, damit ihr nicht immer von vorn anfangen müsst.

 

In Zukunft sollen noch mehr von diesen Erfahrungssammlungen erarbeitet werden.

  • Leitfaden zur Durchführung einer IFaTa

    Diese Orientierungshilfe dient den Studierenden als Hilfestellung für die Planung einer IFaTa. Es ist zu berücksichtigen, dass jeder Austragungsort eine Anpassung als Leitfadens erfordern kann. Auch eine ständige Aktualisierung des Leitfadens ist empfehlenswert. Der kreativen Programmgestaltung sind neben den Standardprogramm (Mitgliederversammlung, Treffen der Regional- und Landesverbände und Zeit für Arbeitsgruppen) keine Grenzen gesetzt.

     

    Die Internationale Fachschaftentagung (IFaTa) des Dachverbandes Archäologischer Studierendenvertretungen e.V. (DASV) ist ein im Semestertakt abgehaltenes Treffen studentischer VertreterInnen der archäologischen Fächer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Es handelt sich um eine drei- bzw. viertägige Tagung ("kleine" und "große" IFaTa, die sich ihrerseits auch im Semestertakt abwechseln. Auf der "kleinen" IFaTa findet der Amtswechsel der Vorstandsmitglieder und auf der "großen" der Amtswechsel der RegionalvertreterInnen bzw. LandesvertreterInnen statt.

    Im Rahmen von international und interdisziplinär besetzten studentischen Arbeitsgruppen bearbeiten Studierende der Archäologie für sie relevante Themen. Des Weiteren hat die Tagung die Vernetzung der Studierenden zum Ziel. Die halbjährlich abgehaltene Mitgliederversammlung des DASV findet ebenfalls auf der IFaTa statt.

    Zum Zweck der IFaTa-Planung ist es ratsam, ein Organisationsteam, bestehend aus zwei bis drei Mitgliedern der beteiligten Studierendenvertretungen, mindestens ein halbes Jahr vorher zu bilden. Dazu sollte eine - vom Programm der IFaTa abhängige - Anzahl an Freiwilligen für die tatsächliche Durchführung aufgestellt werden. Für die Organisation besteht auch die Möglichkeit Projektpartner (Hochschule, Sponsoren etc.) anzuwerben, die die Tagung finanziell und logistisch unterstützen.

     

    Als Austragungsort für eine IFaTa eignen sich am besten die Räumlichkeiten der involvierten Institute, um auf die Ressourcen der Hochschulen zurückzugreifen (Hörsäale, PCs, Beamer). Eine solche Vorgehensweise senkt u.U. anfallende Kosten für Räume und weiteres Equipment. In der Regel sind zwischen 30 bis 70 TeilnehmerInnen zu erwarten.

     

    Projektaufbau

    Die Veranstalter der IFaTa sind die jeweils involvierten Studierendenvertretungen. Die IFaTa stellt zwar ein Projekt des DASV dar, aber die Planung, Finanzierung und Ausführung wird durch die Studierendenvertretungen unter Rückgriff auf eigene Ressourcen und die der Projektpartner durchgeführt, weshalb es sich auch um ein Projekt dieser Studierendenvertretungen handelt. Der DASV ist der Schirmherr der IFaTa und leistet Unterstützung in der Planungsphase.

     

    Die IFaTa-Organisation lässt sich in drei Phasen gliedern: Planung - Durchführung - Abschluss. Die Planungsphase läuft bis zum Beginn der Tagung, die Durchführungsphase stellt die Tagung an sich dar, die Abschlussphase ist die Nachbereitung. Planungs- und Ausführungsphase gehen fließend ineinander über und überschneiden sich.

    Die Planungsphase umfasst sämtliche Tätigkeiten, die zur Ausrichtung und zur Ermöglichung der Durchführungsphase sind, wie die Beschaffung der Unterkunft für die TeilnehmerInnen, das Einwerben von Sponsorengeldern, die Reservierung der Räumlichkeiten, wahlweise die Schaffung einer Homepage  bzw. die Nutzung der DASV-Seite für sämtliche Informationen rund um die Tagung, die Verteilung der Einladungen, die Organisation der Verpflegung und der Tagungsunterlagen.

     

    Wichtig bei der Erstellung des Tagungsprogramms ist es, dass in jedem Programm ein Zeitfenster für Treffen der Regional- und Landesverbände und für die Arbeitsgruppen eingeräumt sowie am Ende die Mitgliederversammlung angesetzt wird. Darüber hinaus sollten eine Eröffnungsveranstaltung und ein kleines kulturelles Rahmenprogramm (z.B. ein Vortrag, ein Museumsbesuch oder eine Stadtführung) die Tagung bereichern.

     

    Während der Tagung muss für jeden Teilnehmer bzw. für jede Teilnehmerin der Tagungsbeitrag quittiert werden, da an einigen Hochschulen die Möglichkeit besteht sich diese Kosten erstatten zu lassen. Der angesetzte Tagungsbeitrag sollte 15,00 Euro nicht überschreiten. Ein Großteil der finanziellen Mittel für die Tagung sollten von dem Organisationsteam eingeworben werden.

     

    Die Abschlussphase beinhaltet alles, was zur Nachbereitung der Tagung nötig ist - diese wird ebenso durch das Organisationsteam ausgeführt. Faktisch ist das Projekt nach Ende der Tagung abgeschlossen, praktisch nach Ende der Abschlussphase.

    Dazu gehört vor allem nicht nur der Rückbau der Räumlichkeiten, sondern weiterhin die Abwicklung der Finanzen, Ausstellen von Spendenbescheinigungen, Quittungen etc.

     

    Projektorganisation

    Geleitet wird das Projekt durch ein Organisationsteam. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die optimale Größe dabei aus zwei bis drei Mitgliedern der beteiligten Studierendenvertretungen umfasst. Durch ein bewusst klein gehaltenes Organisationsteam können die Aufgaben in einem klar nachvollziehbaren Rahmen optimal verteilt werden. Das Organisationsteam koordiniert die gesamte Planung der Tagung und stellt den Ansprechpartner nach außen wie innen dar. Innerhalb des Organisationsteams sind die Aufgaben nach verschiedenen Bereichen (Personal, Finanzen, Logistik, Kommunikation, PR/Werbung, Einladung etc.) klar verteilt.  Ein sinnvolles Gleichgewicht zwischen individuellen und gemeinschaftlichen Arbeitsbereichen ist hierbei anzuraten. Es empfiehlt sich auch im  Rahmen von Organisationssitzungen den Ablauf der Tagung grundsätzlich auszuarbeiten und die jeweiligen Projektaufgaben an die Mitglieder des Organisationsteams zu delegieren. Weiteres ergibt sich gewöhnlich im Zuge des Arbeitsprozesses. Das Organisationsteam ist ehrenamtlich tätig.

     

    Projektparameter

    Gleich zu Beginn der Planung sollten die wichtigsten Parameter, Finanzen, Raum und Ressourcen geklärt werden. Es muss ein stringenter Zeit- und Finanzplan aufgestellt werden, der gemessen an den zu erwartenden Teilnehmern sämtliche Kosten und Aufgaben, die entstehen berücksichtigt.

    Um ein Finanzbudget aufbauen zu können, hat es sich bewährt, einerseits auf Subventionen (Hochschulschülerschaft, Universität, Tagungsstadt etc.), anderseits auf die eigenen finanziellen Mittel der Studierendenvertretungen zurückzugreifen. Für Subventionen empfiehlt es sich, möglichst alle Projektanträge zu stellen, die zur Verfügung stehen. Auch ist hier eine genaue Auseinandersetzung mit den jeweiligen Förderrichtlinien unabdinglich. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass der aktive Part vom Organisationsteam übernommen werden muss, d.h. dass auf alle zur Verfügung stehenden Optionen vom Organisationsteam möglichst offensiv eingegangen werden muss. Große Teile des Tagungsbudgets können durch die Tagungsgebühr gestellt werden, auch bieten private Spenden (Professoren etc.) oder Subventionen (Projektpartner) eine Option. Ziel der Tagungs-Finanzierung ist es jedoch nicht, den Tagungsbeitrag so hoch anzusetzen, um die Tagung zu finanzieren. Die Tagung soll vorrangig durch Drittmittel finanziert werden.

     

    Für die Versorgung der TeilnehmerInnen sollte ebenso auf die Infrastruktur und etwaige Angebote der Projektpartner zurückgegriffen werden, da sich hierbei Optionen wie gastronomische Infrastruktur, Veranstaltungsräumlichkeiten (Empfang etc.), Transportmöglichkeiten, Vergünstigungen bei Großeinkäufen, Getränkespenden oder Sachspenden (Besteck etc.) ergeben können.

     

    Auch besteht die Möglichkeit, für die Tagungsunterlagen (z.B. Tagungsmappen, kostenlose Druckkontingente) Angebote der Projektpartner (z.B. direkt von der Hochschule) wahrzunehmen.

    Die Werbung zur Tagung (PR) sollte über die Verteiler des DASV an alle Mitglieder und die Verteiler der Institutionen und Organisationen, die im Kontakt mit dem DASV stehen, erfolgen. Diese können in weiterer Folge die Veranstaltung über ihre eigenen Verteiler verbreiten. Für das Benutzen der Verteiler bzw. sonstiger Werbemaßnahmen ist Rücksprache mit dem Vorstand des DASV zu halten.

     

    Die Einladung ist satzungskonform an die Mitglieder des DASV zu verschicken und sollte neben dem Tagungsprogramm auch Informationen rund um die Tagung enthalten (Anreiseinformationen, Unterkunft, Tagungsbeitrag, Themen für die Arbeitsgruppen, Anmeldemodalitäten inkl. Deadline für die Anmeldung, Kontaktmöglichkeit zum Organisationsteam für Rückfragen und die Tagesordnung für die Mitgliederversammlung ggf. Satzungsänderungen und Anträge, die dort angedacht sind).

     

    Die Ankündigung der Tagung kann in Form von Einladungen und Plakaten im pdf-Format via e-Mail erfolgen. Dadurch werden beträchtliche Druck- und Versandkosten eingespart und zudem bietet dieses System die Möglichkeit der stetigen Aktualisierung.

    Neben den Informationenen zur Tagung auf der Homepage sollte die Tagung über die Facebook-Gruppe des DASV, etwaiger social-network Seiten der organisierenden Studierendenvertretungen etc. angekündigt werden.

    Vor der Tagung sollte ein Aufruf zur Teilnahme als Erinnerung an alle erfolgen.

     

    Im Zuge der PR empfiehlt es sich, vom Vorstand des DASV die nötigen Designvorlagen einzuholen, um einen entsprechenden optischen Auftritt mithilfe des standardisierten Corporate-Designs des DASV gestalten zu können.

     

    Als Nachbereitung der Tagung ist ein IFaTa-Bericht anzufertigen, der die Ergebnisse der Arbeitsgruppen etc. zusammenfasst. Beispiele dafür finden sich auf der Homepage des DASV.

     

    Bei sämtlichen Rückfragen zur Planung steht Euch der Vorstand des DASV zur Verfügung.

    vorstand(at)dasv-ev.org

     

    Stand März 2011, in Zusammenarbeit mit Dominik Hagmann (Stv Klassische Archäologie Wien)

     

  • Protestleitfaden für bedrohte archäologische Institute

    Kommunikation • Kommunikationskette prüfen oder aufstellen: Eine erfolgreiche und effektive Kommunikation zwischen allen beteiligten Parteien ist enorm wichtig. Deshalb sollten alle möglichen Kommunikationswege (zu Dozenten, Politik, Univerwaltung, AstA/StuRa/o.ä.) geprüft und wenn notwendig ausgebaut werden! Eine Effektive Methode hierbei ist die Bildung von AGs mit dedizierten Aufgabenbereichen. • Vernetzung aller betroffenen FSRae oder anderweitiger Fachschaftsvertretungen: Eine Evaluation der Gesamtzahl der Betroffenen sollte durchgeführt werden, ggf. auch zum Wegfall von Studiengängen und Instituten, etc. Eine klare Struktur innerhalb der Universität zum Thema ist förderlich und kann zum Beispiel über Arbeitskreise generiert werden. Die Formulierung einer klaren Position nach außen (Positionspapier/Thesenpapier) schafft Klarheit und ist die Grundlage jeden Protests. • Möglichst viele Kanäle müssen offengehalten und genutzt werden. Dazu zählen zum Beispiel Presse, Social Media, Buschfunk im Institut, regelmäßige Beratungstreffen und Informationsveranstaltungen für die Fachschaft! Interne Organisation • Bildung von AGs: Wie bereits angesprochen bietet die Bildung von AGs ein probates mittel zur internen Organisation. Die AGs sollten dabei die wichtigsten generellen aber auch örtlich anstehenden Aufgabenbereiche abdecken. Diese sind insbesondere Öffentlichkeitsarbeit, Aktionsplanung und Hochschulpolitik. In Leipzig zum Beispiel wurde noch eine AG-Museum geschaffen, welche sich mit den Anliegen des Antikenmuseums in Verbindung mit der anstehenden Museumsnacht und der generellen Kürzungspolitik beschäftigte. • Kommunikationskanäle sollten möglichst regelmäßig und Konstant betrieben werden: Alle Betroffenen (Studierende, Mittelbau, Professoren, Öffentlichkeit) sollten auf dem neuesten Stand gehalten werden. Wichtig ist in diesem Zusammenhang ein effektives Zusammenspiel der AGs, z.B. über ein gemeinsames Internetforum. • Um einen Überblick über die Situation in der Öffentlichkeit zu haben sollte unbedingt ein Pressespiegel angelegt und gepflegt werden! • Eine Kontrollinstanz sollte eingerichtet werden. Diese sollte darauf achten, dass wirklich alles im Rahmen läuft. Idealerweise fungiert diese Instanz auch als Kommunikator zwischen Professoren, Mittelbau und Studierenden. • Dropbox/Cloud einrichten → Eine gemeinsame Datenbank ermöglicht es jedem, gesammeltes Material zu nutzen und verhindert unnötige Mühe beim Zusammentragen von Dokumenten, Presseberichten u.s.w.. • Regelmäßige AG-Treffen sollten sowohl innerhalb der AGs, aber auch AG-übergreifend stattfinden. So können Fragen und Anregungen direkt und persönlich ausgetauscht werden. Beispiele für Konkrete Aktionen • Nutzung von städtischen Aktionstagen: Nutzt anstehende Möglichkeiten zur Bewusstmachung der Situation! Alles was irgendwie als Podium für den Protest genutzt werden kann, sollte auch genutzt werden. Allerdings ist dabei immer auf intelligenten Protest zu achten. Verfrühte oder falsch genutzte Aktionen können kontraproduktiv sein! • Petition aufsetzen! Eine Petition sollte aufgesetzt werden, am besten Handschriftlich. Eine Handschriftliche Petition mit Angabe von Adresse und persönlicher Unterschrift ist rechtsgültig und muss gegebenenfalls vom Petitionsausschuss des Landes gehört werden! Eine Onlinepetition kann überdies Nachdruck verleihen und auch ausländische Stimmen vertreten. • Ein Positions- oder Thesenpapier sollte aufgesetzt und möglichst weit verteilt werden! Die Öffentlichkeit und auch Studierende anderer Fachbereiche sollen wissen, warum die Erhaltung des Institutes wichtig ist! • Podiumsdiskussion organisieren: Eine Podiumsdiskussion ist sehr öffentlichkeitswirksam und signalisiert Kommunikationsbereitschaft! Blinder Aktionismus führt in den wenigsten Fällen zum Ziel. Auf einer solchen Podiumsdiskussion bietet sich obendrein die Möglichkeit Entscheidungsträger zu hören und öffentlich zu kritisieren. Logischerweise sind deren Äußerungen zitierfähig, da öffentlich. • Gruppenidentität stärken: Durch z.B. T-Shirts, Buttons, Flyer, Sticker, Poster oder ähnliches, kann im öffentlichen Raum Position bezogen und der Zusammenhalt des Institutes gestärkt werden. Zusammenhalt in einer Bedrohungssituation ist wichtig! • Solidaritätszeichen: Es können zum Beispiel Buttons, Sticker o.ä. verteilt werden. Hierfür bieten sich wieder öffentliche aber auch Fachinterne Veranstaltungen an. Eine Verbindung mit einer Spendenkasse hat sich in Leipzig erfolgreich gezeigt. • Bürgersprechstunden örtlicher Politiker nutzen! Sofern die Politik einen Einfluss auf die Bedrohungssituation haben kann, sollte dieser auch genutzt werden. Das muss keine Anbiederung an eine bestimmte Partei sein, doch schadet ein gutes Verhältnis zur derzeitigen Opposition nicht. • Eine „spielerische“ Auseinandersetzung mit Fachinhalten in der Öffentlichkeit kann den Wert des Faches demonstrieren ohne besonders abgehoben zu wirken oder nicht gesehen zu werden. Man muss Sympathie gewinnen! • Demonstration! Eine Demo zu organisieren, besonders bei großflächigen Kürzungen, ist zwar viel Arbeit, bietet jedoch einen gewaltigen Hebel, vorrausgesetzt es nehmen genug Menschen daran Teil. Deshalb ist eine Vernetzung mit anderen Betroffenen wichtig und nützlich. Eine möglichst breitgefächerte Kritik wird eher gehört als einzelne, kleine Stimmen. • Ganz wichtig: NICHT IN SCHOCKSTARRE VERFALLEN! Versuchen alles aus den gegebenen Möglichkeiten herauszuholen. Das bedeutet meist große Mühe, doch die kann sich lohnen!
  • Leitfaden für das Organisieren von ARCHAEOworks/-skills

    Den Leitfaden könnt Ihr Euch HIER als PDF herunterladen.

Vergangene IFaTas

  • 22. IFaTa: 14.-16. Oktober 2016 in Trier

  • 21. IFaTa: 23.01. - 25.01.2015 in Hamburg

    Auf der IFaTa wurde ein neuer Vorstand gewählt.

     

    AG Öffentlichkeitsarbeit

    Zum Einen wurde dieses Mal die Präsentation, die auf der IFaTa Köln erarbeitet wurde und den Mitgliedern zur Vorstellung des DASV gegenüber den Studierenden dienen soll überarbeitet. Es wurden die Änderungsvorschläge der MV in Köln und der MV in Hamburg vorgenommen und das Layout überarbeitet. Die Präsentation wird nun an die Mitglieder versendet.

     

    Das Plakat konnte aufgrund der kurzen Zeit nicht erneut überarbeitet werden, dies soll auf der nächsten IFaTa in Jena passieren.

     

    Es wurde ein Konzept für einen neuen Flyer erstellt und ein Text verfasst. Das Layout wird auf der nächsten IFaTa vorgenommen.

     

    Für die Organisation und Durchführung der neuen Postkartenaktion hat sich die Fachschaft Klassische und Provinzialrömische Archäologie (Köln) bereit erklärt.

     

    AG Kulturgüterschutz

    Es wurde ein offener Brief geschrieben, der allerdings noch einmal überarbeitet werden soll. Daher wurde er der Mitgliederversammlung noch nicht vorgelegt. Wenn der Entwurf fertig ist, wird er an die Mitglieder ausgeschickt, die dann ihrerseits ihre Kritik äußern können. Danach soll der Brief veröffentlicht werden. Außerdem wird ein Artikel für die nächste „Blickpunkt Archäologie“ verfasst.

     

    AG Bedrohte Institut

    Es wurde ein Konzept verfasst, dass Studierendenvertretungen helfen soll, die Aktionen bei einer drohenden Schließung des Institutes gut zu strukturieren und organisieren. Der Leitfaden basiert auf den Erfahrungen, die der FSR in Leipzig während der Auseinandersetzungen um die drohende Schließung gesammelt hat. Darin enthalten sind beispielsweise die Punkte, wie mit Politik und Öffentlichkeit umgegangen werden kann und wie mit welchen Werkzeugen besonnen umgegangen werden kann. Der Leitfaden wird auf der Vereinshomepage zur Verfügung gestellt.

     

    AG Archäologie und Politik

    Die AG hat sich auf dieser IFaTa komplett neu zusammengesetzt. Es wurde ein Aufruf an die Studierendenvertretungen verfasst, sich politisch klar gegen Ausgrenzungen zu positionieren. Des Weiteren wird eine Literaturliste für Erstsemestrige erarbeitet, um einen Überblick über die Einstiegsliteratur über Archäologie und Politik zu bekommen.

     

    AG Jubiläums IFaTa

    Die AG hat an dem Programm gearbeitet und über geeignete Personen für die Podiumsveranstaltung nachgedacht. Zudem wurde ein Festakt eingeplant. Der Pfingstsonntag und Pfingstmontag sind als „normale“ Arbeitstage der IFaTa vorgesehen.

     

    AG Promotion

    Thimo Berstel und Silke Krause haben bereits 15 Seiten zur Auswertung der Umfrage im Jahr 2013 geschrieben. Der Artikel ist nun im Feinschliff begriffen und wird demnächst veröffentlicht.

     

  • 20. IFaTa: 06.06. - 09.06.2014 in Köln

    AG Öffentlichkeitsarbeit

    Die AG hat nun ein Plakat aus dem bereits auf der IFaTa Zürich verabschiedeten Text gelayoutet. Dieses soll, sobald die neuen Flyer fertig sind, an die Mitglieder versendet werden.

     

    Auf couchsurfing.com wurde eine Gruppe gegründet, damit Studierende leichter bei anderen ArchäologInnen unterkommen können, falls sie für Ausstellungen, Tagungen, Kurzurlaub oder Ähnliches in einer anderen Stadt sind. Der Gruppentext ist auf englisch gehalten, damit auch nicht deutschsprachige Studierende teilnehmen können.

     

    Zudem wurde ein erster Vorschlag für eine Präsentation erarbeitet, die es den Studierendenvertretungen ermöglichen soll möglichst kurz und prägnant über die Arbeit des DASV aufzuklären. Eingearbeitet werden sollen noch eine Erklärung zum Kooperationsnetzwerk, die Beschreibung für die Arbeitsgruppen, eine prägnante Vorstellung unserer Arbeitsergebnisse und wo diese abzurufen sind. Auch der Punkt, inwiefern sich die Studierenden einbringen können ist noch nicht benannt. Durch das Verschicken einer Powerpoint-Datei soll den Studierendenvertretungen die Möglichkeit geboten werden, die Präsentation nach Belieben zu verändern.

     

    Die DASV-Mannschaft für den Winckelmanncup ist bereits angemeldet. Trikots und Banner sind noch vom letzten Turnier vorhanden, somit sollte sie für alle sichtbar sein.

     

    Auch dieses Mal möchten wir wieder eine Postkarte an alle Mitglieder verschicken, die nicht auf die IFaTa gekommen sind. Der FSR aus Hamburg würde die Organisation und Verschickung wieder übernehmen.

     

    AG Studieneinführung

    Einige Studierendenvertretungen beteiligen sich stark an Orientierungseinheiten und Einführungswochen für Studienanfänger. Damit sich diese Gruppen über ihre Konzepte austauschen können, wurde die AG als Plattform geschaffen. Es wurde über folgende Punkte diskutiert: Welche Informationen sind für Erstsemestrige wichtig? In welcher Phase sind welche Infos wichtig bzw. nicht wichtig? Welche Informationen soll die Studierendenvertretung vermitteln?

    Diese Fragen sollen nun noch weiter mit Inhalten gefüllt werden, um daraus einen Reader zu entwickeln, der aus Studierendenperspektive wichtige Informationen für Studienanfänger zusammenfasst. Die AG arbeitet nun erst einmal online weiter und präsentiert auf der nächsten IFaTa ihre Ergebnisse.

     

    AG Jubiläums IFaTa

    Die AG hat sich gegründet, da der DASV im Jahr 2015 sein 10 jähriges Jubiläum feiern wird. Dies soll mit einer größer Aufgebauten Pfingst-IFaTa geschehen, deren Programm die AG entwerfen und planen soll. Nach einer regen Diskussion über verschiedene Themenkomplexe hat sich die Versammlung auf das Thema Bologniaprozess geeinigt.

     

    AG Finanzierung

    Die finanzielle Lage des DASV ist durch den Wegfall der Finanzierung durch die DGUF äußerst angespannt. Also wurde über weitere Finanzierungsmittel diskutiert. Für dieses Jahr ist die Finanzierung noch gegeben, daher ist noch etwas Spielraum. Es wurde überlegt, ob bei fast 50 Mitgliedern ein einmaliger oder ständiger Mitgliedsbeitrag erhoben

    werden sollte. Dies hätte allerdings den Nachteil, dass manche Studierendenvertretungen dann evtl. austreten würden und „schlafende“ Mitgliedschaften nicht mehr möglich wären. Ein weiteres Problem ist auch, dass nicht alle Studierendenvertretungen offiziell Geld haben dürfen und der Beitrag dann nur über Partys o. Ä. geleistet werden könnte.

     

    AG Archäologie und Politik

    Da Politik und Archäologie untrennbar miteinander verknüpft sind, soll diese AG eine Diskussionsplattform bieten.  Die Studierendenvertretungen sollen die StudienanfängerInnen mit dieser Thematik konfrontieren und sie mit speziellen Informationsabenden behandeln. Es wurde eine Liste aufgestellt, auf der Einführende Literatur und Links gesammelt wurden. Diese soll online gestellt werden.

     

    AG Promotion

    In der AG wurden noch einmal die Inhalte überprüft und optimiert. Es sollen Literaturtipps für Exposés gegeben werden. Die Studie ist fast fertig bearbeitet und wird noch einmal an verschiedene Leute zum Korrekturlesen gegeben, sodass sie zur nächsten IFaTa online gestellt werden kann. Nun soll noch über die verschiedenen Promotionsmodelle gearbeitet werden.

     

  • 19. IFaTa: 25.10. - 27.10.2013 in Zürich

    Ergebnisse der Arbeitsgruppen

     

    AG Öffentlichkeitsarbeit

    Die Arbeitsgruppe stellte die Idee vor eine Art Zeitung / Newsletter anzulegen, der einen Statusbericht der jeweiligen Studierendenvertretungen enthält. Dieser soll auch Veranstaltungshinweise von den Studierendenvertretungen umfassen. Es wurde diskutiert, ob dieser Newsbereich in einem Blog oder in das DASV-Forum eingebunden werden könnte, um den Studierenden die Möglichkeit zu bieten die Neuigkeiten zu abonnieren.

     

    Des Weiteren stellte die Arbeitsgruppe die Fortschritte vor, die im Bereich des angedachten Übernachtungsangebots unter Archäologiestudierenden mit Hilfe der sich vor Ort befindenden Studierendenvertretung gemacht wurden. An einem Beispiel wurde erläutert, wie ein Teil des Informationsangebotes, welches die Studierendenvertretungen stellen, aussehen könnte.

     

    Als Werbeaktion für den DASV stellte die Arbeitsgruppe auch Plakatentwürfe vor, die bis zur nächsten IFaTa grafisch ausgearbeitet werden sollen, damit darüber in der nächsten Mitgliederversammlung abgestimmt werden kann.

     

    Als Aktivierungsmaßnahme von inaktiven Studierendenvertretungen wurde vorgeschlagen nach einer IFaTa eine Postkarte an die jeweilige nicht anwesende Studierendenvertretung zu schicken, um ihr so die IFaTa und den DASV e.V. wieder näher zu bringen.

     

    Auch die Fußballmannschaft des DASV e.V. hat von der Teilnahme am Winckelmann-Cup berichtet sowie von dem Plan beim nächsten Winckelmann-Cup einen DASV-Stand einzurichten, um neue oder alte Mitglieder zu gewinnen.

     

    AG Promotion

    Die Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit der Ergänzung von Inhalten der bereits bestehenden Informationen auf der Website des DASV e.V. Darüber hinaus wurde vorgeschlagen ein kleines Wörterbuch zu entwickeln, welches die wichtigsten Begriffe rund um die Promotion zusammenfasst. Ebenso wird die im September durchgeführte Umfrage zur Situation von Promovierenden archäologischer Wissenschaften im deutschsprachigem Raum ausgewertet.

     

    AG Kulturgüterschutz

    Es wird berichtet, dass die Lizenz für den Film "Blutige Schätze" erworben wurde und in Kürze dem DASV e.V. zugänglich gemacht werden soll. Der ursprünglich angedachte Flyer soll in ein Plakat umgewandelt werden. Der Plakatentwurf wird zur nächsten IFaTa fertiggestellt, um dort von der Mitgliederversammlung abgestimmt zu werden.

     

    AG Schweiz

    In dieser Arbeitsgruppe wurde diskutiert, wie die Studierenden in der Schweiz besser nach außen auftreten können bzw. wie die schweizerische Verbandsebene verstärkt werden kann.

  • 18. IFaTa: 17.05. - 20.05.2013 in Marburg

    In Marburg wurde die Studierendenvertretung der Ägyptologie der Freien Universität Berlin sowie die Bauforschung Regensburg in den Verein aufgenommen.

     

    Ergebnisse der Arbeitsgruppen

     

    AG Archäologie und Gewerkschaft

    Die Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit der Diskussion einer Schaffung einer Gewerkschaft für Archäologen und prüft, ob in diesem Bereich Bedarf und Interesse besteht.

     

    AG Verhalten auf Grabungen

    Eine Checkliste zum Verhalten auf archäologischen Ausgrabungen wurde erarbeitet und soll nach den abschließenden Korrekturarbeiten den Studierenden archäologischer Disziplinen zugänglich gemacht werden.

     

    AG Kulturgüterschutz

    Im Rahmen der IFaTa Marburg wurde der Film "Blutige Schätze" gezeigt. Die Lizenz für den Film soll für den Verein erworben werden, da er als Diskussionsgrundlage dienlich ist. Darüber hinaus entstand in der Arbeitsgruppe eine Stellungnahme zu den Kürzungen in NRW. An einem Flyer zum Kulturgüterschutz wurde weitergearbeitet und soll bei der nächsten IFaTa vorgestellt werden.

     

    AG Promotion

    Die Arbeitsgruppe diskutierte die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Promotionsmodelle. Ziel der Arbeitsgruppe ist es bis zur nächsten IFaTa eine Umfrage zur Situation Promovierender im deutschsprachigen Raum durchzuführen.

     

    AG Öffentlichkeitsarbeit

    Die Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit der Aufstellung einer Mannschaft für den Winckelmann-Cup in München, der Entwicklung von Merchandising-Artikeln wie z.B. T-Shirts und der Herausgabe eines zeitungsähnlichen Newsletters, in dem alle aktuellen Informationen zum Vereinsgeschehen erfasst werden.

  • 17. IFaTa: 02.11. - 04.11.2012 in Graz

    Die Fachschaft Archäologie und Kunstgeschichte Halle wurde in Graz als neues Mitglied in den Verein aufgenommen.

     

    Ergebnisse der Arbeitsgruppen

     

    AG Kulturgüterschutz

    Die Arbeitsgruppe erarbeitete erste Entwürfe für Informationsmaterialien zum Thema Kulturgüterschutz für die Studierendenvertretungen. Im Rahmen ihrer Recherchen stießen sie auf eine Dokumentation. Es wurde vereinbart den Film auf der nächsten IFaTa zu zeigen und ggf. die Lizenz dafür zu erwerben.

     

    AG Vernetzung

    Es wurde nach Gründen gesucht, weshalb Mitglieder inaktiv sind. Als Möglichkeit der Reaktivierung wurden eine stärkere Nutzung des Internetforums, des social media sowie eine stärkere Zusammenarbeit der Regional- und Landesverbände angeregt.

     

    AG Studienbuch

    Es wurden Texte und eine Linkliste erstellt, wobei bis auf Letzteres alle Arbeiten abgeschlossen wurden.

     

    AG Meeting

    Die letzten Vorbereitungen für die Tagung Transnational Meetings in Archaeology wurden getroffen.

     

    AG ARCHAEOnoah

    Bereits über 800 Adressen sammelte die Arbeitsgruppe. Als nächstes müssten die Institutionen angeschrieben und die Angebote in die Seite integriert werden.

     

    AG Promotion

    Es wurden v.a. die Unterschiede in Deutschland und Österreich erarbeitet und eine Liste mit verschiedenen Problemen erstellt, die in der Arbeitsgruppe in Zukunft bearbeitet werden sollen.

  • 16. IFaTa: 25.05. - 28.05.2012 in Berlin

    Die Studierendenvertretungen des Verbandsgebietes trafen sich im sommerlichen Berlin auf der 16. Internationalen Fachschaftentagung, die von den Studierenden der HU und FU Berlin gemeinsam ausgerichtet wurde.

     

    Der Verband nahm Ruth Mienert als außerordentliches Mitglied auf.

     

    Ergebnisse der Arbeitsgruppen

     

    AG Studienbuch

    Die Arbeitsgruppe arbeitete weiter an der Fertigstellung des Studienführers, der den Studierenden als Orientierung für das Studium dienen soll. Darüber hinaus soll der Studienführer auch an Schulen oder anderen berufsbezogenen Einrichtungen verteilt werden, um auch dort eine Orientierung zu ermöglichen.

     

    AG Kulturgüterschutz

    Diese Arbeitsgruppe verfasste eine erste Stellungnahme, welche zukunftsnah mit weiteren Informationen rund um den Kulturgüterschutz für die Homepage des DASV zusammengestellt wird. Darüber hinaus diskutierten die TeilnehmerInnen über die Möglichkeiten der Studierendenvertretungen, dieses heikle Thema an den Hochschulen anzubringen.

     

    AG Meeting

    Aus den eingegangenen Bewerbungen für die Tagung "Transnational Meetings in Archaeology" wurde eine Auswahl getroffen und ein Programm für die Tagung im November zusammengestellt.

     

    AG ACHAEOnoah

    Für die demnächst fertig programmierte Archäologische Praktikumsbörse (ARCHAEOnoah) entwickelte die Arbeitsgruppe inhaltliche Ideen für die Gestaltung der Homepage.

     

    AG Berufsqualifizierung

    Die Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit der Frage nach den Erwartungen von Arbeitgebern und den Qualifikationen, die von den Absolventen archäologischer Disziplinen im Studium und neben dem Studium erlangt werden müssen, um eine gute Chance auf dem Arbeitsmarkt zu erhalten.

  • 15. IFaTa: 28.10. - 30.10.2011 in Wien

    15 Studierendenvertretungen trafen sich im Oktober 2011 in Wien zur herbstlichen IFaTa. Der Verband nahm Andrea Kurz hier als außerordentliches Mitglied in den Verband auf.

     

    AG Stipendium

    Die Arbeitsgruppe erstellte eine Übersicht für Deutschland und Österreich, die den Studierenden auf der Homepage des DASV e.V. zur Verfügung gestellt werden wird. Diese Liste wird in Zukunft mit weiteren Stipendienangeboten für die Schweiz und für das Ausland ergänzt werden.

     

    AG Arbeitssicherheit

    Diese Arbeitsgruppe verfasste Texte zu den bisher noch ausständigen Themen zur Arbeitssicherheit. Eine Linkliste wird diese Texte abschließen, die zusammen mit den Texten auf die Homepage des DASV e.V. gesetzt werden. Des Weiteren werden die Briefe, die bereits in Basel verfasst wurden, an die einzelnen Institute geschickt werden, sobald die Adressliste fertiggestellt ist.

     

    AG Meeting

    Eine vom Regionalverband Nord und Regionalverband Ost erarbeitete Tagung wird vom 23.11.2012-25.11.2012 stattfinden und Bachelor-, Master-, und Magisterarbeiten vorstellen. Die auf der EAA geknüpften Kontakte mit Skandinavien können dabei auch weiter ausgebaut werden. Sollte die Tagung Anklang finden, wird dieses Projekt auch in anderen Regionalverbänden stattfinden.

     

    AG Studienbuch

    Das Ziel ist, eine Datenbank zu erstellen, die eine Suche nach Studiengängen erleichtern soll, statt einer digitalen Publikation o.ä. Zunächst wird diese die Mitglieder des DASV e.V. beinhalten. Ein Glossar zur Begriffserläuterung wird auch erstellt.

     

    AG Hochschulpolitik

    Man konkretisierte das zukünftige Programm des DASV e.V. die Akkreditierung der Studiengänge betreffend. Dabei diskutierte die Arbeitsgruppe auch über das Netzwerk PONS.

  • 14. IFaTa: 10.06. - 13.06.2011 in Basel

    Zum ersten Mal in der Geschichte des DASV e.V. fand die IFaTa in der Schweiz statt. In Basel traten die Studierendenvertretungen der Ägyptologie Basel, der Vor- und Frühgeschichte Saarbrücken und der Klassischen Archäologie Zürich dem Verein bei.

     

    Als Highlight der Tagung wurde die erste Publikation des DASV e.V. "Vermittlung von Vergangenheit - Gelebte Geschichte als Dialog von Wissenschaft, Darstellung und Rezeption" vorgestellt. Sie ist das Ergebnis der gleichnamigen Tagung am LVR-Museum Bonn vom 03. - 05. Juli 2009 und beinhaltet neben den Vorträgen die Diskussion in den einzelnen Modulen.

     

    AG Arbeitssicherheit

    Die AG setzte Briefe an die Studierendenvertretungen und Dozenten der archäologischen Disziplinen setzte die Arbeitsgruppe auf, in denen sie auf das Thema Arbeitssicherheit aufmerksam machte. Fehlende Texte für die Homepage des DASV e.V. werden bis zur nächsten IFaTa erarbeitet.

     

    AG arCHéoStudis - Leitbild und Zukunftsplan:

    Mitglieder des Vereins arCHéoStudis überarbeiteten das Leitbild ihres Vereins und erstellten einen Aufgabenkatalog für die zukünftige Arbeit im Verein. Als großes Ziel für die nächsten Jahre legte die Arbeitsgruppe die Vernetzung der Fachschaften in der Schweiz untereinander fest.

     

    AG Stipendium:

    Die Arbeitsgruppe hat eine erste Systematisierung der komplexen Vergabestrukturen von Stipendien vorgenommen. In Wien soll die AG weiter inhaltlich ausgerichtet werden.

     

    AG Projekte:

    Das Konzept der ARCHAEOnoah - Archäologische Praktikumsbörse wurde überarbeitet. Die Arbeitsgruppe entwickelte einen ersten Vorschlag für eine Suchmaske und ein Anschreiben, welches nach der Programmierung der ARCHAEOnoah an die archäologischen Institutionen verschickt werden soll.

     

    AG Hochschulpolitik:

    Intensiv beriet die Arbeitsgruppe über die Akkreditierung von Studiengängen. Auf dem Deutschen Archäologiekongress in Bremen, im Oktober 2011, wird der DASV e.V. eine Podiumsdiskussion zu diesem Thema gestalten. Geplant sind ein Einleitungsvortrag und eine sich daran anschließende Diskussionsrunde.

  • 13. IFaTa: 29.10. - 31.10.2010 in Bonn

    Der Verein konnte auf dieser Mitgliederversammlung sechs Fördermitglieder hinzugewinnen. Die Mitgliederversammlung nahm auch das neue Corporate Design für den DASV e.V. an.

     

    AG Feedback

    In den Sitzungen erarbeitete das Team einen Bogen mit 10 Fragen, um eine anonyme Onlineumfrage unter Studierenden durchzuführen. Diese Befragung soll klären, wie der DASV e.V. von den Studierenden der archäologischen Disziplinen wahrgenommen wird und welche thematischen Schwerpunkte sich die Studierenden von dem Verein wünschen.

     

    AG Europa

    Die AG füllte zwei Konsultationsbögen der Europäischen Kommission aus. Ein weiterer Bogen soll in der nächsten Zeit fertig gestellt werden.

     

    AG Vernetzung

    Die AG stellte die Studierendenvertretungen der archäologischen Studiengänge im Verbandsgebiet und entsprechende Kommentare zu den einzelnen Vertretungen stellte die Arbeitsgruppe zusammen. Daneben überarbeiteten sie den Leitfaden zur Gründung von und zu der Arbeit in Studierendenvertretungen, damit dieser auf der überarbeiteten Homepage veröffentlicht werden kann.

     

    AG Langfristige Projekte

    Im Mittelpunkt der AG stand die Konzeption und Planung zukünftiger Veranstaltungen sowie das Fortbestehen solcher Großveranstaltungen.

  • 12. IFaTa: 13.05. - 16.05.2010 in Innsbruck

    Erfolgreich endete die IFaTa des DASV e.V. in Innsbruck. Trotz des schlechten Wetters ließen sich die rund 50 TeilnehmerInnen die Stimmung nicht verderben und arbeiteten intensiv in den verschiedenen Arbeitsgruppen. Wir möchten an dieser  Stelle allen TeilnehmerInnen noch einmal herzlich danken.

     

    Die Mitgliederversammlung hat am Sonntag, den 16. Mai 2010, beschlossen, dass der Verein in dem Präsidium der Deutschen Verbände für Archäologie eintritt. Dies ermöglicht nun eine aktive Mitarbeit an der Satzung für den geplanten Nachfolgeverein (DVA: Deutscher Verein für Archäologie).

     

    Studierendenvertretungen aus Basel, Bern, Heidelberg, Marburg und Trier schlossen sich dem DASV e.V. an. Dies ist eine wichtige Stärkung der Regionalverbände Süd und Schweiz, die in der Vergangenheit eher schwach vertreten waren.

  • 11. IFaTa: 30.10. - 01.11.2009 in Hamburg

    Die Studierendenvertretungen der Kunstge- schichte und Archäologie Bonn sowie die der Archäologie Graz werden als ordent- liche Mitglieder in den DASV e.V. aufgenommen. Mit dem Eintritt der Studierendenvertretungen der Mittelalter- archäologie Zürich und der Ur- und Frühgeschichte Zürich ist nun auch die Schweiz Teil des DASV e.V.

     

    AG Studienreform

    Die Arbeitsgruppe verfasste eine Stellungnahme zum Kommuniqué der Ministerkonferenz in Leuven.

     

    AG Studienbuch

    Entsprechend dem Studienbuch des Regionalverbandes Österreich konziperte die AG ein Studienbuch für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Die Arbeitsgruppe formulierte entsprechende Texte, erstellte eine Linkliste und setzte ein Anschreiben zur Verbreitung des Heftes auf.

     

    AG Europa

    Die Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit dem Grünbuch "Mobilität junger Menschen zu Lernzwecken fördern" und beteiligte sich am Konsultationsverfahren der Europäischen Kommission. Die Erarbeitung einer internationalen Studie zu den Themenfeldern Mobilität, Beruf und Berufsaussichten von Studierenden der Archäologie war ebenfalls Teil der Arbeitsgruppe. Zudem wird sie ein Konzept für ein Mentoring-Programm erarbeiten.

     

    AG Innere Vernetzung

    Die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit in der Schweiz wurden in dieser AG erörtert. Es wird angestrebt, dass die einzelnen schweizerischen Studierendenvertretungen Mitgliedsanträge an den DASV e.V. bei der Internationalen Fachschaftentagung in Innsbruck, im Mai 2010, stellen. Dadurch soll eine Deckungsgleichheit zwischen dem schweizerischen Verband und dem Regionalverband Schweiz hergestellt werden. Die schweizerische Zweisprachigkeit soll durch eine Satzungsänderung gelöst werden, in der festgehalten wird, dass der Regionalverband Schweiz zweisprachig, Deutsch und Französisch, arbeitet.

    Die Lage in den Regionalverbänden Süd und West ist nicht sonderlich erfreulich. Die Arbeitsgruppe will archaeoworks1 - Archäologische Berufswelten 2009 nutzen, um Studierende aus Süd und West anzusprechen und sie für eine Mitarbeit im DASV e.V. zu gewinnen. Der Leitfaden zur Gründung und Arbeit in einer Studierendenvertretung wurde gelayoutet und wird auf archaeoworks1 verteilt werden.

     

    AG Externe Vernetzung

    Diese Arbeitsgruppe hatte die Aufgabe die bisherigen Kooperationen des DASV e.V. zu evaluieren und mit den anwesenden VertreterInnen der Kooperationspartner zu besprechen.

  • 10. IFaTa: 30.04. - 03.05.2009 in Jena

    In Jena schlossen sich die Studierendenvertretung der Restaurierung und Grabungstechnik der HTW Berlin und der Altorientalistik Innsbruck dem Verband an.

     

    Ergebnisse der Arbeitsgruppen:

     

    AG Hochschulpolitik

    Der neu erarbeitete Fragebogen zu den Studiengebühren wurde ausgeschickt, aber die Rücksendungen stehen noch aus. Somit sind die Arbeiten aus Mainz noch nicht abgeschlossen.

     

    AG Denkmalschutz

    Die Diskussion von Mainz wurde im Forum fortgeführt. Als Ergebnis steht die Forderung, das Thema vermehrt an den Hochschulen zu etablieren und einzufordern.

     

    AG Fachschaftsarbeit

    Die Umfrageergebnisse zur Fachschaftsarbeit in Mainz wurden weiter bearbeitet und geordnet. Die Auswertung der Ergebnisse und die Korrektur stehen noch aus.

     

    AG Öffentlichkeitsarbeit

    Die in Mainz ins Leben gerufene Tagung zum Thema "Living History" wird nun von einem eigenen Organisationsteam durchgeführt. Dieses besteht aus Teilen des Vorstandes, der AG Öffentlichkeitsarbeit und Gerhard Ermischer von der DGUF.

  • 09. IFaTa: 14.11. - 16.11.2008 in Mainz

    Die Studierendenvertretungen der Prähistorischen Archäologie FU Berlin, der Archäologie und Geschichte der römischen Provinzen sowie Hilfswissenschaften der Altertumskunde und der Provienzialrömischen Archäologie Köln beantragten eine ordentliche Mitgliedschaft im DASV e.V.

     

    AG Öffentlichkeitsarbeit

    Die AG hat ein Konzept zu einer Tagung entwickelt, die VertreterInnen der Living-History-Szene mit VertreterInnen von Wissenschaft und Museum zusammenbringen soll, um eine Diskussion über Qualität und Verantwortung von öffentlicher "Live"-Präsentation in musealen Zusammenhängen anzuregen.

  • 08. IFaTa: 01.05. - 04.05.2008 in Wien

    AG Vernetzung

    Die Arbeitsgruppe richtete eine Praktikumsbörse für angehende ArchäologInnen ein und erstellte Richtlinien für archäologische Praktika in Absprache mit den anwesenden Berufsverbänden. Diese Richtlinien sollen in den Versammlungen des Deutschen Archäologenverbandes, der Deutschen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte, sowie der Initiative Österreichischer ArchäologInnen vorgestellt und hoffentlich unterstützt werden. Weiterhin überarbeitete die AG die Übersicht aller archäologischen BA - und MA - Studiengänge im deutschsprachigen Raum, um die unterschiedlichen Konzeptionen zu vergleichen und die sich daraus ergebenen Besonderheiten für die Studierenden zu analysieren.

     

    AG Studienreform

    Die AG beschäftigte sich mit dem PhD und seiner Implementierung, mit der Mobilität von Studierenden und überarbeitete einen Artikel aus einer Podiumsdiskussion in Leipzig.

     

    AG Öffentlichkeitsarbeit

    Zentrales Thema der AG war die Debatte um den Kulturgüterschutz, dessen Probleme, Chancen und seiner Vermittlung in der Archäologie.

     

    AG Hochschulpolitik

    In den Mittelpunkt der Diskussion stellte die AG die Studiengebühren, die variierenden Verwendungsmodelle sowie die sich daraus ergebenen Chancen für die Studierenden.

     

    Ergebnisse:

    Insgesamt konnte eine größere Vernetzung und ein besserer Informationsaustausch aller österreichischen StudierendenvertreterInnen der archäologischen Fächer (Teilnahme von VertreterInnen aller österreichischen Institute der Ur- und Frühgeschichte und Klassischen Archäologie) und die Organisation eines Treffens des Regionalverbandes Österreich im Juni 2008 in Tirol erreicht werden.

    Der DASV e.V. schloss einen Kooperationsvertrag mit der Deutschen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte e.V., dem West- und Süddeutschen Verband für Altertumsforschung e.V. und der Gesellschaft für Naturwissenschaftliche Archäologie und Archäometrie e.V.

    Daneben erledigten die Studierenden die letzten Vorarbeiten für den Auftritt des DASV e.V. beim Archäologiekongress in Mannheim.

  • 07. IFaTa: 16.11. - 18.11.2007 in Kiel

    Im Mittelpunkt der IFaTa Kiel stand eine Podiumsdiskussion zur Einführung des Masters mit dem Thema: "Master als Herausforderung? Wissenschaft - Qualifikation - Arbeitsmarkt" durch.

    Besondere Bedeutung hatten hierbei die Fragen nach den Zugangsbeschränkungen und den Anforderungen an den Master. Auch das Themenfeld der Berufsqualifizierungen und der beruflichen Aussichten wurden kontrovers diskutiert.

     

    Teilnehmer der Diskussion waren:

    Dr. Gerhard Ermischer, Vorsitzender der DGUF

    Prof. Dr. Friederike Fless, Vorsitzende des DArV

    Ruth Günther M.A., wissenschaftlichen Mitarbeiterin Archäologie Hamburg

    Prof. Dr. Ulrich Müller, UFG Kiel

    Vertreter der Studierenden:

    Alina Beyer, BA-Studentin, griechisch-römische Archäologie HU-Berlin

    Sascha Fücker, BA-Student, Archäologie Mainz

     

    Neben der Podiumsdiskussion stand für die Arbeitsgruppen inhaltliche Vorbereitungen der nächsten IFaTa in Wien und des Archäologiekongresses in Mannheim, im Mai 2008, im Vordergrund.

     

    Als besondere Gäste durften wir eine Abordnung des Archäologischen Institutes der Universität Stockholm begrüßen, die demnächst mit der Umsetzung des Bologna-Prozesses anfangen werden.

    In der abschließenden Mitgliederversammlung des DASV e.V. nahm der Verein mit den Studierendenvertretungen der IDAB Bamberg und der Vor- und Frühgeschichte Mainz zwei neue Mitglieder auf.

    Als neues Fördermitglied konnte der Verein Dr. Gerhard Ermischer gewinnen. Mit Hüseyin Aydogdu, Johannes Mehlert-Garms und Petra Wodtke kamen noch drei neue außerordentliche Mitglieder hinzu.

  • 06. IFaTa: 27.04. - 01.05.2007 in Leipzig

    Einen Antrag auf Mitgliedschaft im DASV haben auf dieser BuFaTa die Studierendenvertretungen der Klassischen Archäologie Kiel und der Ur- und Frühgeschichte Jena gestellt, die beide angenommen wurden.

     

    Auf Grund der Abhaltung der Fachschaftentagung des DASV e.V. auch außerhalb von Deutschland wird sie zur 'Internationalen Fachschaftentagung' (IFaTa) umbenannt.

  • 05. BuFaTa: 17.11. - 19.11.2006 in Tübingen

    Bei der BuFaTa in Tübingen traten die Studieren- denvertretung der Klassischen Archäologie Heidelberg und der Archäologie BA/MA Mainz in den DASV e.V.  ein. Die Mitglieder wählten aus drei Vorschlägen ein Homepagedesign aus und aus mehreren Entwürfen die zukünftige Visitenkarte des DASV e.V. Die AG  Öffentlichkeits- arbeit stellte zusätzlich die Vorstellungsmappe des DASV e.V. vor.

  • 04. BuFaTa: 28.04. - 01.05.2006 in Göttingen

    Ein Jahr nach der Gründung des DASV e.V. fand die vierte BuFaTa wiederum in Göttingen statt, diesmal jedoch am Institut für Klassische Archäologie und am Seminar für Ur- und Frühgeschichte.

     

    Vier Arbeitsgruppen behandelten die Einführung von Studiengebühren und der BA / MA - Studiengänge als hochschulpolitische Themen und beschäftigten sich daneben mit der Öffentlichkeits-  und Fachschaftsarbeit des Vereins. Resultat davon war ein auf der Homepage des DASV e.V. veröffentlichter, kritischer Artikel zu der Problematik von Studiengebühren, ein Evaluationsbogen für studentische Interessensvertretungen sowie ein Leitfaden für die Gründung von Fachgruppen und Richtlinien für studentische Praktika.

     

    Die viertägige Veranstaltung wurde mit einem Vortrag über Raubgrabungen und internationalen Kunsthandeln durch Dr. D. Gräpler und einem anschließenden Empfang in der Sammlung für Gipsabgüsse eröffnet. Die folgenden zwei Tage fand eine intensive Arbeit in den jeweiligen Gruppen statt, die in mehreren Plena eine Momentaufnahme ihrer Ergebnisse vorstellten und diskutieren ließen. Die Abendgestaltung diente dem gemeinschaftlichen Austausch mit einer Grillfeier, einem türkisch - kurdischen Buffet und endete in einer 1. Mai - Fete, zu der alle KommilitonInnen der Philosophischen Fakultät eingeladen wurden.

  • 03. BuFaTa: 18.11. - 20.11.2005 in Köln / Bonn

    Als neue, ordentliche Mitglieder nahm der DASV e.V.  die Studierendenvertretungen der Ägyptologie Köln und der UFG Köln auf.

     

    AG Öffentlichkeitsarbeit

    Die Arbeitsgruppe entwarf mehrere Vorschläge für einen Info-Flyer.

     

    AG Fachgruppenarbeit

    Ziel der AG war die Erstellung eines Leitfadens für die Fachschaftsarbeit, der nicht nur Vorgehensweisen zur Gründung einer Fachgruppe, sondern auch Möglichkeiten der finanziellen Förderung und potentielle Tätigkeitsschwerpunkte thematisierte.

     

    AG Hochschulreform

    Diese Arbeitsgruppe legte ihren ausgearbeiteten Artikel mit dem Inhalt einer Bestandsaufnahme der derzeitigen BA / MA - Diskussion vor. Er wird mit den aus dem Plenum angeregten Änderungen in der nächsten Ausgabe der Archäologischen Informationen erscheinen.

  • 02. BuFaTa: 13.05. - 16.05.2005 in Berlin

    In Berlin verabschiedeten am 15.05.2005 die anwesenden Studierenden die erarbeitete Satzung und die Geschäftsordnung. Der DASV e.V. ist somit gegründet. Des Weiteren wählten die Mitglieder des DASV e.V. den Beirat und den Vorstand.

  • Vorbereitungstreffen: 02.02. - 04.02.2005 in Dransfeld bei Göttingen

    Dieses Vorbereitungstreffen hatte die Aufgabe, die BuFaTa in Berlin als konstituierende Gründungsversammlung vorzubereiten. Dazu zogen sich die Anwesenden auf das Haus Hoher Hagen in der Nähe von Dransfeld zurück und nutzten die Abgeschiedenheit für eine inhaltliche, organisatorische  und formale Ausplanung des Verbandes. Für die praktische Umsetzung gründeten sich - in Anlehnung an das erste Treffen in Hamburg - verschiedene Arbeitsgruppen, in denen folgende Themen behandelt wurden:

     

    AG Vernetzung

    Es wurde die nun dem DASV e.V. zugrunde liegende Satzung in groben Umrissen entworfen, um sie dann in Berlin auszuarbeiten und dem Plenum zur Abstimmung vorzulegen. Weiterhin wurden Ziele und Aufgaben des DASV klar aufgestellt und erste Zusammenarbeitspläne mit anderen archäologischen Verbänden erörtert.

     

    AG Studienreform

    Zunächst tauschte sich die AG BA/MA über den aktuellen Stand der Studienreform aus. In einem weiteren Block setzten sich die Teilnehmer mit den nationalen und internationalen Rahmenvorgaben des Bologna-Prozesses und dem Thema Akkreditierung auseinander. Ein weiterer Schwerpunkt lag in der Behandlung des Bologna-Artikels von Frank Siegmund in den Archäologischen Informationen und den inzwischen erschienenen Reaktionen. Als Vorbereitung eines Antwortartikels aus studentischer Sicht wurde gesammelt, auf welche Punkte eingegangen und wie argumentiert werden sollte.

  • 01. BuFaTa: 04.06. - 06.06.2004 in Hamburg

    Im Juni 2004 kamen zum ersten Mal seit mehreren Jahren sechs Studierendenvertretungen der archäologischen Fächer in Hamburg zu einer Bundesfachschaftentagung zusammen. Erklärtes Ziel war die Einrichtung und Planung eines studentischen Netzwerkes sowie die Auseinandersetzung mit dem Thema Bachelor und Master. Zu diesem Zweck etablierten sich folgende Arbeitsgruppen:

     

    AG Vernetzung

    Diese Arbeitsgruppe entwarf die Idee eines gemeinnützigen Vereins, in den sich die Studierenden der archäologischen Disziplinen zusammenschließen sollten. Sie begann sich Gedanken über dessen Aussehen und dessen Inhalte zu machen. Es wurden Adressen aller Institute in Deutschland, Österreich und der Schweiz gesammelt, um diese anzuschreiben und das Interesse an einem archäologischen Studierendenverband zu eruieren.

     

    AG Studienreform

    Sinn und Zweck der AG war (und ist es), die aktuelle Studienreform im Rahmen des Bologna-Prozesses kritisch zu begleiten, eigene Ansprüche an die Reformmaßnahmen zu formulieren und diese in die Entwicklung der neuen Bachelor - Master - Studiengänge einzubringen. Ein erster Entwurf konnte in Hamburg erstellt werden. Kontrovers diskutiert wurde die Frage nach der Fusion der etablierten Einzeldisziplinen im Bachelor, wie sie zu diesem Zeitpunkt bereits in Bochum und Mainz praktiziert wurde. Da kurz vor der BuFaTa Frank Siegmund in den Archäologischen Informationen einen Artikel zur Bologna-Reform veröffentlicht hatte, beabsichtigte die AG, eine Antwort aus studentischer Perspektive zu verfassen.

     

    AG Archäologie und Öffentlichkeit

    Schon auf dieser BuFaTa beschlossen die Mitglieder, sich im nächsten Jahr in Berlin zu treffen, um dort einen Verband zu gründen sowie die inhaltliche Arbeit in den anderen beiden Arbeitsgruppen fortzuführen.